Sexuelle Belästigung: Wie ein heikles Thema auf die Bühne kommt

Sexuelle Belästigung: Wie ein heikles Thema auf die Bühne kommt

Die Unifr toleriert keinerlei Angriffe auf die Persönlichkeit und die Würde anderer und garantiert ein Studium- und Arbeitsklima, das alle respektiert. Um die Mitarbeitenden für Themen wie sexuelle Belästigung zu sensibilisieren, veranstaltet die Unifr im November ein interaktives Theater. Ein Gespräch mit Beat Michel, Schauspieler und Moderator beim Forumtheater «KonflikTüren».

Mit der Methode des Forumtheaters werden Konflikte auf der Bühne sichtbar gemacht. Wer am Format teilnimmt, kann auf humorvolle und spielerische Weise neue Wege, Perspektiven und Handlungsspielräume entdecken, um mit schwierigen Situationen umzugehen. Mitarbeitende der Unifr können sich bis zum 16. November 2021 für das Konflikttraining (bilingue auf Deutsch und Französisch) hier anmelden. Beat Michel, Schauspieler und Moderator, hat im Voraus ein paar Fragen zum kommenden Event beantwortet.

Spannende Unterhaltung, die garantiert zur Reflexion anregt, gibt es bei «KonflikTüren».

Sie besuchen die Unifr mit einem ganz besonderen Format. Was genau steckt hinter dem Projekt «KonflikTüren»?
«KonflikTüren» ist eine Forumtheatergruppe und das Forumtheater für uns eine geniale Methode, um schnell und direkt einen Konflikt erlebbar zu machen. Es braucht keine theoretische Einführung, Umschreibung oder Erklärung, um die Menschen einzustimmen bevor man an den Konflikten ‘arbeiten’ kann.

Sind die Ensemble-Mitglieder besonders geschult? Welchen (pädagogischen, Beratungs-) Hintergrund bringen Sie selbst mit?
Im Moment bestehen wir aus vier festen Mitgliedern. Wir alle haben eine schauspielerische Ausbildung und zusätzlichen sozialen, pädagogischen oder therapeutischen Hintergrund. Wir arbeiten jedoch auch mit externen Schauspielenden zusammen (welche ähnliche Ausbildungen und Erfahrungen mitbringen), wenn wir zusätzliche Personen für einen Auftritt brauchen.

Beat Michel

 Thema des interaktiven Theaters wird die sexuelle Belästigung sein. Wie passt ein solch schweres Sujet für die Bühne?
Es ist jedes Mal faszinierend zu erleben, wie schnell sich das Publikum öffnet, nachdem es die Szene zum Thema das erste Mal gesehen hat. Das bedingt jedoch, dass die Menschen, welche im Publikum sitzen, davon auch betroffen sind und bei diesem Thema sind wir meiner Meinung nach alle betroffen. Die Methode Forumtheater funktioniert jedoch nicht, wenn das Publikum den Konflikt nur vom Hörensagen oder der Presse kennt.
Forumtheater macht auch keinen Sinn, wenn der Konflikt auf der Bühne so gross ist, dass er keine Veränderung mehr zulässt.

Die «KonflikTüren» können leider keine Rezepte geben, wie man am besten mit Konflikten umgeht. Es sind die Menschen im Publikum mit ihren Erfahrungen und Ideen, die helfen, mögliche Lösungen sichtbar zu machen! Daher ist jeder Auftritt ein einmaliges Erlebnis.

Wie kann sich dann das Publikum einbringen und in die Szenen eingreifen?
Wir nutzen dazu verschiedene Möglichkeiten, u.a. kann man einen Vorschlag oder eine Idee dem Schauspielenden einflüstern oder ihm vom Publikum aus Anweisungen geben, weiter kann man die Personage neben der Bühne coachen oder man kann sogar selber eine Idee auf der Bühne versuchen umzusetzen.

Was wollen Sie dem Publikum gerne mitgeben? Wann ist eine KonfliktTüren-Aufführung Ihrer Meinung nach erfolgreich? 
Zusammen mit dem Publikum gehen wir auf eine Reise in der wir nachforschen, welche Interventionen zu welchen Veränderungen führen könnten. Eigentlich ist für uns das Ziel in jeder Aufführungen, dass wir «Türen» im Bewusstsein und ev. dann später auch im Verhalten der Menschen, öffnen können. Daher auch unser Name.

Anmeldung «KonfliktTüren»-Training
Sind Sie Mitarbeitende·r der Unifr und möchten am Konflikt-Training teilnehmen? Über dieses Formular können Sie sich bis zum 16. November 2021 anmelden. Die Teilnahme an diesem Workshop gilt als Weiterbildung.

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Author

Lovis A. Hoppmann ist Germanist_in, Philosoph_in und Autor_in, seit 2018 zudem Redaktor_in und Social-Media-Expert_in im Team Unicom. Lovis bezeichnet sich selbst als Textarchitekt_in und verfasst in der Freizeit Romane und Kurzgeschichten.

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