WorkshopPublikationsdatum 22.06.2026

Dessiner voir. Kartografierung der Zeichnungen von Kunsthistoriker*innen: Probleme und Lösungen


Am 22. Juni 2026 fand im Rahmen des SNF-Projekts «Dessiner voir. Die Zeichnung als epistemologisches Werkzeug in der Kunstgeschichte» ein Besuch im INHA Paris statt. Die Arbeitssitzung im Odon-Sall diente der Vorbereitung des ersten Workshops, der am 26. und 27. November 2026 im INHA stattfinden wird. Louisa Torres, stellvertretende Abteilungsleiterin für Kulturerbe, und Guy Mayaud, Konservator und zuständig für Archivbestände sowie die Betreuung von Forscher:innen in der Abteilung für Kulturerbe, gewährten uns Einblicke in die umfangreichen Nachlässe von Kunsthistoriker:innen wie Jurgis Baltrušaitis, Henri Focillon, Louis Grodecki, François Lissarague, François-Georges Pariset, Charles Soulier und Nicole Thierry. Der Reichtum dieser Bestände ist beeindruckend. Das Projektteam war begeistert, es aus nächster Nähe betrachten zu können.
Das INHA in Paris ist eines der wenigen Institute, das sich der Kunstgeschichte widmet, Nachlässe von Kunsthistoriker:innen systematisch zugänglich macht und damit einen unschätzbaren Beitrag für die Erforschung der Kunstgeschichte leistet. Nachlässe von Kunsthistoriker*innen sind ansonsten weit verstreut, versplittert oder sie werden gar nicht archiviert. Bemerkenswert ist zudem, dass die Zeichnungen in den meisten Inventaren, kaum erwähnt werden – auch hier stellt der Logozentrismus ein Problem dar. Dieser erste, fotografisch dokumentierte Einblick hat uns ermöglicht, ein Gespür dafür zu bekommen, mit welcher Regelmässigkeit bestimmte Kunsthistoriker :innen sich dem Zeichnen gewidmet haben, sowie für die grosse Vielfalt der grafischen Techniken, auf die sie zurückgegriffen haben. Diese Erkenntnisse werden die Überlegungen unseres nächsten Workshops massgeblich bereichern (weitere Informationen folgen).