Hauptvorlesung: Sakramentenlehre (HS 2026)
Verantwortlich: Prof. Dr. Barbara Hallensleben
Dienstag, 8h15 - 10h00 * Raum MIS 3025 * (BA und) MA * 3CP (je nach Studienprogramm)
Beschreibung: Sakramente sind immer noch ein ökumenisch heikles Thema. Ihr Ort im Glaubensvollzug gewinnt jedoch im «säkularen Zeitalter» eine neue Aktualität für den gemeinsamen christlichen Glauben: Ist Gottes Nähe durch die geschöpfliche Wirklichkeit zugänglich und erfahrbar? Wo? Wie? Unter welchen Bedingungen? Die christliche Sakramentenlehre erhält im heutigen gesellschaftlichen Kontext geradezu eine götzenkritische Funktion: Wir leben nicht in einer «entzauberten», sondern vielfach in einer – wenn auch verschleiert – hoch sakralisierten Welt. Heilsversprechen sind an Konsumgüter und medial erzeugte Idealbilder geknüpft, die uns vielen Riten und Formen der Verehrung unterwerfen. Wie feiern wir inmitten der Vielfalt alter und neuer Götter die befreiende Nähe des einen und einzigen Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs? des Gottes und Vaters Jesu Christi? Wie wird unsere konkrete Lebenswelt zum Zeichen für den Anbruch der Herrschaft Gottes? Sakramente depotenzieren irdische Götzen und desakralisieren die vermeintlich säkulare Welt. So werden sie zu Hoffnungszeichen für die ganze Schöpfung. Die Sakramentenlehre im Rahmen der Dogmatik ist eine theologisch-politische Wahrnehmungs- und Handlungslehre. Sie entwickelt eine entsprechende Mystagogie, die zu einer sakramentalen Lebensform und Lebenskultur führt.
Literatur: Erwin Dirscherl / Markus Weißer, Wirksame Zeichen und Werkzeuge des Heils? Aktuelle Anfragen an die aktuelle Sakramententheologie, Freiburg i.Br. 2022; Karl-Heinz Menke, Sakramentalität. Wesen und Wunde des Katholismus; Eva-Maria Faber, Einführung in die katholische Sakramentenlehre, Darmstadt 2002; William T. Cavanaugh, The Uses of Idolatry, Oxford 2024 (deutsche Übersetzung in Vorbereitung).
- 15. Dezember 2026: Das Sakrament des Ordo - Das Sakrament der Sprache
- 1. Dezember 2026: Eucharistie als Schlüssel zur Sakramentenlehre
- 24. November 2024: Ehe für alle?
- 17. November 2026: Die Berufung des Menschen im Licht der Initiationssakramente
- 10. November 2026: Die gemeinsame Mitte - eine Gruppierung der Sakramente und die Bedeutung des "caracter indelebilis"
- 3. November 2026: Ivan Illich - ein Ausweg aus der Ethisierung der Sakramente
- 27. Oktober 2026: Was wird aus den Sakramenten in der Reformation?
- 20. Oktober 2026: Ist unsere Welt wandlungsfähig? "Transsubstantiation" als Schlüsselbegriff der Sakramentenlehre
- 13. Oktober 2026: Sakramente – Individualisierung als Singularisierung in Gemeinschaft
- 6. Oktober 2026: Sakramente und Sakramentalität
- 29. September 2026: Mensch und Sakrament - Grundfragen und biblische und patristische Anfänge
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22. September 2026: Sakramente als Zeichen
Textauszüge aus Alessandro Baricco, Novecento
Aufgabe zur Bearbeitung:
Erläutern Sie die Aussage (mit der Teil 1 der Vorlesung schließt):
Wenn Gott in/mit der Welt handelt, muss er es in Zeichen tun, gerade wenn und weil er sich selbst offenbart und gibt.
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15. September 2026: Einführung in die Sakramentenlehre
Einführung in die Sakramentenlehre
Walter Benjamin, Kapitalismus als Religion
Giorgio Agamben, Profanierungen
Aufgabe zur Bearbeitung:
- Vollziehen Sie anhand der Lektüre von Walter Benjamin und/oder Giorgio Agamben die These nach: Die christlichen Sakramente sind angesichts der zunehmenden "Sakralisierung" der Welt ein Weg zur Profanierung.
