Medical Humanities

Die Medical Humanities an der Universität Freiburg vertreten einen transdisziplinären Ansatz, der zu einem besseren Verständnis der Medizin beitragen soll. Aus der Perspektive der Geistes- und Sozialwissenschaften erscheint Medizin als komplexes Zeichensystem einerseits, als wissenschaftliche, soziale und kommunikative Praxis andererseits, die in multiple Kontexte eingebettet ist und nur aus diesen heraus verständlich wird.

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Unsere Lehre richtet sich an Medizinstudierende, ist ein verpflichtender Bestandteil ihres Studiums und zielt auf die Medizin der Gegenwart. Sie soll unter der Optik ihrer eigenen Kultur-, Ideen- und Mediengeschichte, ferner ihrer Akteure, Rollen, diskursiven Spielregeln und Handlungsräume beleuchtete und besser verstanden werden. Das Programm orientiert sich demnach am Prinzip der angewandten Geistes- und Sozialwissenschaften, die einem ihnen selbst äusserlichen Ziel dienen.

Unsere Forschung ist historisch und texttheoretisch ausgerichtet und an der Schnittstelle der beiden, am Lehrstuhl vertretenen Disziplinen angesiedelt: germanistische Literaturwissenschaft und Medizingeschichte. Das Interesse gilt dem historischen Gewordensein der Medizin und der Lebenswissenschaften, ihren Medien, Gattungen, Praktiken und Symbolsystemen, und zwar vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Andersherum verfolgen wir kultur- und literaturgeschichtlichen Fragestellungen unter den Bedingungen einer zunehmenden Medikalisierung und Verwissenschaftlichung.