Publikationsdatum 30.10.2025

Generative Künstliche Intelligenz: Zwischen Neugier, Bedarf und Unsicherheit – was unsere Umfrage zeigt


Die generative Künstliche Intelligenz hat schneller Einzug in die Hörsäle gehalten, als es sich irgendjemand hätte vorstellen können. Sowohl Studierende als auch Dozierende nutzen sie bereits umfassend – insbesondere ChatGPT –, um zu recherchieren, Texte zu verfassen, zu übersetzen oder Gedanken zu strukturieren. Doch hinter dieser breiten Nutzung offenbart unsere im Rahmen des Projekts EduKIA (2025–2026) von der HES-SO und der Universität Freiburg durchgeführte Umfrage ein Paradoxon: Viele setzen KI ein, aber nur wenige fühlen sich wirklich begleitet oder wissen, wie sie diese kritisch und verantwortungsvoll integrieren können. Die Bedenken sind vielfältig: Sie reichen von der Zuverlässigkeit der Inhalte über Plagiatsfragen und den Verlust der Urteilskraft bis hin zu ökologischen Auswirkungen und Unklarheiten bezüglich der institutionellen Richtlinien.

An der Studie haben mehr als 1'100 Personen teilgenommen, darunter 362 Dozierende und 792 Studierende. Die Mehrheit steht der KI zwar neugierig und positiv gegenüber, fordert jedoch klar mehr Orientierung, Ausbildung und Transparenz darüber, was erlaubt ist und was erwartet wird.

Die Ergebnisse sind eindeutig:

  • Über 75 % der Befragten wünschen sich explizite Regeln für den Einsatz von KI bei Studienarbeiten und in Prüfungen.
  • Sowohl Dozierende als auch Studierende fordern praxisnahe Weiterbildungen, ergänzt durch eine ethische und kritische Auseinandersetzung mit dieser Technologie.
  • Gefragt sind vor allem: Praktische Workshops, kurze Tutorials und online zugängliche Ressourcen für alle.

Mit anderen Worten: Die akademische Gemeinschaft möchte Innovation nicht bremsen, sondern sie sinnvoll rahmen. Es geht nicht nur darum, Werkzeuge zu beherrschen, sondern eine verantwortungsvolle KI-Kompetenz (Literacy) zu entwickeln. Diese soll es ermöglichen, KI zu integrieren, ohne dabei Kreativität, wissenschaftliche Strenge oder kritisches Denken zu opfern.

Das Angebot der Dienststelle für Hochschuldidaktik und digitale Kompetenzen

Angesichts dieser Erkenntnisse verpflichtet sich unsere Dienststelle, Dozierende und Studierende in diesem Wandel mit folgenden Massnahmen zu unterstützen:

Unser Ziel ist es, die KI zu einem Hebel für ein reflektiertes und verantwortungsbewusstes Lernen zu machen.