Jahresrückblick 2025

Katharina Fromm
Rektorin

Das Jahr 2025 war für unsere Universität ein Jahr des Aufbruchs, der Analyse und der Sichtbarkeit. Wir haben gemeinsam wichtige institutionelle Weichen gestellt, wissenschaftliche Exzellenz bewiesen und unsere Rolle als mehrsprachige, weltoffene Universität im Herzen Europas, der Schweiz und des Kantons weiter gestärkt.

Ein Meilenstein war zweifellos die Gründung der neuen Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften. Mit der Integration der Pädagogischen Hochschule Freiburg in unsere Universität ist per 1. August 2025 eine eigenständige sechste Fakultät entstanden. Damit bündeln wir Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Bildungsforschung und Fachdidaktik unter einem Dach – ein schweizweit beachteter Schritt. Die feierliche Eröffnung im Oktober hat nicht nur unsere institutionelle Entwicklung markiert, sondern auch ein starkes Signal an Politik, Schulen und Gesellschaft gesendet: Bildung ist eine zentrale Zukunftsaufgabe, und wir übernehmen Verantwortung.

Der Austausch und die Zusammenarbeit mit den universitären Körperschaften waren im Jahr 2025 wichtiger denn je. Ich danke allen, die mitgeholfen haben, die im Finanzsanierungsprogramm des Staates Freiburg vorgesehenen Budgetreduktionen abzuwehren. Das Engagement der Studierenden, insbesondere der AGEF mit dem Event «Un Canton, eine Universität», der Dekane, des Mittelbaus und des Vereins des administrativen und technischen Personals zeigte, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen und uns für unsere Universität engagieren.

Auch in Forschung und Lehre durften wir 2025 Höhepunkte erleben. Zahlreiche internationale Konferenzen brachten Forschende aus aller Welt nach Freiburg. Öffentliche Vorlesungsreihen zur digitalen Transformation, interdisziplinäre Foren zu Glaube und Gesellschaft sowie wissenschaftliche Symposien zu aktuellen Herausforderungen wie etwa Antibiotikaresistenzen zeigten die thematische Breite und Relevanz unserer Arbeit. Unsere Forschenden publizierten in renommierten Zeitschriften, warben kompetitiv Drittmittel ein und bauten internationale Kooperationen aus – in Europa und darüber hinaus. Die wieder mögliche Teilnahme an Horizon Europe erlaubte es, herausragende Forschende nach Freiburg zu holen. Zudem waren der Marcel-­Benoist-Preis-Vortrag von Pascal Gygax, der Europatag mit Petros Mavromichalis, die de Diesbach Lecture von Fabrizio Bucella sowie der Dialog von Alain Berset mit Gregor Hasler vielbeachtete und weit sichtbare Events.

Unsere Studierenden haben 2025 einmal mehr bewiesen, wie viel Kreativität, Talent, Engagement und internationale Kompetenz in ihnen steckt. Das Team der Rechtswissenschaften erzielte bei der Willem C. Vis Moot Court Competition einen historischen Erfolg und wurde für das beste Klägerschriftstück ausgezeichnet – ein Moment des Stolzes für die gesamte Universität. Gleichzeitig prägten die Infodays mit Rekordbeteiligung, die Welcome Days, kulturelle Initiativen zum Campus Life, studentische Projekte und Abschlussfeiern das akademische Jahr. Jede Diplomfeier ist ein bewegender Augenblick: Sie steht für persönliche Leistungen, für Durchhaltevermögen – und für den Beginn neuer Wege.

Als mehrsprachige Universität leben wir den Dialog. 2025 haben wir diesen Anspruch weiter vertieft: in der Lehre, in gemeinsamen Forschungsprojekten und in öffentlichen Veranstaltungen. Formate wie unser Wissenschaftsfestival «Explora» öffneten die Türen der Universität für die breite Bevölkerung. Bürgerinnen und Bürger, Familien, Schulen und Politik erlebten an einem wunderschönen Sommertag Wissenschaft zum Anfassen und Mitmachen. An der Seislermäss konnte der Kontakt zur deutschsprachigen Bevölkerung des Kantons vertieft werden. Solche Momente stärken das Vertrauen in die Wissenschaft und die Universität Freiburg als Institution – was in unserer Zeit wichtiger ist denn je.

Auch strategisch haben wir uns weiterentwickelt. Die Digitalisierung administrativer Prozesse, Investitionen in nachhaltige Infrastruktur und die Stärkung interdisziplinärer Zentren waren zentrale Projekte des Jahres. Denn wissenschaftliche Exzellenz entsteht nicht zufällig; sie braucht Strukturen, Vertrauen und eine Kultur der Zusammenarbeit. In diesem Zusammenhang sind unsere interfakultären Institute und Forschungscluster in verschiedenen Bereichen wie Lebensmittel und Ernährung (FRIC) oder Resilienz zu nennen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen als Förderung von Chancengleichheit und als langfristige Sicherung akademischer Qualität ist uns ein grosses Anliegen.

2025 war ein Jahr intensiver Zusammenarbeit mit unseren Partnerinstitutionen – regional, national und international. So arbeiten wir mit der Stadt Freiburg zum Beispiel im Rahmen des Creative Cities Network der Unesco (UCCN) im Bereich Gastronomie, der Künstlerresidenzen oder der Stiftung eines neuen Kulturpreises zusammen. Auf Ebene des Kantons bestehen enge Kontakte im Zusammenhang mit Zweisprachigkeit, Gesundheit und im Bildungssektor. Kooperationen mit wirtschaftlichen Akteuren der Region unterstreichen unsere Verankerung im Kanton Freiburg und darüber hinaus. Wir sind eine Universität mit internationaler Ausstrahlung – und zugleich tief verwurzelt in unserer Region.

All dies wäre nicht möglich ohne die Menschen, die unsere Universität tragen: Professorinnen und Professoren, Forschende, Mittelbau, administrative und technische Mitarbeitende, Studierende, Alumni sowie unsere Partnerinnen und Partner in Politik und Gesellschaft. Ihnen allen gilt mein aufrichtiger Dank. Ihr Engagement, ihre Kreativität und ihr Verantwortungsbewusstsein machen die Universität Freiburg zu dem, was sie ist: ein Ort der Erkenntnis, der Begegnung und der Zukunftsgestaltung.

Wenn wir auf 2025 zurückblicken, sehen wir ein Jahr der Konsolidierung und des Mutes, sowie der Projektion in die Zukunft. Wir haben Pläne geschmiedet, Horizonte erweitert und unsere Werte bekräftigt: wissenschaftliche Exzellenz, Humanismus, Offenheit, Mehrsprachigkeit und gesellschaftliche Verantwortung. Mit diesem Fundament gehen wir zuversichtlich in die Zukunft.

Ich danke allen für ihr Vertrauen und die Mitwirkung – und freue mich darauf, den Weg unserer Universität gemeinsam weiterzugehen und zu gestalten.