Tagung zum 20-jährigen Jubiläum (Wien, 2021) | PRO ORIENTE

Wiener Patristische Tagungen

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts bringen die Wiener Patristischen Tagungen Fachleute für altchristliche Literatur und Theologie aus unterschiedlichen kirchlichen Traditionen und europäischen akademischen Kontexten zusammen. Ihre Besonderheit liegt weniger in der Veranstaltung einzelner Tagungen als vielmehr darin, dass sich im Laufe der Jahre ein gemeinsamer Forschungsraum entwickelt hat: Orthodoxe und katholische Patrologinnen und Patrologen treten über Texte, die zum gemeinsamen Erbe der Kirchen des Ostens und des Westens gehören, in einen Austausch über ihre Methoden und jeweiligen Auslegungstraditionen.
Das Projekt entstand 2001 in Wien zu einer Zeit, als der offizielle theologische Dialog zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche unterbrochen war. Auf Initiative von Kardinal Christoph Schönborn stellte Ysabel de Andia eine Gruppe europäischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die gemeinsam zu den Kirchenvätern arbeiten sollte. Dabei ging es nicht darum, den kirchlichen Dialog durch einen akademischen zu ersetzen, sondern von einem Bereich auszugehen, in dem gemeinsame Forschung tatsächlich möglich war: den Quellen des frühen Christentums.
In den ersten Tagungen nahm die Gruppe allmählich Gestalt an. Die Treffen in Wien 2001 und 2003 sowie in Luxemburg 2005 waren drei zentralen Bereichen der Trinitätstheologie gewidmet: Christus, dem Heiligen Geist sowie Gott als Vater und Schöpfer. Ab 2007 verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Ekklesiologie. Zwei Tagungen behandelten die vier notae Ecclesiae des Glaubensbekenntnisses: zunächst Einheit und Katholizität, anschließend Heiligkeit und Apostolizität.
In den folgenden Jahren wurde das Themenspektrum erheblich erweitert. Die Tagungen beschäftigten sich nacheinander mit Soteriologie, der göttlichen Weisheit, der Vorsehung, dem Menschen als Ebenbild Gottes und der Frage nach der Erbsünde bzw. dem von Adam ererbten sündhaften Zustand. Die jüngsten Tagungen widmeten sich zunächst Nizäa im Vorfeld des 1700-jährigen Jubiläums des Konzils von 325 und anschließend der Eschatologie. Statt einem ein für alle Mal festgelegten theologischen Programm zu folgen, erschließen die Wiener Patristischen Tagungen somit schrittweise zentrale Fragen des christlichen Denkens anhand ihrer Entfaltung in der griechischen, lateinischen und orientalischen Tradition.
Auch der wechselnde Tagungsort ist für das Projekt charakteristisch. Nach Wien traf sich die Gruppe in Luxemburg, Rumänien, Griechenland, Ungarn, Bulgarien, Polen und der Ukraine, bevor sie anlässlich ihres zwanzigjährigen Bestehens nach Wien zurückkehrte und ihre Arbeit anschließend in Kalamata und Olomouc fortsetzte.
Aus den ersten zehn Tagungen ist die Publikationsreihe Wiener Patristische Studien hervorgegangen, die zunächst im Tyrolia Verlag und seit 2026 bei Aschendorff erscheint.
Die wissenschaftliche Leitung der Wiener Patristischen Tagungen lag von 2001 bis 2006 bei Ysabel de Andia und Peter Leander Hofrichter; seit 2006 wird sie von Theresia Hainthaler wahrgenommen.
Der Lehrstuhl für Patristik und Geschichte der Alten Kirche der Universität Freiburg ist eng in die Arbeit der Gruppe eingebunden, insbesondere durch Prof. Dr. Franz Mali, Prof. tit. Dr. Gregor Emmenegger, Dr. Mantė Lenkaitytė Ostermann und Dr. Alexey Morozov. Diese Zusammenarbeit zeigt sich auch in der gemeinsamen Herausgabe der Tagungsbände.
  • XII — Eschatologie

    Olomouc, Tschechische Republik, 14.–19. Oktober 2025

    Die Tagung 2025 war dem Thema Eschatologie gewidmet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen am 14. Oktober in Olomouc ein; das wissenschaftliche Programm begann am folgenden Morgen und dauerte bis zum 19. Oktober.

    Das thematische Spektrum war breit angelegt und umfasste antike Vorstellungen vom Jenseits und ihre christliche Rezeption, das Leben nach dem Tod, Auferstehung und Gericht, Apokatastasis, Endzeit und Antichrist, Unvergänglichkeit, das Verhältnis von Seele und Leib nach dem Tod sowie Fragen nach universalem Heil, Hölle und Paradies. Berücksichtigt wurden die griechische, lateinische und syrische Tradition, mit Studien unter anderem zu Clemens von Alexandrien, Gregor von Nyssa, Gregor von Nazianz, Augustinus, Maximus Confessor, Isaak von Ninive und Johannes Scottus Eriugena.

    Die Veröffentlichung der Tagungsakten ist im Aschendorff Verlag vorgesehen.

  • XI — Nizäa 325–2025

    Kalamata, Griechenland, 19.–24. September 2023

    Die elfte Tagung wurde in Kalamata von der Metropolie von Messenien ausgerichtet und stand im Zeichen des bevorstehenden 1700-jährigen Jubiläums des Konzils von Nizäa.

    Das Programm setzte mehrere thematische Schwerpunkte: den Weg zum Konzil von Nizäa und das Konzil von 325 selbst, die nizänische Theologie, die dabei verwendeten philosophischen Begriffe und insbesondere das homoousios, die Rezeption des nizänischen Glaubensbekenntnisses in der griechischen und lateinischen sowie in der koptischen und slawischen Tradition und schließlich die Bedeutung von Nizäa in den gegenwärtigen ökumenischen Dialogen.

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen am 19. September im Elite City Resort in Kalamata ein; die wissenschaftlichen Sitzungen begannen am 20. September. Das Programm dauerte bis Sonntag, den 24. September, und umfasste unter anderem eine Liturgie in der orthodoxen Kathedrale.

    Die von Theresia Hainthaler, Franz Mali, Gregor Emmenegger und Alexey Morozov vorbereitete Veröffentlichung der Tagungsakten ist für Ende 2026 im Aschendorff Verlag vorgesehen.

  • X — «Erbsünde?»

    Wien, 15.–19. September 2021

    Zwanzig Jahre nach der ersten Tagung kehrte das Kolloquium nach Wien zurück. Es fand im Rahner-Saal des Kardinal-König-Hauses statt, einem Ort, der selbst eng mit der Geschichte des ökumenischen Dialogs von PRO ORIENTE verbunden ist. Die Tagungsakten wurden von Theresia Hainthaler, Franz Mali, Gregor Emmenegger und Alexey Morozov herausgegeben.

    INHERITED SIN? ERBSÜNDE?
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens. Studientagung Wien, 15. – 19. September 2021

    Hainthaler Theresia / Mali, Franz / Emmenegger, Gregor / Morozov, Alexey
    Pro Oriente XLIV; Wiener Patristische Tagungen 10
    Tyrolia: Innsbruck – Vienna 2024
    543 pages, ISBN: 978-7022-4167-4

     

  • IX — Imago Dei

    Lviv, Ukraine, 12.–14. September 2019

    Das neunte Kolloquium war dem Thema des Menschen als Ebenbild Gottes gewidmet. Es fand an der Theologischen Fakultät der Ukrainischen Katholischen Universität sowie im Patriarshyi Dim in Lviv statt.

    An der Tagung nahmen orthodoxe und katholische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zwölf europäischen Ländern teil. Im Rahmen des Kolloquiums wurde zudem die Ukrainian Patristic Society gegründet. Die Tagungsakten wurden von Theresia Hainthaler, Franz Mali, Gregor Emmenegger und Alexey Morozov herausgegeben.

    Imago Dei
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens. Studientagung L´viv, 12.-14. September 2019

    Hainthaler Theresia / Mali, Franz / Emmenegger, Gregor / Morozov, Alexey
    Pro Oriente XLIII; Wiener Patristische Tagungen 9
    Tyrolia: Innsbruck – Vienna 2021
    460 pages, ISBN: 978-3-7022-3881-0

  • VIII — Pronoia. Die Vorsehung Gottes

    Warschau, 30. August–4. September 2017

    Das achte Kolloquium unter dem Titel „Pronoia – The Providence of God in East and West“ fand im Exerzitien- und Bildungshaus Dobre Miejsce des Erzbistums Warschau in der Nähe der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität statt. Die Organisation vor Ort übernahm Tomasz Stępień. In neun Sitzungen präsentierten 26 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dreizehn Ländern ihre Beiträge. Die Tagungsakten wurden von Theresia Hainthaler, Franz Mali, Gregor Emmenegger und Mantė Lenkaitytė Ostermann herausgegeben.

    Pronoia – The Providence of God – Die Vorsehung Gottes
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens

    Hainthaler, Theresia / Mali, Franz / Emmenegger, Gregor / Lenkaityte Ostermann, Mante (eds.)
    Pro Oriente XLII; Wiener Patristische Tagungen 8
    Tyrolia: Innsbruck – Vienna 2019
    445 pages, ISBN: 973-3-7022-3819-3

  • VII — Sophia. Die Weisheit Gottes

    Varna, Bulgarien, 28. September–3. Oktober 2015

    Die siebte Tagung war dem Thema „Sophia, die Weisheit Gottes“ gewidmet. Das auf Einladung von Prof. Ivan Christov in Bulgarien veranstaltete Kolloquium wurde von Metropolit Ioan von Varna und Veliki Preslav empfangen; die Eröffnung fand im Archäologischen Museum von Varna statt. Die Tagungsakten wurden von Theresia Hainthaler, Franz Mali, Gregor Emmenegger und Mantė Lenkaitytė Ostermann herausgegeben.

    Sophia - The Wisdom of God / Die Weisheit Gottes
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens

    Hainthaler, Theresia / Mali, Franz / Emmenegger, Gregor / Lenkaityte Ostermann, Mante (eds.)
    Pro Oriente XL; Wiener Patristische Tagungen 7
    Tyrolia: Innsbruck 2017
    412 pages, ISBN: 978-3-7022-3578-9

  • VI — „Für uns und für unser Heil“: Soteriologie in Ost und West

    Esztergom, Ungarn, 3.–5. Oktober 2012

    Das sechste Kolloquium eröffnete mit der Soteriologie in Ost und West ein neues Forschungsfeld. Die von Theresia Hainthaler in Zusammenarbeit mit Bischof Atanáz Orosz organisierte Tagung fand im Sankt-Adalbert-Zentrum (Szent Adalbert Központ) in Esztergom statt. Sie vereinte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus siebzehn europäischen Ländern, die das Thema in insgesamt 27 Vorträgen behandelten. Die Tagungsakten wurden von Theresia Hainthaler, Franz Mali, Gregor Emmenegger und Mantė Lenkaitytė Ostermann herausgegeben.

    Für uns und für unser Heil: Soteriologie in Ost und West
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens

    Hainthaler, Theresia / Mali, Franz / Emmenegger, Gregor / Lenkaityte Ostermann, Mante (eds.)
    Pro Oriente XXXVIL; Wiener Patristische Tagungen 6
    Tyrolia: Innsbruck 2014
    447 pages, ISBN: 978-3-7022-3351-8

  • V — Heiligkeit und Apostolizität der Kirche

    Thessaloniki, 22.–26. September 2009

    Die fünfte Tagung setzte den ekklesiologischen Zyklus mit den beiden weiteren notae Ecclesiae fort: Heiligkeit und Apostolizität der Kirche. Sie fand an der Higher Church Academy in Thessaloniki statt und vereinte 25 orthodoxe und katholische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus achtzehn Ländern. Die Tagungsakten wurden von Theresia Hainthaler, Franz Mali und Gregor Emmenegger herausgegeben.

    Heiligkeit und Apostolizität der Kirche
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens

    Hainthaler, Theresia / Mali, Franz / Emmenegger, Gregor (eds.)
    Pro Oriente XXXV; Wiener Patristische Tagungen 5
    Tyrolia: Innsbruck–Vienna 2010
    431 pages. ISBN: 978-3-7022-3102-6

  • IV — Einheit und Katholizität der Kirche

    Kloster Brâncoveanu, Sâmbăta de Sus bei Sibiu, Rumänien, 27.–30. Juni 2007

    Mit der vierten Tagung begann ein neuer, der Ekklesiologie gewidmeter Zyklus. Das Kolloquium befasste sich mit Einheit und Katholizität der Kirche, zwei der vier im Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel bekannten Eigenschaften der Kirche. Es vereinte 27 orthodoxe und katholische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sechzehn europäischen Ländern. Die Tagungsakten wurden von Theresia Hainthaler, Franz Mali und Gregor Emmenegger herausgegeben.

    Einheit und Katholizität der Kirche
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens

    Hainthaler, Theresia / Mali, Franz / Emmenegger, Gregor (eds.)
    Pro Oriente XXXII; Wiener Patristische Tagungen 4
    Tyrolia: Innsbruck–Vienna 2009
    407 pages. ISBN: 978-3-7022-3020-3

     

  • III — Gott, Vater und Schöpfer

    Luxemburg, Juni 2005

    Nach Christus und dem Heiligen Geist schloss das dritte Kolloquium den ersten trinitätstheologischen Zyklus mit dem Thema „Das Geheimnis Gottes: Vater und Schöpfer“ ab. Die Tagungsakten wurden von Ysabel de Andia und Peter Leander Hofrichter herausgegeben.

     

    Gott – Vater und Schöpfer
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens

    de Andia, Ysabel / Leander Hofrichterm, Peter (eds.)
    Pro Oriente XXXI; Wiener Patristische Tagungen 3
    Tyrolia: Innsbruck–Vienna 2007
    384 pages, ISBN: 978-3-7022-2835-4
  • II — Der Heilige Geist im Leben der Kirche

    Wien, Juni 2003

    Die zweite Tagung war dem Heiligen Geist bei den griechischen und lateinischen Kirchenvätern des ersten Jahrtausends gewidmet. Die Wahl des Titels brachte eine klare inhaltliche Ausrichtung zum Ausdruck: Im Mittelpunkt sollten weniger die Beziehungen zwischen den göttlichen Personen als vielmehr das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche und im Leben der Menschen stehen. Die Tagungsakten wurden von Ysabel de Andia und Peter Leander Hofrichter herausgegeben.

    Der Heilige Geist im Leben der Kirche
    Forscher aus dem Osten und Westen Europas an den Quellen des gemeinsamen Glaubens

    de Andia, Ysabel / Leander Hofrichterm, Peter (eds.)
    Pro Oriente XXIX; Wiener Patristische Tagungen 2
    Tyrolia: Vienna 2005
    408 pages, ISBN: 3-7022-2725-3

  • I — Christus bei den Vätern

    Wien, 7.–9. Juni 2001

    Die erste Tagung stand unter dem Thema „Christus bei den Vätern des ersten Jahrtausends“. Sie eröffnete das Programm mit der Christologie und einer vergleichenden Betrachtung der patristischen Traditionen des Ostens und des Westens. Die Tagungsakten wurden von Ysabel de Andia und Peter Leander Hofrichter herausgegeben.

    Christus bei den Vätern
    Forscher aus dem Osten und Westen an den Quellen des gemeinsamen Glaubens

    de Andia, Ysabel / Leander Hofrichterm, Peter (eds.)
    Pro Oriente XXVII; Wiener Patristische Tagungen 1
    Tyrolia: Vienna 2004
    422 pages, ISBN: 3-7022-2540-4