Publikationsdatum 20.05.2026
Wie wirkt sich die Einwanderung auf die Wohnkosten in der Schweiz aus?
In dieser Studie werden die kurzfristigen Auswirkungen der Zuwanderung auf die Preise für Eigenheime und die Mieten in der Schweiz untersucht, wobei regionale Unterschiede auf der Ebene von 106 lokalen Arbeitsmärkten (sogenannten „Mobilité Spatiale“-Regionen) bzw. 26 Kantonen herangezogen werden. Es werden zwei empirische Ansätze vorgeschlagen, die das 2002 in Kraft getretene Abkommen über die Personenfreizügigkeit (AFMP) mit der Europäischen Union (EU) als exogenen Schock für die Einwanderung nutzen. Der erste Ansatz verwendet die AFMP-Reform im Rahmen eines Instrumentvariablenansatzes, wobei der aktuelle regionale Zuzug von Einwanderern auf der Grundlage der historischen Verteilung der Einwanderer über die Regionen instrumentiert wird. Der zweite Ansatz führt eine Ereignisstudie zu den Veränderungen der Immobilienpreise vor und nach der Reform durch und unterscheidet dabei zwischen Regionen mit historisch hoher, mittlerer und niedriger Zuwanderung aus den EU-15-Ländern. Die auf Daten auf Ebene der lokalen Arbeitsmärkte für die Jahre 1985–2016 basierende Analyse legt nahe, dass die durch die FZA-Reform ausgelöste Zuwanderung die Preise für Einfamilienhäuser und selbstgenutzte Wohnungen erheblich in die Höhe getrieben hat. Vor der Reform hatte die Zuwanderung keinen Einfluss auf die Immobilienpreise. Schätzungen auf der Grundlage kantonaler Daten für die Jahre 1998–2016 deuten darauf hin, dass die Zuwanderung die Mietpreise sogar noch stärker erhöht hat als die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum.
Link zur Studie: https://link.springer.com/article/10.1186/s41937-023-00110-1
Links zu den Presseartikeln:
https://www.tagesanzeiger.ch/10-millionen-initiative-wie-zuwanderung-mieten-hochtreibt-583868302907
https://www.republik.ch/2026/05/18/eine-initiative-will-die-schweiz-schuetzen-aber-wovor-eigentlich
