Las Casas-Preis

Das Institut für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog (IRD) verleiht in den ungeraden Jahren den Preis Bartolomé de las Casas für Dissertationen oder Habilitationen bzw. gleichwertige monographische Arbeiten.

Bartolomé de Las Casas (1484-1566), Dominikaner und Bischof, von der chilenischen Nobelpreisträgerin für Literatur Gabriela Mistral "eine Ehre für das Menschengeschlecht" genannt, behandelte in vielen Traktaten, Denkschriften und Briefen die Fragen, zu denen die erste Globalisierung im Windschatten der europäischen Expansion Anlass gab. In diesen Schriften, denen man die christliche Kompassion angesichts der Leidensgeschichte der Menschheit anmerkt, verteidigte er die friedliche Evangelisation, die Einheit der Menschheitsfamilie, die Rechte der indianischen Völker sowie die Würde und Logik ihrer Religionen und Kulturen.

Das "Institut für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog" der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg Schweiz steht in der Tradition dieses Erbes.

Las Casas-Preis 2021

Mit dem 6. „Bartolomé de las Casas-Preis“ wurden 2021 Dr. Ramón Darío Valdivia Jiménez und Dr. Katja Voges ex aequo ausgezeichnet

Der Preis, dotiert mit 2’000 EUR, wird vom „Institut für das Studium der Religionen und den interreligiösen Dialog“ (IRD) der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg seit 2011 alle zwei Jahre verliehen, um die Erinnerung an den Dominikaner und Bischof Bartolomé de Las Casas (1484-1566) wachzuhalten. Las Casas, den die chilenische Nobelpreisträgerin für Literatur Gabriela Mistral „eine Ehre für das Menschengeschlecht“ genannt hat, behandelte in vielen Traktaten, Denkschriften und Briefen die missionstheologischen, kulturanthropologischen und ethischen Fragen, zu denen die erste Globalisierung im Windschatten der europäischen Expansion Anlass gab. In diesen Schriften, denen man die christliche Kompassion angesichts der Leidensgeschichte der Menschheit anmerkt, verteidigte er die friedliche Evangelisation, die Einheit der Menschheitsfamilie, die Rechte der indianischen Völker sowie die Würde und Logik ihrer Religionen und Kulturen. Das IRD steht in der Tradition dieses Erbes.

Mit dem Preis werden Monographien (in der Regel Dissertationen oder Habilitationen) in Missionswissenschaft, Religionswissenschaft, Dialog der Religionen, Kontextuelle Theologien oder Friedensethik im Zusammenhang mit der Globalisierungsfragen ausgezeichnet. 2021 hat es 13 hochqualifizierte Bewerbungen aus der ganzen Welt gegeben. Die Jury, bestehend aus den fünf Professoren im Rat des IRD, beschloss diesmal, den Preis an Dr. Ramón Darío Valdivia Jiménez und an Dr. Katja Voges ex aequo zu verleihen. Dr. Valdivia Jiménez hat an der juristischen Fakultät der Universität Sevilla eine ausgezeichnete Dissertation über die „Modernität“ des lascasianischen Denkens im Zusammenhang mit „Gerechtigkeit und Recht“ verfasst. Dr. Voges promovierte an der Theologischen Fakultät Vallendar (D) mit einer ebenso ausgezeichneten Arbeit über Religionsfreiheit im christlich-muslimischen Dialog.

Aufgrund der Pandemiesituation wurde der Las Casas-Preis 2021 im Oktober digital verliehen.

Freiburg, den 17.10.2021
Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Mariano Delgado, Direktor des IRD und Dekan der Theologischen Fakultät

Mitteilung

Preisträger 2019: PD Dr. Dr. Thomas Fornet‐Ponse, für die Habilitationsschrift "Christologie als Konfliktgeschichte"

Preisträgerin 2017 : Dr. Laura Dierksmeier, für die Doktorarbeit "Charity for and by the Poor: Franciscan and Indigenous Confraternities in Mexico, 1526-1700"

Preisträger 2015: Dr. theol. Andreas Rauhut, für die Doktorarbeit "Gemeinsam gegen Armut? Globale Gerechtigkeit im Gespräch zwischen christlicher, afrikanischer und konfzianischer Ethik"

Preisträgerin 2013: Dr. theol. Carmen Márquez Beunza, für die Doktorarbeit "Las iglesias cristianas ante el apartheid en Sudáfrica. Un análisis teológico del documento Kairos"

Preisträger 2011: Dr. theol. Patrick Huser, für die Doktorarbeit "Vernunft und Herrschaft. Die kanonischen Rechtsquellen als Grundlage natur- und völkerrechtlicher Argumentation im zweiten Prinzip des Traktates Principia quaedam des Bartolomé de Las Casas"