Strategie 2030

Die vorliegende Strategie wurde in engem Dialog mit allen Interessengruppen inner- und ausserhalb der Universität erarbeitet und ist das Ergebnis einer zweijährigen Reflexion. Mit der vorliegenden Strategieplanung erfüllt die Universität Freiburg ihre gesetzliche Verpflichtung nach Art. 9 Abs. 1 des Universitätsgesetzes, regelmässig einen Strategieplan mit einem Planungshorizont von zehn Jahren zu erarbeiten. Ergänzt bzw. durchgeführt wird diese Strategie durch bestehende oder noch zu erarbeitende themenspezifische Strategien und Politiken, wie etwa zur Qualitätssicherung, zur Nachhaltigkeit, zu den Bibliotheken oder zur Mehrsprachigkeit.

  Strategie 2030 

Die drei Achsen der Strategie 2030

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Als moderne, engagierte und international vernetzte Volluniversität ist die Universität Freiburg eine exzellente, interdisziplinär ausgerichtete Bildungs- und Forschungsstätte in der Humboldtschen Tradition der Einheit von Forschung und Lehre, die ausgezeichnete Berufs- und Entwicklungschancen eröffnet.

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Die Universität Freiburg zeichnet sich durch ihre Zwei- und Mehrsprachigkeit, ihre humanistisch-ethische Herangehensweise sowie verschiedene weithin anerkannte fachliche Schwerpunkte aus.

 

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In ihrem Betrieb schenkt die Universität Freiburg den Aspekten der Nachhaltigkeit, Chancengleichheit und Diversität, Personalförderung und -entwicklung sowie der Governance und Qualitätssicherung besondere Beachtung.

Entwicklung durch gezielte Profilierung

Als Volluniversität verfügt die Universität Freiburg über eine Vielfalt, die zusammen mit der durch kurze Wege begünstigten Kultur des interfakultären Austauschs eine ausgezeichnete Grundlage bildet für eine Profilierung nicht nur in fachspezifischen Disziplinen, sondern auch in der inter- und transdisziplinären Forschung und Lehre.

Neben dem wissenschaftlichen Leistungsausweis sind Ausgangspunkte für die weitere Schärfung des Profils die Alleinstellungsmerkmale und die traditionellen Stärken der Universität. Aufbauend auf ihrer Tradition und bereits bestehenden Exzellenzschwerpunkten will die Universität Freiburg ihre Entwicklungsschwerpunkte und -prioritäten folgendermassen ausrichten:

Leuchttürme

 

Bestehende «Leuchttürme» sollen konsolidiert bzw. ausgebaut und weiterentwickelt werden. So nimmt die Universität Freiburg mit ihrer interdisziplinären Forschung auf dem Gebiet der Nanomaterialien und der Biomedizinischen Wissenschaften im Bereich der Materialwissenschaften eine internationale Spitzenposition ein, wie sich auch im diesbezüglichen Nationalen Forschungsschwerpunkt (NCCR) «Bio-inspired Materials» zeigt.

Aber auch andere Schwerpunkte, in welchen die Universität Freiburg über besondere Kompetenzen verfügt (wie u.a. im Bereich der Organisation politischer Gemeinschaften, wozu Exzellenzpole zum Föderalismus oder zu «Europa» bestehen) sollen konsequent gepflegt und weiterentwickelt werden.


Vernetzung

 

Durch eine gezielte Vernetzung bereits bestehender Aktivitäten und Kompetenzen soll in ausgewählten Bereichen die Bildung von (interdisziplinären) Exzellenzpolen gefördert werden.

Zu denken wäre insbesondere an einen Schwerpunkt rund um die Thematik der:

  •  Ernährung (angesichts der national und international anerkannten Forschungsleistungen in der Biologie und der Psychologie, der Spezialisierung in der Hausarztmedizin sowie dem Botanischen Garten und in Anbetracht möglicher Synergien mit weiteren Partnern) und eine Bündelung der vielfältigen Kompetenzen rund um
  • die historischen Wissenschaften, unter Einbezug des weltweit einzigartigen Museums «Bibel+Orient».

Soziale Kohäsion

 

In allen Disziplinen und fächerübergreifend sollen humanistisch-ethische Aspekte speziell gepflegt werden. So verfügt die Universität Freiburg aufgrund dieser Tradition über hervorragende Voraussetzungen, einen substantiellen Beitrag zum Verständnis der vielfältigen Interaktionen des Menschen mit seiner Umwelt und zur Entwicklung neuer, innovativer Lösungsansätze zu dringenden und komplexen gesellschaftlichen Frage- und Problemstellungen, namentlich im Bereich der gesellschaftlichen und sozialen Kohäsion, der Nachhaltigkeit und der Digitalisierung, zu leisten.

Sie will dazu unter anderem die bereits bestehenden Pole rund um die Themata Mensch und Umwelt, Digitalisierung und Gesellschaft, EthikZusammenleben verschiedener Religionen und Kulturen in zunehmend fragmentierten Gesellschaften, Verständnis von Sprachkulturen und Mehrsprachigkeit stärken und weiterentwickeln.

Die zwölf strategischen Leitlinien 

Die Universität Freiburg bekennt sich kompromisslos zu Qualität und Exzellenz in allen Bereichen. Im Bewusstsein, dass Exzellenz und Qualität durch Menschen geschaffen werden, sichert und fördert sie ihre Attraktivität für exzellente Forschende, vielversprechenden wissenschaftlichen Nachwuchs, talentierte Studierende sowie hochqualifiziertes administratives und technisches Personal. Offenheit und permanenter Austausch auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene sowohl in Wissenschaft als auch in der Verwaltung ist für sie Teil ihres Selbstverständnisses.

In den Bereichen Nachhaltigkeit und Chancengleichheit sowie in der Nutzung der sich aus der digitalen Transformation eröffnenden Chancen versteht sich die Universität Freiburg im Kanton als zentraler, gestaltender Akteur, der sich in diesen Bereichen im nationalen und internationalen Umfeld auszeichnet.

  • 1. Forschung und Innovation

    Die Universität Freiburg fördert die akademische Freiheit in all ihrer Vielfalt. Sie fördert und unterstützt unternehmerisches Denken und innovatives Handeln, dies sowohl bei Studierenden und Dozierenden als auch bei Forschenden. Des Weiteren bekennt sich die Universität Freiburg zum Grundsatz der open science, dies in Kooperation und Abstimmung mit anderen Institutionen unter Zugrundelegung der entsprechenden nationalen Strategien. Sie pflegt auch in der Forschung konsequent eine mehrsprachige Kultur und fördert die adäquate Berücksichtigung ethischer Fragestellungen in allen Disziplinen.

  • 2. Lehre

    Die enge Betreuung von Studierenden durch die Mitglieder des Lehrkörpers will die Universität Freiburg durch eine weitere Förderung der bereits heute als besonderes Qualitätsmerkmal wahrgenommenen Proximität gewährleisten. Vor dem Hintergrund der sich wandelnden Berufsbilder sollen Studienprogramme angeboten werden, die neben fachspezifischen Inhalten und Methoden die Fähigkeit zum kritischen, analytischen und transdisziplinären Denken, welches auch ethische Gesichtspunkte berücksichtigt, zu selbständigem Handeln und zur Bewältigung der mit der digitalen Transformation einhergehenden Veränderungen vermitteln. Zugunsten der Förderung vernetzten und interdisziplinären Denkens soll den Studierenden hohe Flexibilität und Zugänglichkeit zu fachfremden Angeboten bereitgestellt werden.

  • 3. Weiterbildung

    Mit Blick auf die digitale Transformation, die sich wandelnden Berufsbilder und die vielfältigen, durch zunehmende Komplexität und Dynamik geprägten gesellschaftlichen Herausforderungen will die Universität Freiburg ihr ausdifferenziertes Weiterbildungsangebot weiter entwickeln und so ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wie auch ihren gesetzlichen Auftrag vollumfänglich wahrnehmen. Damit stellt sie den Bezug von Lehre und Forschung zur Praxis sicher und trägt der Nachfrage von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung.

  • 4. Zwei- und Mehrsprachigkeit

    Die Universität Freiburg bekennt sich zu ihren beiden traditionellen Sprachen (Deutsch/Französisch) sowie zu Englisch als internationale Sprache. Sie erachtet ihr zwei- und mehrsprachiges Profil als Alleinstellungsmerkmal von gesamtschweizerischer und europäischer Bedeutung. . Sie fördert die Zwei- und Mehrsprachigkeit der akademischen Gemeinschaft durch konkrete Massnahmen und Angebote und in Nutzung der sich durch die digitale Transformation eröffnenden Chancen. Die dargelegten Zielsetzungen, Leitlinien und Instrumente werden im Rahmen der Sprachenpolitik der Universität konkretisiert und umgesetzt.

  • 5. Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

    Die Universität Freiburg identifiziert vielversprechende Nachwuchstalente ab der Einschreibung zum Doktorat und begleitet diese aktiv, dies etwa durch Sicherstellung optimaler Betreuungsverhältnisse, durch eine kontinuierliche Laufbahnberatung und -planung auch im Hinblick auf berufliche Perspektiven ausserhalb der Universität, durch Förderung des Zugangs zu nationalen und internationalen Netzwerken und durch Einräumen der Möglichkeit disziplinenübergreifenden Denkens und Arbeitens. Im Hinblick auf die Diversifizierung und die Attraktivität der akademischen Laufbahnen stärkt die Universität Frei-burg ihre Attraktivität durch die Schaffung langfristiger Perspektiven auch für hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die keine Professur anstreben, dies insbesondere durch die gezielte Schaffung unbefristeter Stellen für hochqualifizierte wissenschaftliche Mitarbeitende.

  • 6. Personalentwicklung und -förderung

    Die Universität Freiburg erachtet hinreichend qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des administrativ-technischen Personals – das im Dienste der Lehre und Forschung steht und insofern eine Schlüsselrolle spielt – als zentrale Voraussetzung für das gute Funktionieren ihres Betriebs in Akademie und Verwaltung. Die Universität identifiziert Mitarbeitende mit besonderem Potenzial und fördert diese gezielt. Sie strebt eine Stärkung der Autonomie auch im Personalbereich an, dies insbesondere angesichts des Umstands, dass die Universität einem starken Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende ausgesetzt ist.

  • 7. Chancengleichheit und Diversität

    Die Universität Freiburg gewährleistet die Gleichstellung in all ihren Dimensionen und setzt sich aktiv gegen jegliche Form von Diskriminierung ein. Damit entwickelt sie die Diversität und Inklusion und macht diese zu einer ihren Stärken. Chancengleichheit, Diversität und Inklusion, der Zugang für Menschen mit Behinderungen sowie die Prävention gegen Diskriminierung sind Teil der zu entwickelnden Personalstrategie. Den bereits jetzt mit knapp 30% relativ hohen Anteil der Professorinnen will sie im Hinblick auf eine auch allgemein gelebte Diversität weiter erhöhen und den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs fördern bzw. die Abbruch- und Ausstiegsquoten (leaky pipeline) senken.

  • 8. Kooperationen und Internationalisierung

    Die Universität Freiburg versteht sich als internationale Universität. Sie will ihre Kooperationen mit renommierten ausländischen Forschungsinstitutionen gezielt stärken. Sie fördert die internationale Mobilität der Studierenden und der Forschenden, dies sowohl incoming als auch outgoing und legt einen besonderen Fokus auf die Entwicklung von Doppelabschlüssen (double degrees) oder koordinierte Studienabschlüsse. Sie lotet die Möglichkeiten verstärkter Zusammenarbeit mit anderen (nicht universitären) Kantonen aus und strebt die Weiterentwicklung des Netzwerks BENEFRI an.

  • 9. Dialog mit der Gesellschaft

    Die Universität Freiburg nimmt ihre vielfältige Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahr. Sie vermittelt der Politik, der Wirtschaft und der Öffentlichkeit ihr Wissen und ihre Erkenntnisse und nutzt dazu die digitalen Möglichkeiten. Gleichzeitig erhofft sich die Universität Freiburg wertvolle Beiträge für Lehre, Forschung und Weiterbildung. Sie versteht sich in diesem Sinne als Dialogplattform und Ort des Austauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Die Universität will mittels Career Services Arbeitswelt, Studierende und Forschende noch näher zusammenbringen. Mittels Dienstleistungen (z.B. im Rahmen des TechTransfer) und in Kopperation mit Partnern insbesondere aus Industrie und Gesellschaft trägt sie aktiv zur Lösung von konkreten Problem- und Fragestellungen bei. Mit ihrer Austauschplattform «Wissenschaft & Gesellschaft» und Weiterbildungsangeboten leistet die Universität Freiburg einen wesentlichen Beitrag zur breiten wissensbasierten Sensibilisierung.

  • 10. Nachhaltigkeit

    Die Universität Freiburg leistet im Rahmen von Lehre, Forschung und Betrieb einen Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Entsprechend verringert die Universität Freiburg in den kommenden Jahren insbesondere ihren ökologischen Fussabdruck im Bereich Infrastruktur und Gebäude, dies namentlich im Rahmen anstehender und geplanter Neubau- und Renovationsvorhaben. Die Universität Freiburg formuliert eine Strategie zur ökologischen Nachhaltigkeit, formuliert entsprechende messbare Ziele. Sie fördert im Campusleben einen gesunden Lebensstil und unterstützt diesbezügliche Initiativen der Mitglieder der Universitätsgemeinschaft. Die Thematik der ökologischen Nachhaltigkeit soll noch ausgeprägter in die Forschung der verschiedenen Fachbereiche einfliessen und in die Lehre integriert werden.

  • 11. Infrastrukturen und Core facilities

    Gebäude und Infrastrukturen sein ein zentraler Faktor für ihre Attraktivität als Forschungs-, Studien- und Arbeitsstandort. Daher sollen namentlich der Neubau für die Rechtswissenschaftliche Fakultät – das Gebäude «Tour Henri» – sowie die notwendigen Renovationen verschiedener Gebäude auf dem Plateau de Pérolles möglichst rasch realisiert werden. Im Bereich der Bibliotheken erwartet die Universität Freiburg bauliche und organisatorische Veränderungen sowie sich wandelnde Rollen und Aufgaben im Zusammenhang mit der digitalen Transformation. Sie will die daraus resultierenden Chancen und Herausforderungen gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern, namentlich der Kantons- und Universitätsbibliothek KUB, proaktiv gestalten.

  • 12. Governance und Qualitätssicherung

    Die Universität Freiburg will die Governance weiter professionalisieren und die bestehenden Governance-Instrumente zuhanden aller Leitungsorgane weiterentwickeln. Informationsbasierte Entscheidgrundlagen und Lösungsansätze erarbeitet die Universität im Dialog und unter angemessener Einbindung aller betroffenen Interessengruppen. Gleichzeitig nehmen die verschiedenen Organe ihre durch die Gesetzgebung zugewiesenen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten im Gesamtinteresse der Institution vollumfänglich wahr. Dies geht einher mit einer sukzessiven Stärkung der Leitungsorgane. Zentrale Instrumente zur Förderung der Qualitätskultur sind die partizipative Ausrichtung des Qualitätssicherungsystems, die Kommunikation über Qualitätssicherungsprozesse und -ergebnisse sowie die Bereitstellung von Kennzahlen. Die Qualitätssicherungsstrategie der Universität trägt dabei den auf europäischer Ebene vereinbarten Standards und Leitlinien Rechnung und sie entspricht den nationalen und internationalen rechtlichen Vorgaben.

Frühere Strategie

Strategie 2020