Kurstitel und Kursbeschreibung: Paläographie. Lektüre und Erschliessung deutschsprachiger Handschriften des Hoch- und Spätmittelalters Oberstes Ziel des Kurses ist der Erwerb solider Lektürekompetenzen von deutschsprachigen Texten in Handschriften des hohen und späten Mittelalters (Paläographie). Anhand von Digitalisaten und von originalen Handschriften werden verschiedene mittelalterliche Quellentypen und Schriftformen vorgestellt und wird in die Texterschliessung mittelalterlicher deutschsprachiger Texte eingeführt. Dabei steht die Überlieferung hagiographischer und historiographischer Texte im Mittelpunkt des Methodenkurses, also die Lektüre von Heiligenlegenden einerseits und Chroniken sowie verschiedene andere Typen historiographischer Quellen (Urkunden, Ratsbücher etc.) andererseits. Regelmässige Transkriptionsübungen begleiten die Teilnehmenden durch das Semester. Digitale Transkriptionsanwendungen sowie digitale Editionen sind schon heute nicht mehr aus der wissenschaftlichen Arbeit wegzudenken und werden im Kurs praxisorientiert berücksichtigt sowie zugleich kritisch reflektiert. Voraussetzung für den erfolgreichen sowie wissenschaftlich rechtfertigbaren Einsatz von Transkriptionsprogrammen ist letztlich die eigene Lektürekompetenz von Handschriften, um kritisch den Output der Programme evaluieren und allenfalls korrigieren zu können. Neben dem Fokus auf die Paläographie und die praktischen Lektüre- und Transkriptionskompetenzen führt der Kurs zudem in die Handschriftenkunde (Kodikologie) ein, also in die Alterität des mittelalterlichen Schriftwesens sowie seiner Buchproduktion. Besuche der Freiburger Handschriftenbestände (KUB, Bibliothek des Franziskanerklosters, Staatsarchiv) werden Gelegenheit bieten, das erworbene Wissen hands-on einzuüben. Leistungsnachweis: schriftliche Prüfung (Transkription) |