Künstliche Intelligenz im Dienste der Universität Freiburg

Die Universität Freiburg erkennt das grosse Potenzial künstlicher Intelligenz (KI) für ihre akademischen und administrativen Tätigkeiten. Wie andere führende Schweizer Hochschulen fördert sie einen verantwortungsvollen und reflektierten Einsatz von KI in Forschung, Lehre und Verwaltung.

 

Hintergrund und Herausforderungen

Die gemeinsam mit der HES-SO durchgeführte EduKIA-Umfrage an der über 1000 Lehrende und Studierende teilgenommen haben, zeigt zentrale Anliegen innerhalb der Universitätsgemeinschaft auf. Im Fokus stehen insbesondere Fragen der akademischen Integrität, etwa der mögliche Verlust von Kompetenzen in der kritischen Analyse sowie Risiken im Zusammenhang mit Plagiaten, ebenso wie die Qualität und Verlässlichkeit generierter Inhalte. Auch der Schutz personenbezogener Daten und die ökologischen Auswirkungen von KI werden als relevante Themen genannt.

Zugleich weist die Umfrage auf einen Klärungsbedarf bei den geltenden Nutzungsregeln hin. Zudem wird ein Mangel an Transparenz bezüglich bestehender Angebote deutlich, während gleichzeitig ein ausgeprägtes Interesse an Weiterbildungen im Bereich KI besteht.

 

Die KI-Arbeitsgruppe: Koordination und Unterstützung

Vor diesem Hintergrund hat die Universität Freiburg (Unifr) eine Task Force eingerichtet: die «KI-Arbeitsgruppe». Ihr Mandat umfasst die Bereiche Lehre, Forschung und Verwaltung.

Die Arbeitsgruppe übernimmt eine koordinierende und unterstützende Rolle. Sie erfasst und bündelt bestehende Praktiken in Fakultäten, Departementen und zentralen Diensten und fördert deren Vernetzung. Darüber hinaus fungiert sie als zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um KI und begleitet den Kompetenzaufbau innerhalb der Universitätsgemeinschaft im Hinblick auf einen verantwortungsvollen Einsatz dieser Technologien. Dabei sensibilisiert sie zugleich für ethische und ökologische Fragestellungen. Ausserdem vertritt sie die Universität im Austausch mit anderen Schweizer Institutionen.

Mitglieder

Bernard Ries, Vizerektor Digitalisierung
Christiane Caneva, Leiterin DidaNum, Referentin für den Bereich Lehre
Virginie Cavalli, Datenschutzbeauftragte, Referentin für den Bereich Datenmanagement
Katja Wirth, Leiterin SPR, Referentin für den Bereich Forschung
Stéphane Recrosio, IT-Direktor, Referent für den Bereich Verwaltungsdienste
Pete Jacobsson, Koordinator

Handlungsbereiche

  • Administration

    Die KI-Arbeitsgruppe unterstützt das Verwaltungspersonal der Unifr bei der Einführung einer verantwortungsvollen und regelkonformen Nutzung von generativen KI-Tools. In Übereinstimmung mit der vom Staatsrat am 18. November 2024 verabschiedeten kantonalen Richtlinie wird der Einsatz solcher Tools – wie Microsoft Copilot, DeepL oder DALL·E – für Aufgaben wie das Verfassen von Zusammenfassungen, Brainstorming oder Übersetzungen empfohlen. Alle Personen, die diese Tools nutzen, bleiben für die erzeugten Ergebnisse verantwortlich und müssen darauf achten, keine sensiblen, vertraulichen oder personenbezogenen Daten einzugeben sowie den Einsatz von KI transparent offenzulegen.

  • Forschung

    Generative KI bietet vielversprechende Möglichkeiten, um die akademische Forschung an der Unifr zu beschleunigen und zu bereichern, insbesondere bei Literaturübersichten, Datenanalysen und wissenschaftlichem Schreiben. Die Universität fördert einen kritischen und ethischen Umgang mit diesen Tools und achtet dabei auf die Einhaltung von Urheberrechten, auf Transparenz in Publikationen und auf die Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Spezifische Ressourcen und Unterstützungsangebote für die Forschung werden derzeit von der KI-Arbeitsgruppe entwickelt, in Abstimmung mit neuen Praktiken in den Fakultäten und Partnerinstitutionen.

  • Lehre

    Die Unifr hat bereits 2023 allgemeine Grundsätze und Empfehlungen zur Nutzung von generativer KI in der Lehre verabschiedet. Diese Richtlinien schaffen einen gemeinsamen Rahmen und lassen den Fakultäten und Departementen gleichzeitig Spielraum, die Regeln an ihre pädagogischen Besonderheiten anzupassen. Ein besonderer Fokus liegt auf Transparenz: Jede Nutzung von KI in akademischen Arbeiten muss von Studierenden und Lehrenden offengelegt werden, andernfalls gilt dies als Verstoss gegen die akademische Integrität.

  • Datenschutz

    Dieser Abschnitt wird derzeit vom Datenschutzbeauftragten (DSB) überarbeitet, um den Entwicklungen und Gegebenheiten beim Einsatz von KI im universitären Kontext Rechnung zu tragen. Bis zur Veröffentlichung dieser aktualisierten Empfehlung befolgen Sie bitte die nachstehenden Richtlinien, wenn Sie KI-Tools nutzen. 

    Der Einsatz von KI-Tools an der Unifr unterliegt den eidgenössischen und kantonalen Datenschutzgesetzen (DSG und DSchG) sowie der entsprechenden kantonalen Richtlinie. Die IT-Leitung stellt sicher, dass die der Universitätsgemeinschaft zur Verfügung gestellten Dienste, wie beispielsweise Microsoft Copilot Chat, gewährleisten, dass die eingegebenen Daten nicht zum Trainieren kommerzieller Modelle verwendet werden. Aus diesem Grund werden bestimmte Tools wie Microsoft 365 Copilot nicht zur Verfügung gestellt, da ihre Datenverarbeitungsrichtlinien Risiken für den Schutz personenbezogener Daten nicht ausreichend ausschliessen können.

     

    Allgemeine Einschränkungen

    • Es dürfen keine sensiblen Daten hochgeladen werden, unabhängig davon, ob es sich um sensible Personendaten im Sinne der Datenschutzgesetzgebung handelt, d. h.: Daten über religiöse, philosophische, politische oder gewerkschaftliche Ansichten oder Aktivitäten, über die Gesundheit, die Intimsphäre oder die rassische oder ethnische Herkunft, genetische Daten, biometrische Daten, die eine natürliche Person eindeutig identifizieren, Daten über strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Verfahren oder Sanktionen, Daten über Sozialhilfemassnahmen ODER sensible Daten für die UNIFR (insbesondere Sitzungsprotokolle oder E-Mails zu vertraulichen Fragen im Zusammenhang mit Projekten oder geäusserten Äusserungen).
    • Keine Dokumente oder Daten hochladen, die Personennamen enthalten; es dürfen daher nur anonymisierte Daten hochgeladen werden.
    • Keine vertraulichen Dokumente oder Daten hochladen (z. B. aufgrund vertraglicher Verpflichtungen oder anderer Verpflichtungen wie z. B. im Personalwesen) oder solche, die einer Geheimhaltungspflicht unterliegen (z. B. dienstliche oder ärztliche Geheimhaltung).
    • Keine Dokumente oder Daten hochladen, deren Exklusivität gewahrt bleiben soll. Beispiel: noch nicht veröffentlichte wissenschaftliche Publikationen.

     

    Empfehlung an das Personal der Universität

    • Verwenden Sie für berufliche Aufgaben ausschliesslich den institutionellen Microsoft Copilot Chat-Dienst.
    • Es ist strengstens untersagt, andere externe KI-Tools (z. B. ChatGPT, Gemini, Claude usw.) in Verbindung mit folgenden Daten zu nutzen:
      • Personendaten,
      • sensible Daten,
      • interne/vertrauliche Dokumente,
      • HR-Daten,
      • unveröffentlichte Forschungsdaten.
    • Die oben genannten Verbote stützen sich auf die Bundes- und Kantonsgesetzgebung und gelten in gleicher Weise, wenn diese externen Tools von der Universität finanziert wurden.
    • Eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) ist für jedes interne KI-Projekt obligatorisch, das personenbezogene oder anderweitig sensible Daten verarbeitet.

     

    Empfehlung an die Studierenden

    • Zulässige Nutzung als Lernhilfe, unter folgenden Voraussetzungen:
      • Verbot der Eingabe von Personendaten Dritter.
      • Pflicht zur Angabe der KI-Nutzung in den Arbeiten.
      • Obligatorische Plagiatsprüfung.
      • Verbot der Weitergabe sensibler oder nicht anonymisierter Daten.

     

    Wenn Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an dpo@unifr.ch.

  • Nachhaltigkeit

    Wir sind uns der mit der künstlichen Intelligenz verbundenen Umweltkosten bewusst, sei es hinsichtlich des Energieverbrauchs, des Wasserverbrauchs, des ökologischen Fussabdrucks von Rechenzentren oder der Auswirkungen, die sich aus den Anforderungen der KI-Lieferkette ergeben. 

    Hier finden Sie detailliertere Informationen sowie alle aktuellen Empfehlungen zu den Auswirkungen der KI auf die Nachhaltigkeit.

Weiterbildung

Die Unifr bietet über den Dienst DIDANUM sowie über die Dienststelle für Weiterbildung ein Schulungsangebot zu generativer KI an, das sich sowohl an Studierende wie auch an das Lehr- und Verwaltungspersonal richtet. Ziel dieser Angebote ist es, Kompetenzen in der KI-Literacy zu fördern: Funktionen und Grenzen der Tools verstehen, effektive Prompts formulieren oder auch generierte Inhalte korrekt in akademische Arbeiten integrieren. Überdies werden die Teilnehmenden für ethische und ökologische Fragen sensibilisiert. Auch die Hochschule für Wirtschaft (HEG-FR) bietet eine Grund- und eine weiterführende Ausbildung für alle Mitarbeitenden des Staates Freiburg an.

Support & Kontakt

  celluleia@unifr.ch