Rezeptionsforschung, Medienwirkung, Medienpsychologie

Im Forschungsbereich "Rezeptionsforschung, Medienwirkung, Medienpsychologie" kommen quantitative empirische Methoden zur Untersuchung der Medienselektion, -rezeption und -wirkung zum Einsatz. Inhaltlich befasst sich das Team von Prof. Dr. Andreas Fahr vor allem mit Gesundheitskommunikation, politischer Kommunikation, Unterhaltung sowie den Beziehungen von Mediennutzer/innen zu Medienpersonen. Prof. Fahr und sein Team betreuen ausserdem das DCMlab und arbeiten mit Beobachtungsverfahren im Bereich Medienrezeption und Medienwirkung.

Forschungsprojekte
 

  • Excessive Media Use in Times of Netflix - 'Binge watching': Motives, Experience, and its Effects on Sleep
    • Projektteam: Andreas Fahr, Björn Rasch, Dominique Wirz, Alexander Ort, Debora Castro-Mariño
    • Laufzeit: 12/2018 - 11/2020
    • Förderung: Schweizerischer Nationalfonds
     
    Das Projekt nimmt Bezug auf die zunehmende Digitalisierung der Alltagswelt mit besonderem Blick auf exzessive Mediennutzung. Es untersucht Motive, Erleben und Wirkungen des exzessiven Konsums von Serien. Dazu werden Beobachtungsverfahren, physiologische Messungen und Befragungen entwickelt, kombiniert und validiert. Genauer werden umgesetzt (1) Fokusgruppen zur Definition und Identifizierung von Bedeutung, Motivationen, Nutzungsstilen und Gratifikationen im Zusammenhang mit extensivem TV-Serienkonsum; (2) At-home-Studien zur Erforschung von Zuschauermotivationen, emotionalem Erleben und physiologischen Reaktionen in der natürlichen Umwelt; (3) Laborstudien zur Beobachtung des Stresserlebens über längere Zeiträume des Fernsehkonsums sowie (4) eine Studie zur Untersuchung der Auswirkungen von physiologischer und kognitiver Erregung vor dem Schlafengehen durch exzessiven Serienkonsum auf die Schlafqualität.
  • Analyse des Entstehens und der Folgen von Themenverdrossenheit: Eine longitudinale Multi-Methoden-Studie
    • Projektteam: Julia Metag, Gwendolin Gurr
    • Laufzeit: 2018 bis 2021
    • Förderung: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)

     

    Das Projekt untersucht die Ursachen, zeitliche Entwicklung und Folgen von Themenverdrossenheit. Themenverdrossenheit stellt sich im Zeitverlauf ein, in dem in den Medien lang und intensiv über ein Thema berichtet wird. Auch Personen, die sich eigentlich für das Thema interessieren, können im Verlauf der Zeit davon überdrüssig werden. Eine Folge dieser Themenverdrossenheit kann sein, dass sie die Medienberichterstattung über das Thema vermeiden. Das Projekt untersucht Themenverdrossenheit bei Schweizer BürgerInnen anhand von zwei Themen, von welchen eines voraussichtlich der Brexit 2019 sein wird. Dabei werden drei Ziele verfolgt: Erstens wird untersucht, wie stark Themenverdrossenheit in der Schweizer Bevölkerung bei den zu untersuchenden Themen ausgeprägt ist. Zweitens analysieren wir, welche Faktoren dazu führen, dass jemand themenverdrossen wird. Wir überprüfen drittens, welche Wirkungen Themenverdrossenheit auf das weitere Informationsverhalten der BürgerInnen hat. Abschliessend untersuchen wir, ob es Unterschiede bei den verschiedenen Themen gibt.

  • Interaktionsprozesse und Beziehungen zwischen Medienfiguren und RezipientInnen
    • Projektteam: Andreas Fahr, Perina Siegenthaler, Michelle Möri
    • Laufzeit: seit 2017
    • Förderung: verschiedene

     

    Medienangebote spielen eine entscheidende Rolle, wie Menschen Informationen, Wissen und Meinungen begegnen, wie sie sie auswählen und verarbeiten. Das Projektcluster beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, welche Rolle Interaktionen und Beziehungen zwischen RezipientInnen und Mediencharakteren (z.B. parasoziale Beziehungen, Identifikation, Empathie) im Prozess der kognitiven und emotionalen Informationsverarbeitung sowie der Einstellungsbildung und -veränderung spielen. Unter Verwendung von Mediennutzungsdaten, Befragungen, Inhaltsanalysen sowie physiologischen Daten untersuchen wir die Selektion, die Verarbeitung und die Wirkungen neuer Formen digitaler Angebote, aber auch von klassischen Medien.

  • Psychophysiologische Medienrezeptionsforschung
    • Projektteam: Andreas Fahr, Perina Siegenthaler, Alexander Ort
    • Laufzeit: seit 2017
    • Förderung: verschiedene

     

    Im Projektcluster werden Studien umgesetzt, die dazu beitragen, die kognitive und emotionale Verarbeitung und Wirkung von Medienbotschaften auf der Mikroebene während der Medienrezeption besser messen, beschreiben, erklären und damit verstehen zu können. Hierzu werden psychophysiologische und apparative Erhebungsverfahren mobil und im Labor eingesetzt.

  • Emotionalisierung und Narrationen in der Persuasionsforschung
    • Projektteam: Andreas Fahr, Perina Siegenthaler, Alexander Ort, Dominique Wirz
    • Laufzeit: seit 2017
    • Förderung: verschiedene

     

    Das Projektcluster setzt empirische Studien um, die sich mit der Verarbeitung und Wirkung narrativer Medienformate sowie verschiedenen Formen der Emotionalisierung im Informationsverarbeitungs- und Wirkungsprozess auseinandersetzen (z.B. Effekte des emotional Flow auf Informationsverarbeitung und Einstellungen). Haupt-Anwendungsbereich: Gesundheitskommunikation, Politische Kommunikation, Unterhaltung.

  • Media, Health Communication, and Well-being in Switzerland
    • Projektteam: Andreas Fahr, Perina Siegenthaler, Alexander Ort, Tanja Aegerter
    • Laufzeit: 05/2017-02/2021
    • Förderung: Schweizerischer Nationalfonds (SNF)

     

    Durch dieses Projekt soll ein besseres Verständnis erlangt werden über die Rolle von (Rezeption und Wirkung von) Medien bei der Entstehung, Veränderung oder Stabilisierung von Gesundheitsverhalten. Wir erweitern bestehende Persuasionsmodelle der Gesundheitskommunikation (welche sich häufig mit sogenannten Furchtappellen beschäftigen) insofern, als dass wir die Wirkung von positiveren Emotionen untersuchen. In Laborexperimenten messen wir physiologische Reaktionen, um Aufschluss zu erhalten über emotionale und kognitive Prozesse während der Rezeption von gesundheitsrelevanten Botschaften. Des weiteren berücksichtigen wir das Potential von narrativen Medienformaten und untersuchen die Rolle von parasozialen Interaktionen mit Mediencharakteren.