Die geschmückte Stadt

Für eine Geschichte der bemalten Fassaden in der Frühen Neuzeit (Schweiz/Europa)

Zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert verfügte eine große Zahl europäischer Städte über bemalte Fassaden (al secco, al fresco und in Sgraffitotechnik), die historiierte Szenen, monumentale Figuren (historische, mythologische, allegorische), Ornamente (heraldische, vegetabile, antikisierende, groteske) sowie vorgetäuschte architektonische Strukturen vereinten. Diese bemalten Fassaden bilden ein außergewöhnliches Laboratorium der Darstellung – im doppelten, transitiven wie reflexiven Sinne des Begriffs. Indem sich das Projekt auf profane Bauten (Paläste, Rathäuser, Bürgerhäuser u. a.) konzentriert, zielt es darauf ab, die identitätsstiftenden, politischen, sozialen und künstlerischen Fragestellungen zu analysieren, die diese dekorative Praxis durchziehen. Darüber hinaus soll der Beitrag dieses Phänomens zur Herausbildung des „öffentlichen Raums“ in den europäischen Stadtgesellschaften untersucht werden.

Forschungsprojekt, gefördert von

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