Qualitätssicherung

Jede Lehrveranstaltung wird von Studierenden unterschiedlich wahrgenommen. Mit Evaluationsfragebögen erhalten sie die Möglichkeit, ihre Eindrücke zu teilen. Dieses Feedback unterstützt die Lehrpersonen dabei, Stärken weiter auszubauen und Entwicklungspotenziale gezielt aufzugreifen.

Prof. Jean-Louis Berger und Dr. David Jan von der Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften haben nun die anonymisierten Evaluationsergebnisse von 2450 Vorlesungen aus den letzten Jahren analysiert, die auf rund 44’300 ausgefüllten Fragebögen basieren. Die Auswertung zeigt einige klare Muster: Vorlesungen auf Masterstufe werden insgesamt positiver bewertet als solche auf Bachelorstufe. Ebenso schneiden freiwillig besuchte Kurse tendenziell besser ab als obligatorische Veranstaltungen.

Auch leichte geschlechterspezifische Unterschiede lassen sich beobachten: Studentinnen bewerten Dozentinnen positiver, Studenten hingegen Dozenten. Es zeigt sich somit eine gewisse Geschlechterkongruenz. Insgesamt werden weibliche Lehrpersonen in Bezug auf didaktische Aspekte etwas besser beurteilt als ihre männlichen Kollegen. Dass andere Studien zu teilweise gegenteiligen Ergebnissen kommen, verdeutlicht, dass geschlechtsspezifische Effekte vielschichtig sind und von unterschiedlichen Dimensionen geprägt werden.

Zudem machen Faktoren wie Studienniveau, Freiwilligkeit und Geschlecht deutlich, dass es sich bei den Evaluationen um subjektive Einschätzungen handelt und nicht um eine objektive Messung der Lehrqualität – falls eine solche überhaupt möglich ist.

Aus diesem Grund geht die Universität bei Evaluationsergebnissen in kritischen Bereichen differenziert vor. Die Dekanin bzw. der Dekan bespricht die Resultate mit der Lehrperson und bezieht dabei weitere Informationen mit ein, z. B. die Zahl der Teilnehmenden, den obligatorischen oder freiwilligen Charakter der Veranstaltung, das Studienniveau, die Zusammensetzung der Teilnehmenden oder die Rücklaufquote. Gemeinsam werden anschliessend Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet. Erst wenn im Folgejahr erneut kritische Ergebnisse auftreten, prüft die Fakultätsleitung weitergehende Schritte.

Trotz ihrer unvermeidbaren Subjektivität erfüllen Lehrveranstaltungsevaluationen ihre zentrale Funktion: Die Rückmeldungen – insbesondere die Antworten auf die offenen Fragen – zeigen den Lehrpersonen, was gut funktioniert und wo Optimierungspotenzial besteht. Diese konstruktive Feedbackkultur soll weiterhin gestärkt werden, um die Qualität der Lehre nachhaltig zu fördern. Wir danken daher den Studierenden, die die Fragebögen ausfüllen, ebenso wie den Lehrpersonen, die die Rückmeldungen offen aufnehmen. Beide leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Sicherung einer lebendigen und qualitätsorientierten Lehrpraxis.