Gesellschaftliche RisikenPublikationsdatum 07.09.2026

Universität Freiburg trägt zu nationalen Netzwerk im Bereich Desinformation bei


Die Universität Freiburg ist in der Gruppe «Desinformation» des neuen Nationalen Netzwerks für wissenschaftliche Beratung mehrfach vertreten. Anna Jobin, Assistenzprofessorin am Institut Human-IST, ist Mitglied des Steuerungskomitees und übernimmt die gemeinsame Leitung des Clusters. Vier weitere Forschende der Universität tragen als Mitglieder ebenfalls mit ihrer Expertise bei.

Das Nationale Netzwerk für wissenschaftliche Beratung stellt Behörden auf Bundes- und Kantonsebene unabhängige und interdisziplinäre wissenschaftliche Expertise zur Verfügung. Es soll Erkenntnisse aus der Forschung für Prävention und Bewältigung möglicher Krisen aufbereiten und evidenzbasierte Grundlagen für Entscheidungen zur Verfügung stellen.

Das Netzwerk ist entlang thematischer Gruppen, sogenannter Cluster, organisiert. Jener zum Thema «Desinformation» befasst sich mit gesellschaftlichen und politischen Risiken, die durch gezielte Falschinformationen und manipulative Informationskampagnen entstehen können. Das Ziel ist die Bündelung von Fachwissen aus unterschiedlichen Disziplinen zur Erkennung, Prävention und Eindämmung von Desinformationskrisen.

Fünf Forschende der Universität Freiburg
Prof. Anna Jobin übernimmt zusammen mit Prof. Mark Eisenegger (Universität Zürich) die Co-Leitung. Zum fünfköpfigen Steuerungskomitee gehören auch Prof. Mena El-Assadi (ETH Zürich), Prof. Karsten Donnay (Universität Zürich) und Prof. Pierre Vandergheynst (EPF Lausanne). «Desinformation ist nicht einfach ein Kommunikationsproblem, denn es geht auch um demokratische Prozesse und den gesellschaftlichen Zusammenhalt», sagt Anna Jobin. «Der Cluster bringt wissenschaftliche Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen zusammen, damit gesellschaftliche Risiken aufgrund von Desinformation richtig eingeschätzt werden können und die Politik für mögliche Massnahmen auf eine fundierte Wissensbasis zurückgreifen kann.»

Mit Prof. Sina Blassnig, Dr. Mark Drenhaus, Prof. Manuel Puppis, und Prof. Tobias Rohrbach wirken vier weitere Forschende der Universität Freiburg im Cluster «Desinformation» mit. Rektorin Katharina Fromm würdigt die Beteiligung der Universität Freiburg: «Komplexe Krisen verlangen nach der fundierten, unabhängigen Expertise, die in der Wissenschaft zu finden ist. Dass mehrere Forschende unserer Universität in diesem nationalen Netzwerk mitwirken, unterstreicht die fachliche Breite der Universität Freiburg und die Bedeutung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Verwaltung.»

Über das Netzwerk
Die Gründung eines interdisziplinären Netzwerks als Grundlage für die Berufung von Ad-hoc-Gremien in Krisenfällen von wurde vom Bundesrat am 23. November 2022 beschlossen. Der Umsetzungsvorschlag in Form des heutigen Nationalen Netzwerks für wissenschaftliche Beratung wurde am 8. Dezember 2023 gutgeheissen. Er umfasst eine Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen der Bundesverwaltung und den Institutionen des BFI-Bereichs (Akademien der Wissenschaften Schweiz, swissuniversities, ETH-Rat, Schweizerischer Nationalfonds, Schweizerischer Wissenschaftsrat und Innosuisse). Bereits vor einer Krise werden thematische Cluster aufgebaut, um relevante wissenschaftliche Expertise rasch mobilisieren zu können und den Austausch kontinuierlich zu stärken.