Vorlesung: Metapher und Allegorie. Theorien und Praktiken bildlicher Rede im Mittelalter
UE-L03.00311

Dozenten-innen: Herberichs Cornelia
Kursus: Master
Art der Unterrichtseinheit: Vorlesung
ECTS: 3
Sprache-n: Deutsch
Semester: SP-2022

Eine gängige Definition der Metapher erläutert diese als die Ersetzung eines Worts oder einer Wortgruppe mit einem sprachlichen Ausdruck, welcher in einem übertragenen Sinn verwendet wird. Herrscht über diese formale Definition, wie sie auch das «Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft» zugrunde legt, weitgehend Einigkeit, so werden die mannigfaltigen Wirkungen dieser rhetorischen Figur für das Verständnis, die Ästhetik und die hermeneutische Struktur einer Aussage oder eines Textes im Rahmen verschiedener Metapherntheorien jeweils unterschiedlich hergeleitet und erläutert. Die Vorlesung führt in antike, mittelalterliche und moderne Metapherntheorien ein und konfrontiert diese Theorie(n) mit den Praktiken metaphorischer Rede in der Literatur des Mittelalters, z.B. in Lyrik, Romanen, historiographischen und didaktischen Werken. Einen besonderen Raum werden in der Vorlesung Allegorien einnehmen, die im engeren Sinne als «metaphora continua» (Quintilian) verstanden werden können und in zahlreichen mittelalterlichen Textgattungen Verwendung fanden (z.B. in Minnreden, theologischen Traktaten, allegorischen Romanen). Die Vorlesung ist komparatistisch angelegt, sodass Textbeispiele u.a. aus der französischen, italienischen, englischen und deutschsprachigen Literatur vorgestellt werden.