FIFFPublikationsdatum 16.02.2026

Der erste Fribourg Cinema Award geht an Kaouther Ben Hania


Kaouther Ben Hania geht, deren bewegender Film The Voice of Hind Rajab für den Oscar nominiert ist. Mit dem Fribourg Cinema Award wird eine Persönlichkeit ausgezeichnet, welche die Welt mit ihrem Filmschaffen auf herausragende Weise bereichert. Die allererste Preisträgerin präsentiert beim 40. FIFF (20. – 29. März 2026) eine Carte blanche und erhält ein Universitätsdiplom, eine einzigartige Auszeichnung in der Festivalwelt. Das komplette Programm gibt es ab dem 4. März auf fiff.ch.

Für die 40. Ausgabe des FIFF sind das Festival und die Universität Freiburg noch etwas näher zusammengerückt: Ihr ehrgeiziges Projekt – der Fribourg Cinema Award – verbindet Kultur und Wissen, Kunst und Forschung, Emotionen und kritisches Denken. Mit diesem Preis wird ein bedeutender Beitrag einer Persönlichkeit aus dem Bereich des Films zum internationalen Kunstschaffen gewürdigt und die Rolle des Films als Instrument des interkulturellen Dialogs und der Verteidigung der Menschenwürde betont. Laut Katharina Fromm, Rektorin der Universität Freiburg, eine Zusammenarbeit, die Sinn ergibt: «Wissenschaft und Kunst haben viele Gemeinsamkeiten: Sie sind beide kreativ, experimentierfreudig und leisten Grundlagenarbeit im Labor oder Atelier, sie präsentieren ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit und stellen sich der Kritik. Die Partnerschaft zwischen dem FIFF und der Universität Freiburg ist daher nur logisch. Die Auszeichnung einer herausragenden künstlerischen Arbeit schien uns eine schöne Möglichkeit, diesen gemeinsamen Prozess zu würdigen.» 
Der Fribourg Cinema Award ist zugleich eine künstlerische und akademische Auszeichnung, die sich von vergleichbaren Preisen anderer internationaler Festivals insofern unterscheidet, als der ersten Preisträgerin Kaouther Ben Hania ein Universitätsdiplom verliehen wird. Dieser einzigartige Preis würdigt ihre besondere Fähigkeit, einen Kampf oder eine Tragödie mit einer meisterhaften Beherrschung der Filmsprache auf die Leinwand zu bringen, aber auch ihr kontinuierliches Engagement für Toleranz, sozialen Zusammenhalt, Menschenrechte und das kollektive Gedächtnis.

Einstimmige Vergabe
Die tunesische Regisseurin wurde einstimmig von einer interdisziplinären Jury ausgewählt, die sich aus dem künstlerischen Team des FIFF, Katharina Fromm und Vertreterinnen und Vertretern mehrerer Fakultäten zusammensetzte: Gregor Emmenegger (Theologische Fakultät), Mark Drenhaus (Human Centered Interaction Science and Technology), Emmanuel Alloa und Muriel Surdez (Philosophische Fakultät).
«Für uns war es wichtig, dass dieser Preis nicht eine vergangene oder beendete Karriere würdigt, sondern jemanden, der sich auf dem Höhepunkt seines Schaffens befindet», erklärt Thierry Jobin, künstlerischer Leiter des FIFF. «Kaouther Ben Hania ist eine der inspiriertesten und inspirierendsten Figuren des zeitgenössischen Kinos, sowohl in Tunesien als auch international.» Sie ist übrigens zum dritten Mal für den Oscar nominiert, dieses Jahr für den besten internationalen Film mit The Voice of Hind Rajab (2025), der am FIFF in der Sektion Unsere Favoriten gezeigt wird. In ihren hybriden Werken zwischen Dokumentation und Fiktion, die die üblichen Grenzen von Ethik und Gewissen sprengen, behandelt sie Fakten und Themen, die die Gesellschaft spalten.

Eine Carte blanche für Kaouther Ben Hania
Das FIFF blickt auf eine lange Geschichte des Vertrauens und der Freundschaft mit Kaouther Ben Hania zurück: Im Jahr 2018 war sie Mitglied der internationalen Jury und mehrere ihrer Filme wurden in den vergangenen zehn Jahren in der offiziellen Auswahl gezeigt. An der 40. Ausgabe präsentiert sie in der Sektion Fribourg Cinema Award fünf ihrer Lieblingsfilme, die ihrer eigenen filmischen Praxis nahestehen und den organischen Übergang zwischen Realität und Fiktion erforschen. Dies gilt insbesondere für Close-Up (1990), einen der einflussreichsten Filme des zeitgenössischen Filmschaffens, in dem der iranische Regisseur Abbas Kiarostami einen realen Prozess nachstellt, indem er den Angeklagten seine eigene Rolle spielen lässt.

Am Freitag, den 27. März, findet am Mittag ein öffentliches Gespräch mit Kaouther Ben Hania an der Universität Freiburg statt. Das Diplom des Fribourg Cinema Award wird der Regisseurin während der Schlussfeier des FIFF am Samstag, den 28. März, im Theater Équilibre übergeben.

Der Preis, der zur internationalen Ausstrahlung Freiburgs beitragen wird, wird von der Burgergemeinde der Stadt Freiburg unterstützt.