Forschung
Die Forschungsschwerpunkte des IRCC liegen in den Bereichen Föderalismus und Dezentralisierung, Umgang mit Diversität und Konfliktlösung, Normen und Prozesse der politischen Entscheidungsfindung, einschliesslich Steuerfragen und Ressourcenverteilung, sowie Demokratie und Grundrechte.
Das IRCC ist aktuell an verschiedenen internationalen und nationalen Forschungsprojekten beteiligt.
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Wie spricht die Schweiz? Konsensdemokratie, Mehrsprachigkeit und politische Mitsprache
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Viel- und Mehrsprachigkeit, politischen Institutionen und rechtlichen Gegebenheiten in der Schweiz.
Diese Forschung ist ein Teilprojekt der Forschung über die „Zukunft der Schweiz“, die an der Universität Freiburg durchgeführt wird. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mehrsprachigkeit durchgeführt.
Anhand einer Literaturübersicht und verschiedener Fallstudien befasst sich das Projekt mit der Interaktion von Sprache(n) und institutionellen Bedingungen in Kontexten der mehrstufigen Schweizer Demokratie. Durch den Blick auf das Zusammenspiel von Föderalismus und Vielsprachigkeit, Konsens und Polarisierung, sowie sozialer Kohäsion und gesellschaftlichem Wandel wird die Frage beleuchtet, wie (mehrsprachig) die Schweiz (politisch) miteinander spricht.
Das Projekt läuft von Februar 2024 bis Dezember 2026. Es wird am IRCC von Dr. Verena Richardier geleitet.
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Agora-Projekt Science Webtoon
Das Institut du Fédéralisme hat für den Zeitraum 2025–2027 ein Agora-Projekt erhalten, das von Verena Richardier koordiniert wird.
Das Projekt «Science Webtoon» mit einem Budget von 196'000 CHF hat zum Ziel, die Forschungen von Professor Belser zu Föderalismus und Menschenrechten, Föderalismus in Krisenzeiten sowie Mehrsprachigkeit in digitale Comics umzusetzen.
Diese Comics werden in einer wissenschaftlichen «Webtoon»-App veröffentlicht, also in vertikalen Comics, die auf Smartphones gelesen werden.
Sie dienen als Grundlage für zehn Workshops, die von unserem PartnerDemokrative an Schulen der Sekundarstufe II im Kanton Freiburg durchgeführt werden.
Das IRCC war an folgenden Projekten beteiligt:
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Legitimate Crisis Governance in Multilevel Systems (LEGITIMULT)
Als wissenschaftliche Leitung eines Konsortiums von zwölf Mitgliedern war das IRCC am Forschungsprojekt Legitimate Crisis Governance in Multilevel Systems – LEGITIMULT beteiligt. Dabei handelte es sich um ein Forschungsprojekt im Rahmen des Horizon Europe Programms, das von der Europäischen Kommission und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) finanziert wurde. Das IRCC leitete das Teilprojekt The Making and Breaking of Rules in Crisis Situations: The Rule of Law and Democratic Participation.
Das Projekt zielte darauf ab, ein Konzept der legitimen Krisenbewältigung zu entwickeln, das demokratische Standards in Krisensituationen aufrechterhielt und somit einer sozialen Fragmentierung und Entfremdung vorbeugte.
LEGITIMULT hatte eine Laufzeit von drei Jahren, beginnend im Oktober 2022, und verfügte über ein Budget von EUR 2'994'887.
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Power-Sharing for Peace
Between Adoptability and Durability in Lebanon, Syria, and Iraq war ein vom Swiss Network for International Studies (SNIS) finanziertes Projekt, an dem das IRCC zusammen mit fünf anderen Institutionen aus der Schweiz, Kanada, dem Libanon und dem Irak beteiligt war. Ziel des Projekts war es, die Herausforderungen der Umsetzung und Dauerhaftigkeit von Machtteilungsvereinbarungen (Power Sharing Agreements) im Nahen Osten zu untersuchen.
Das Projekt wurde von einem internationalen Forschungsteam durchgeführt, das sich aus Forschenden aus der Schweiz, Kanada, dem Libanon und dem Irak zusammensetzte. Sie arbeiteten mit einer Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um deren Erwartungen an Machtteilungsvereinbarungen sowie Einschätzungen der Unzulänglichkeiten der Vereinbarungen in den untersuchten Ländern zu erforschen.
Das Projekt hatte eine Laufzeit von zwei Jahren, beginnend im September 2022. Das Gesamtbudget betrug EUR 282’000.
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Local Government and the Changing Urban-Rural Interplay (LoGov)
Das IRCC war Mitglied des Konsortiums Local Government and the Changing Urban-Rural Interplay (LoGov). Das Projekt LoGov zielte darauf ab, Lösungen für kommunale Verwaltungen zu finden, um mit den sich wandelnden Wechselbeziehungen zwischen Stadt und Land umzugehen. Weiter sollte durch den Austausch von Mitarbeitenden die gemeinsame Forschung der Projektpartner gestärkt werden. LoGov identifizierte, bewertete, verglich und teilte innovative Praktiken, um mit den Auswirkungen des sich verändernden Zusammenspiels zwischen Stadt und Land zurechtzukommen. Mit 18 Partnern aus sechs Kontinenten stützte sich die vergleichende Forschung von LoGov auf eine Fülle von unterschiedlichen Erfahrungen und einen globalen Wissensaustausch.
Das LoGov-Projekt wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Horizon 2020 Programms Research and Innovation Staff Exchange (MSCA-RISE) unter der Marie Skłodowska-Curie (MSCA) Finanzhilfevereinbarung Nr. 823961 gefördert. Es startete im Februar 2019 und lief im September 2024 aus.
