Alte Kirchengeschichte. Geschichte der Alten Kirche (4.-8. Jh.). Hauptvorlesung
UE-TTH.01342

Dozenten-innen: Emmenegger Gregor
Kursus: Bachelor
Art der Unterrichtseinheit: Vorlesung
ECTS: 3
Sprache-n: Deutsch
Semester: FS-2026

Präsenz- und Online-Unterricht

Die Zeit nach der konstantinischen Wende gehört zu den prägendsten Epochen der Christentumsgeschichte. Die neue Beziehung zwischen Kirche und Reich schafft die Voraussetzungen für tiefgreifende institutionelle, liturgische und theologische Entwicklungen: kirchliche Hierarchien stabilisieren sich, neue Formen religiösen Lebens – insbesondere das Mönchtum – entstehen, und die Theologie erlebt eine intensive Phase der Systematisierung.

Gleichzeitig ist diese Epoche von schweren Konflikten geprägt. Theologische Kontroversen um Christologie, Trinität und Kirche sind eng verflochten mit sozialen Spannungen, kulturellen Unterschieden und politischen Machtinteressen. Die Völkerwanderung sowie die arabischen Expansionen des 7. Jahrhunderts führen nicht zu einem abrupten Ende, wohl aber zu tiefgreifenden Transformationen kirchlicher Strukturen und theologischer Selbstverständnisse.

Die Vorlesung führt anhand zentraler Ereignisse, Personen und Konfliktlinien schlaglichtartig in die maßgeblichen Entwicklungen zwischen dem 4. und dem 8. Jahrhundert ein und vermittelt ein differenziertes Bild einer Epoche zwischen Konsolidierung, Krise und Neubeginn.


Lernziele

Nach erfolgreichem Abschluss der Vorlesung sind die Studierenden in der Lage,

1. historisch einzuordnen
die zentralen Ereignisse, Personen und Entwicklungen der Alten Kirche zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert zu benennen und in ihren historischen Zusammenhang einzuordnen;

2. theologisch zu verstehen
die Entstehung zentraler Glaubensbekenntnisse, dogmatischer Positionen und kirchlicher Strukturen zu erklären und deren theologische Tragweite zu beurteilen;

3. Kontexte zu analysieren
soziale, kulturelle und politische Rahmenbedingungen zu analysieren und deren Einfluss auf kirchliche Konflikte und Entwicklungen kritisch zu reflektieren;

4. Quellen kritisch zu lesen
ausgewählte primäre und sekundäre Quellen sachgerecht zu interpretieren und zwischen zeitgenössischer Perspektive und historischer Rekonstruktion zu unterscheiden;

5. Transfer zu leisten
die Relevanz spätantiker und frühmittelalterlicher Auseinandersetzungen für gegenwärtige kirchliche und theologische Fragestellungen reflektiert darzustellen.