Rassismus und rassistische Diskriminierung
Unser Engagement
Die Universität Freiburg setzt sich für ein respektvolles und inklusives akademisches Umfeld ein, das Chancengleichheit und Vielfalt gewährleistet.
Sie ergreift Massnahmen, um Diskriminierungen aufgrund der Herkunft, Sprache, Religion oder anderer geschützter Merkmale vorzubeugen, und fördert eine offene und diversitätssensible Universitätskultur.
Einige Definitionen
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Rassismus
Rassismus bezeichnet eine Ideologie und/oder Praxis, die Menschen aufgrund ihrer Physiognomie und/oder ihrer tatsächlichen oder zugeschriebenen ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit einteilt und hierarchisiert. Menschen werden nicht als Individuen behandelt, sondern als Mitglieder pseudo-natürlicher Gruppen («Rassen»). Als solche werden ihnen kollektive und unveränderbare minderwertige moralische, kulturelle oder intellektuelle Eigenschaften zugeschrieben.
Dies beinhaltet auch die nicht zwingend ideologisch fundierte oft unabsichtliche oder sogar unbewusste Hierarchisierung von Menschen und Bevölkerungsgruppen, welche gesellschaftliche Strukturen, Institutionen und Dynamiken prägt und zu Machtverhältnissen, Ausgrenzungen und Privilegien führt oder diese aufrechterhält.
Rassismus lässt sich nicht allein auf (böswilliges) Handeln Einzelner zurückführen, sondern wird historisch, sozial und kulturell vermittelt und ist in den gesellschaftlichen Strukturen verankert (siehe struktureller Rassismus). Rassismus ist folglich ein gesamtgesellschaftliches Problem, welches als solches angegangen werden muss.
(Quelle: Fachstelle für Rassismusbekämpfung)
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Rassifizierung
Rassifizierung umschreibt den Prozess der Zuschreibung und Verankerung von Unterschieden aufgrund rassistischer Vorstellungen. Menschen und Bevölkerungsgruppen werden demnach aufgrund tatsächlicher oder vermeintlicher körperlicher, sozialer oder geistiger Merkmale kategorisiert, stereotypisiert und hierarchisiert. Der Begriff «Rassifizierung» wird verwendet, um die soziale Konstruktion von «Rasse» zu unterstreichen.
Rassismus und Rassifizierung lassen sich nicht voneinander trennen, weil mit der Rassifizierung die Verteilung von Macht und damit die Ausübung von Herrschaft einhergeht. Die Rassifizierung dient in diesem Sinn der Legitimation unbewusster oder bewusster rassistischer Handlungen.
(Quelle: Fachstelle für Rassismusbekämpfung)
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Rassistische Diskriminierung
Rassistische Diskriminierung bezeichnet jede Handlung oder Praxis, die Menschen aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener physiognomischer Merkmale, ethnischer Herkunft, kultureller Eigenschaften und/oder religiöser Zugehörigkeit ungerechtfertigt benachteiligt, demütigt, bedroht oder an Leib und Leben gefährdet.
Rassistische Diskriminierung muss nicht zwingend ideologisch begründet sein.
(Quelle: Fachstelle für Rassismusbekämpfung)
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Struktureller Rassismus
Struktureller Rassismus bezeichnet eine gesellschaftlich verankerte Benachteiligung oder Ausgrenzung rassifizierter Gruppen. Er zeigt sich in Werten, Handlungen und Normvorstellungen, die historisch gewachsen sind. Oft wird dies in der öffentlichen Wahrnehmung als «normal» hingenommen oder kaum hinterfragt, und prägt auch Gesellschaft, Institutionen oder Unternehmen. Struktureller Rassismus führt tendenziell zur Vervielfältigung von bestehenden Ungleichheiten.
Den Gegenpol dazu bildet die strukturelle Privilegierung: führende gesellschaftliche Gruppen und Schichten sind sich ihrer Privilegien nicht bewusst und betrachten diese als «natürlich» gegeben (im US-amerikanischen Diskurs: White Privilege).
Mit strukturellem Rassismus können weitergehend auch durch Tradition, Sozialisation und Erziehung geprägte Welt- und Menschenbilder bezeichnet werden, die weitgehend unbewusst Werte, Einstellungen und Handlungen prägen. Solche impliziten Wertvorstellungen (implicit bias) sind tiefsitzend, sie können nicht allein durch punktuelle, personenbezogene Massnahmen verändert werden, sondern erfordern eine kontinuierliche Hinterfragung von gesellschaftlichen Strukturen, damit mögliche Diskriminierungen erkannt und angegangen werden können.
(Quelle: Fachstelle für Rassismusbekämpfung)
Unsere Aktivitäten
- 17. März 2026: Im Rahmen der Woche gegen Rassismus, Podiumsdiskussion (auf Französisch) „Antimuslimischer Rassismus und Körper: Welche Erfahrungen, welche Vorstellungen?“
- 24. März 2026: Im Rahmen der Woche gegen Rassismus und in Zusammenarbeit mit dem Filmclub: Vorführung des Dokumentarfilms „Je suis noires“ und Gespräch mit der Regisseurin Rachel M'Bon
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Datum wird noch festgelegt: Historische Rundgänge „Auf den Spuren des Kolonialismus…“. In Zusammenarbeit mit der Anny-Klawa-Morf-Stiftung erkunden diese Führungen die koloniale Vergangenheit der Stadt und des Kantons Freiburg
Opfer von Diskriminierung?
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inforacisme.ch
reportonlineracism.ch
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Unsere Aktivitäten 2025
16. und 23. Juni sowie 8. und 29. September 2025 : Historische Rundgänge „Auf den Spuren des Kolonialismus…“. In Zusammenarbeit mit der Anny-Klawa-Morf-Stiftung erkunden diese Führungen die koloniale Vergangenheit der Stadt und des Kantons Freiburg.
