Publikationsdatum 02.03.2026
Springer Nature und SAGE: No Deal
Im Rahmen ihrer nationalen Open-Access-Strategie verfolgen die Schweizer Hochschulen das Ziel, öffentlich finanzierte Forschung frei zugänglich zu machen und gleichzeitig finanziell nachhaltige Publikationsmodelle sicherzustellen. Zu diesem Zweck haben swissuniversities und das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken mit Springer Nature beziehungsweise SAGE verhandelt. Leider führten diese Gespräche nicht zu akzeptablen Vereinbarungen für 2026. Seit dem 1. Januar 2026 befindet sich die Schweiz daher mit beiden Verlagen in einer No-Deal-Situation.
Diese Entwicklung betrifft sowohl das Open-Access-Publizieren als auch potenziell den Zugang zu neu veröffentlichten Zeitschrifteninhalten.
Open-Access-Publizieren
Im Rahmen der bisherigen nationalen Vereinbarungen konnten Forschende an Schweizer Institutionen in zahlreichen Zeitschriften von Springer Nature und SAGE Open Access publizieren, ohne selbst Article Processing Charges (APCs) bezahlen zu müssen. Diese Kosten wurden zentral über die Read-&-Publish-Verträge gedeckt.
Seit 2026 entfällt diese automatische Kostenübernahme. Forschende können weiterhin Manuskripte bei diesen Zeitschriften einreichen und dort publizieren, jedoch werden die APCs während der No-Deal-Phase nicht durch eine nationale Vereinbarung abgedeckt.
Wenn Sie in diesem Jahr eine Publikation planen, empfehlen wir Ihnen, die Finanzierungsmöglichkeiten sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls alternative Wege wie den Grünen Weg (Green Open Access), d. h. die Ablage des akzeptierten Manuskripts im institutionellen Repositorium, in Betracht zu ziehen.
Zugang zu Zeitschrifteninhalten
Der Zugang zu Inhalten, die bis Ende 2025 veröffentlicht wurden, bleibt im Rahmen der bestehenden Abonnements unverändert.
Informationen zum Zugang zu neuen Inhalten, die ab 2026 veröffentlicht werden, werden separat kommuniziert. Wie in früheren No-Deal-Situationen können sich die Zugangsbedingungen ändern, und alternative Zugangswege (z. B. Fernleihe oder Versionen in Repositorien) können an Bedeutung gewinnen.
Warum kommt es dazu ?
In ganz Europa zielen Verhandlungen mit grossen kommerziellen Verlagen darauf ab, faire Preismodelle zu sichern und den Übergang zu Open Science zu unterstützen. Wenn vorgeschlagene Vereinbarungen diese Ziele nicht erfüllen, können nationale Konsortien entscheiden, sie nicht zu erneuern. Ähnliche Situationen haben sich in den letzten Jahren bereits mit anderen Verlagen ergeben.
Warum ist das wichtig ?
Der kontinuierliche Anstieg der Publikationskosten bei grossen Verlagen hat in der wissenschaftlichen Gemeinschaft Besorgnis ausgelöst und Institutionen dazu veranlasst, nachhaltigere Modelle der wissenschaftlichen Kommunikation anzustreben. Die aktuelle No-Deal-Situation ist Ausdruck umfassenderer Bemühungen um mehr Transparenz, Bezahlbarkeit und eine stärkere Ausrichtung an den Prinzipien von Open Science.
Was können Sie tun ?
Mit der No-Deal-Situation gehen auch ausdrückliche Empfehlungen von swissuniversities einher:
- Als Autorin oder Autor: Ziehen Sie Alternativen zu Zeitschriften von Springer Nature und SAGE in Betracht.
- Falls ein Verzicht nicht möglich ist: Nutzen Sie ein hybrides Publikationsmodell und stellen Sie Ihre Publikationen in institutionellen Repositorien zur Verfügung, um Ihre Open-Access-Verpflichtungen (Green OA) zu erfüllen.
- Als Gutachterin oder Gutachter: Überdenken Sie Ihre Tätigkeit für Zeitschriften dieser Verlage.
- Als Herausgeberin oder Herausgeber: Setzen Sie sich für die Schweizer Forschungsgemeinschaft ein.
Diese Massnahmen sollen den Druck auf die Verlage aufrechterhalten, nachhaltige Preismodelle anzubieten, und gleichzeitig sicherstellen, dass öffentlich finanzierte Forschung möglichst zugänglich bleibt.
Solidarität innerhalb der Forschungsgemeinschaft ist entscheidend. Indem Forschende diesen Empfehlungen folgen, tragen sie zu einem gerechteren, offeneren und nachhaltigeren Publikationssystem bei – zum Nutzen von Wissenschaft und Gesellschaft.
Weitere Informationen
- Offizielle Mitteilung von swissuniversities: Verlagsverhandlungen mit Springer Nature: No-Deal-Situation
- Mitteilung des Konsortiums der Schweizer Hochschulbibliotheken: Read & Publish Agreement 2026–2028: Update on the negotiations
