Olga Pinchuk

Postdoktorandin (SNF / SNSF) PhD in Soziologie (Higher School of Economics – HSE University)

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 olga.pinchuk@unifr.ch
 +41 26 300 7759
 https://orcid.org/0000-0002-6403-9671

Forschung zur russischen Gesellschaft der Gegenwart und zu Mustern sozialen Wandels im Kontext politischer und wirtschaftlicher Transformationen. Analyse, wie unterschiedliche soziale Gruppen mit Unsicherheit umgehen, ihre Alltagspraktiken neu organisieren und Formen von Solidarität entwickeln oder begrenzen. Arbeiten zu Arbeit, Arbeitsplatz und ethnographischen Methoden, insbesondere teilnehmender Beobachtung, mit Fokus auf arbeitsbezogene Solidaritäten, kollektive Praktiken und sich verändernde Formen sozialer Unterstützung im spät-sowjetischen und postsowjetischen Russland.

Biografie

Olga Pinchuk kam im Januar 2026 als Postdoktorandin an die Universität Freiburg, gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF / SNSF) am Departement für Europastudien und Slavistik. Sie hat einen PhD in Soziologie von der Higher School of Economics (HSE University) in Moskau, wo sie ihre Dissertation im Jahr 2025 verteidigte.

Ihre aktuelle Forschung untersucht die russische Gesellschaft der Gegenwart sowie Muster sozialen Wandels im Kontext grundlegender politischer und wirtschaftlicher Transformationen. Insbesondere analysiert sie, wie verschiedene soziale Gruppen mit Unsicherheit umgehen, ihre Alltagspraktiken neu organisieren und Formen von Solidarität unter sich wandelnden institutionellen Bedingungen entwickeln oder begrenzen. Innerhalb dieses breiteren Forschungsprogramms konzentriert sie sich auf kollektive Praktiken und sich verändernde Grenzen sozialer Unterstützung und widmet dabei arbeitsbezogenen Solidaritäten und Formen kollektiven Engagements besondere Aufmerksamkeit.

Allgemeiner ist Olga Pinchuk Soziologin und Ethnografin. Ihre Forschung konzentriert sich auf Arbeit, den Arbeitsplatz und qualitative Methodologie, mit besonderem Augenmerk auf teilnehmende Beobachtung und die Produktion ethnographischen Wissens. Ihre Arbeit basiert auf langfristiger immersiver Feldforschung und Archivarbeit, mit besonderem Fokus auf industrielle Arbeit und Arbeitsbedingungen im spät-sowjetischen und postsowjetischen Russland. Sie hat umfangreiche ethnographische Feldforschung in Fabriken durchgeführt, darunter eine einjährige Studie als Arbeiterin in einer Süßwarenfabrik nahe Moskau, aus der die ethnographische Monographie Failures and Breakdowns: An Ethnographic Study of Factory Workers’ Labor (2021, auf Russisch) hervorging.

Neben ihrer individuellen Forschung war Olga Pinchuk an mehreren kollaborativen Projekten zu Arbeit, Temporalität und sozialem Wandel in sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaften beteiligt, die unter anderem von der Volkswagen Foundation, der Heinrich Böll Foundation und dem Alameda Institute gefördert wurden.