Zusammenspiel von Sprachnorm und Sprachgebrauch in der jüngeren Sprachgeschichte des Deutschen
Dieses vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanzierte Projekt untersucht, inwiefern Sprachnormen Einflüsse auf den tatsächlichen Sprachgebrauch haben. Der Fokus liegt dabei auf der jüngeren Sprachgeschichte des Deutschen, in der die Standardisierung des Deutschen zum Abschluss kam. Unklar ist bislang, wie und wie schnell sprachliche Normen bei einzelnen Personen und auch in der Sprachgemeinschaft aufgenommen werden, da der Fokus der Forschung meist auf der Entstehung und den Charakteristika von Sprachnormen und nicht auf deren Umsetzung im Sprachgebrauch lag.
Laufzeit: 01.10.2026 – 30.09.2030
Ziele des Projekts
Das Vorhaben gliedert sich in drei Teile. Diese sind durch die übergeordnete Frage zum Zusammenspiel von Sprachnorm und Sprachgebrauch verknüpft:
- Teilprojekt 1 rekonstruiert anhand historischer Zeitungen und Zeitschriften den öffentlichen Diskurs zur orthographischen Kodifizierung des Deutschen um 1900 und untersucht deren Umsetzung im Sprachgebrauch dieser Texte selbst, sowohl diachron, regional als auch bezüglich unterschiedlicher Textsorten.
- Teilprojekt 2 untersucht Einflüsse der orthographischen Kodifizierung auf den individuellen Sprachgebrauch von einer großen Bandbreite an Personen wie Thomas Mann, Else Lasker-Schüler und Robert Walser. Im Sinne einer Sprachgeschichte ‚von unten‘ wird ein zweiter Fokus auf den Sprachgebrauch der allgemeinen Bevölkerung gelegt, wofür die in den letzten Jahren erschlossenen historischen Patienten- und Auswandererbriefe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts herangezogen werden.
- Teilprojekt 3 analysiert schließlich schriftliche Selbstkorrekturen in historischen Texten. Diese offenbaren das Schwanken zwischen mehreren Gebrauchsnormen im individuellen Sprachgebrauch besonders deutlich.
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Personen
Leitung:
Mitarbeitende:
Hilfskräfte:
- Florence Bühler
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Qualifikationsarbeiten
- Sarah Decker: Dissertation
- Rosemarie Schenk: Dissertation
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Vorträge
- Schiegg, Markus (zus. mit Konstantin Niehaus) (2026): Panel: Historical Newspaper Corpora: Challenges and Potentials for Historical Sociolinguistics. 15th Historical Sociolinguistics Network Conference, 28.–30.09.2026, Universität Salzburg.
- Schiegg, Markus (2025): Self Corrections as Indicators of Linguistic Flexibility. 14th Historical Sociolinguistics Network Conference: HiSoN 20 Years on: Past, Present, Future, 21.–23.05.2025, University of Bristol.
- Schiegg, Markus (2024): Diffusion von Normenwandel bei Individuen: Die orthographische Kodifizierung von 1901 im Sprachgebrauch. Sprachhistorisches Kolloquium, Humboldt-Universität zu Berlin.
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Publikationen
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Projektpartner
- Prof. Dr. Julia Büttner-Kunert, Professur für Logopädie, Dept. für Sonderpädagogik, Universität Freiburg/Fribourg
- Prof. Dr. Stephan Elspaß, Fachbereich Germanistik, Universität Salzburg
- Ap. Prof. Dr. Konstantin Niehaus, Fachbereich Germanistik, Universität Salzburg
