Dies acacemicusPublikationsdatum 30.09.2026
Susanne Brunner erhält Ehrendoktorwürde der Fakultät
Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg verleiht der Schweizer Journalistin Susanne Brunner am Dies academicus vom 16. November 2026 das Ehrendoktorat honoris causa. Mit der Auszeichnung würdigt die Fakultät ihr jahrzehntelanges Engagement für einen professionellen, engagierten und mutigen Radiojournalismus sowie ihren besonderen Beitrag zur Verwirklichung der Meinungsäusserungs- und Medienfreiheit.
Seit bald vier Jahrzehnten steht Susanne Brunner für einen Journalismus, der politische und gesellschaftliche Entwicklungen mit Sachverstand, Differenzierungsvermögen und grosser Nähe zu den Menschen vor Ort beleuchtet. Von Ende 2022 bis 30. September 2026 leitete sie die Auslandredaktion von Radio SRF und koordinierte die weltweite Auslandberichterstattung sowie das globale Korrespondentennetz. Sie berichtet weiterhin über Israel und Palästina.
Die Fakultät würdigt insbesondere Brunners ausserordentliche Beiträge zur konkreten Umsetzung der in der Bundesverfassung und im Völkerrecht anerkannten Meinungsäusserungs- und Medienfreiheit. In ihrer Arbeit verbindet sie politische und rechtliche Fragen mit historischen und kulturellen Zusammenhängen. Ihre Reportagen aus verschiedenen Regionen der Welt tragen dazu bei, komplexe gesellschaftliche Realitäten sichtbar zu machen und die Voraussetzungen für einen informierten öffentlichen Diskurs zu stärken.
Damit verkörpert Brunners journalistisches Wirken auch die Verantwortung, die mit der Ausübung der Medien- und Meinungsfreiheit verbunden ist. Die Fakultät versteht ihr Engagement als beispielhafte Antwort auf das «Böckenförde-Diktum», wonach der freiheitliche, säkularisierte Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann. Unabhängiger und verantwortungsvoller Journalismus leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung dieser Voraussetzungen.
Susanne Brunner wurde 1964 in Wetzikon geboren und wuchs unter anderem in Kanada, Schottland und Deutschland auf. Nach ihrer Matura am Collège Sainte-Croix in Freiburg studierte sie Journalismus in Ottawa. Ihre journalistische Laufbahn begann beim damaligen DRS 3. Später arbeitete sie unter anderem für «10vor10», war Radio-Korrespondentin in San Francisco und in der Westschweiz und moderierte von 2006 bis 2018 das «Tagesgespräch». 2018 übernahm sie die Korrespondentenstelle für den Nahen Osten mit Sitz in Amman. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet; 2024 wurde sie vom Branchenmagazin «Schweizer Journalist:in» zur «Journalistin des Jahres» gewählt.
Mit der Ehrendoktorwürde würdigt die Fakultät schliesslich auch Brunners enge Verbundenheit mit Freiburg. Seit ihrer Gymnasialzeit pflegt sie Beziehungen zum Kanton und zur Universität. 2025 nahm sie an «Recht im Film» teil und diskutierte mit Studierenden über den Film «No Other Land». Die Begegnung steht beispielhaft für den Dialog zwischen Journalismus, Recht und Gesellschaft, den die Fakultät mit der Ehrung von Susanne Brunner hervorhebt.
