Aktuelle Ausgabe

Volume 119 (2025)

THEMA: Materielle Kultur des Religiösen

  • Vera Henkelmann I Boten des Lichts – Engelleuchter bzw. Leuchterengel und ihr Licht und die Liturgie im mittelalterlichen Sakralraum

    Boten des Lichts – Engelleuchter bzw. Leuchterengel und ihr Licht und die Liturgie im mittelalterlichen Sakralraum

    Am Beispiel der mittelalterlichen Engelleuchter bzw. Leuchterengel lotet der Beitrag das Verhältnis zwischen Liturgie und Gläubigen einerseits sowie jenen Objekten andererseits aus, bei denen Gerät und Bild in eins fielen. Er geht der Frage nach, wie diese Figurenleuchter und ihr Licht im mittelalterlichen Sakralraum gezielt eingesetzt wurden, um sowohl die liturgische Praxis zu visualisieren und nachvollziehbar zu machen, als auch den Betrachter emotional in seinem Innersten zu bewegen, mithin seine Seele für die zu vermittelnden Glaubensinhalte zu bewegen. Dabei entstand letztlich ein regelrecht illusionistischer Resonanzraum, in dem Ritual, Handelnde und Betrachtende, Sakralraum und Ausstattung sowie die Engelleuchter in ein sich gegenseitig vielfältig verstärkendes Wechselspiel traten.

    Engel – Engelleuchter – Leuchterengel – Altarleuchter – Leuchterstäbe – Leuchtersäulen – Liturgie – Licht – Kirchenraum.

  • Petro Antonio Viola I Risorgere – Una Messinscena tra annuncio consolatorio e rappresentazione del potere

    Wiederauferstehung – Eine Inszenierung zwischen tröstlicher Ankündigung und Darstellung der Macht

    Wenn das 14. und 15. Jahrhundert als die Jahre der Passion betrachtet werden können, so sind das 16. und 17. Jahrhundert sicherlich die Jahre der Auferstehung. Darstellungen der Auferstehung nehmen dramatisch zu, und die traditionelle Ikonografie erfährt tiefgreifende Veränderungen. Wo liegt der Ursprung dieser Veränderungen zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert, insbesondere im emblematischen Kontext der venezianischen Malerei? Wie wurden sie von der Bevölkerung interpretiert? Wie förderte die katholische Kirche ihre Verbreitung? Zunächst wird der Körper des auferstandenen Christus, insbesondere in einer devotionalen Interpretation, oft zu einem nostalgischen Merkmal, das an die Traurigkeit erinnert, die Erde verlassen zu müssen, und weniger zu einem Hinweis auf etwas, das man über den Tod hinaus anstreben sollte. In denselben Jahren kehrt das Thema jedoch auch im liturgischen Kontext wieder in den Mittelpunkt zurück, wo es schliesslich einer durch politische Bedürfnisse diktierten Wendung unterliegt und zum Manifest der kirchlichen Macht der Kirche wird, die sich ihren irdischen Feinden gegenüber durchsetzen will.

    Auferstehung – Andacht – Beziehung – Liturgie – Eucharistie – Erde – Himmel – Macht.

  • Luisa A. Richter I ‹Christus einverleiben› – Zur Präsenz und Wirkung von Schrift als haptisch-materielle Gabe bei Catharina Regina von Greiffenberg (1633–1694)

    ‹Christus einverleiben› – Zur Präsenz und Wirkung von Schrift als haptisch-materielle Gabe bei Catharina Regina von Greiffenberg (1633–1694)

    Die Materielle Dimension spiegelt sich nicht nur in Objekten bzw. Artefakten der materiellen Kultur wider, sondern findet ihren Ausdruck auch in der Präsenz religiöser Schrift(en) bzw. Schriftträgern. Diese Präsenzphänomene sind entscheidend, um ihrerseits eine tiefgreifende Wirkung auf schreibende Akteur:innen zu erzielen. In den Selbstzeugnissen, insbesondere den Korrespondenzen der berühmten protestantischen Barockdichterin Catharina Regina von Greiffenberg (1633–1694), lassen sich Formen einer gelebten und imaginierten Gottes- bzw. Christus-Präsenz erkennen, die die Dichterin nicht nur durch eine sichtbare sondern auch oftmals unsichtbare Präsenz in ihren Schriften zu vergegenwärtigen intendierte. Mittels (Re-)Präsentation einer inszenierten und religiös aufgeladenen Schriftbildlichkeit zielte Greiffenberg zudem bewusst darauf ab das Transzendente in der materiellen Erscheinungsform der Schrift erfahrbar zu machen und ihm auf diese Weise für sich selbst sowie für ihre Leser:innenschaft eine nahezu ‹reale› Präsenz einzuräumen.

    Gegenreformation – Protestantismus – Barock – Österreich – Selbstzeugnisse – Schreiben – Schriftverständnis – Schriftbildlichkeit – materielle Erscheinungsformen – imitatio Christi.

  • Aydın Süer I Die Materialität des Islamischen – Kunst als Ort islamisch-religiöser Sinnproduktion

    Die Materialität des Islamischen – Kunst als Ort islamisch-religiöser Sinnproduktion

    Dieser Beitrag basiert auf einer in Deutschland, Österreich und den USA durchgeführten empirisch- qualitativen Studie zu muslimischen Künstler:innen der Gegenwart. Ausgehend von praxistheoretischen Überlegungen rückt er die Performativität des Islamischen und damit die Materialisierung islamischer Praktiken in Körpern und Dingen in den Mittelpunkt der Analyse. Am Beispiel verschiedener Kunstgattungen – Literatur, Musik, Malerei, Photographie, Tanz u. a. – zeigt er auf, wie der Gebrauch von Gegenständen im Vollzug künstlerischer Praktiken islamisch-religiöse Bedeutungen erzeugt. Räumlich-materiale Ensembles vonKörpern und Dingen, aber auch Sinneswahrnehmungen wie berühren, hören und sehen werden damit zu konstitutiven Bestandteilen des Islamischen.

    Islam – Materialität – Körperlichkeit – Religionssoziologie – Praxistheorie – Kunst.

  • Sophia Abplanalp I Die Leuchtkraft ilkhanidischer Lüsterfliesen – Rekonstruktion der Lüsterfliesenausstattung des Schreins des Imamzade Yahya zwischen Ästhetik und Spiritualität

    Die Leuchtkraft ilkhanidischer Lüsterfliesen – Rekonstruktion der Lüsterfliesenausstattung des Schreins des Imamzade Yahya zwischen Ästhetik und Spiritualität

    Im Iran des 13. Jahrhundert wurden zahlreiche Mausoleen bedeutender schiitischer Heiliger mit äusserst kostbaren Lüsterfliesen ausgestattet. Im 19. Jahrhundert wurden diese jedoch aus diesen Bauten fast vollständig entwendet und in westliche Museen verbracht. Eine zum ersten Mal erstellte 3D-Rekonstruktion einerdieser historischen Fliesenausstattungen – jene des Schreins des Imamzade Yahya – erlaubt es die ursprünglichen Bedeutungen des Dekorationsprogrammes für die religiösen Funktionen des Baus, als Grab-, Gebets- und Pilgerort, zu beleuchten. Wie tragen die Fliesen durch ihre besondere Ästhetik zum Schrein als Erfahrungsraum bei? Wie beeinflussen diese die rituellen Praktiken sowie das emotionale Empfinden der Gläubigen vor Ort? Bei dieser Studie soll insbesondere die Wechselbeziehung zwischen der sinnlichen Wahrnehmung der Fliesen und spiritueller Erfahrungen ergründet werden.

    Baudekor – Architektur – Ästhetik – Spiritualität – Erfahrungsraum – Lüsterfliesen – Islam Mausoleum.

  • Marco Papasidero and Federico Ruozzi I Paths of the Gaze – An Interdisciplinary Approach to Religious Experiences in Catholic Sanctuaries

    Wege des Sehens – Eine interdisziplinäre Annäherung an religiöse Erfahrungen in katholischen Sanktuarien

    Dieser Beitrag zielt darauf ab, neue Einblicke in die religiösen Erfahrungen in katholischen Gotteshäusern durch die Blicke verschiedener Besuchertypen (junge Studenten, Nonnen, Geistliche, Kunsthistoriker, Religionswissenschaftler, etc.) zu ermöglichen. Mit der Anwendung einer innovativen Methode auf der Grundlage von Eyetrackern, die Meta den Universitäten von Modena und Reggio Emilia zur Verfügung gestellt hat, leisten wir Pionierarbeit bei der Anwendung dieser Technologie in der Religionswissenschaft. Die Zusammenarbeit von Spezialisten auf den Gebieten der künstlichen Intelligenz und der gaze studies mit Historikern des Christentums und der Frömmigkeit kennzeichnet diese Forschung als ausgesprochen interdisziplinär. Unsere Forschung konzentriert sich insbesondere auf die Analyse der Blickverfolgung und der persönlichen Erfahrungen verschiedener Nutzergruppen in den sakralen Räumen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen italienischen Heiligtümer. Nach einer geschichtlichen Einführung in die ausgewählten Orte werden wir unseren methodologischen Ansatz erläutern, der Religionswissenschaften und IT-Technologien miteinander verbindet. Anschließend werden wir die mit den Eye-Trackern gewonnenen Daten analysieren und uns dabei auf Aspekte der ‹materiellen Religion› konzentrieren, wie z. B.: (i) Praktiken im sakralen Raum; (ii) Verhalten vor Bildern und Körpern von Heiligen, die als wundertätig gelten; (iii) Bewegung durch den Raum und seine Wahrnehmung; (iv) Andachtspraktiken, einschließlich Gebete und Gesten. Diese Arbeit ist Teil des PNRR-Projekts ITSERR (Italian Strengthening of the ESFRI RI RESILI-ENCE), das darauf abzielt, neue Technologien auf die Religionswissenschaften anzuwenden.

    Eye tracker – Heiligenkult – Reliquien – Marienverehrung – Marienbilder – Geschichte der Frömmigkeit – Religionswissenschaft – KI und Religionswissenschaft – Geschichte des Christentums – Heiligtümer.

  • Tobias Meier und Mehmet T. Kalender I Materialität religiöser Vielfalt – Ein Methodenbeitrag

    Materialität religiöser Vielfalt – Ein Methodenbeitrag

    Stadtteilspaziergänge haben sich als dialogische Methode zur Erkundung von Sozialräumen bewährt, da sie subjektive Wahrnehmungen und gemeinschaftliche Reflexion ermöglichen und dadurch Aneignungs- und Deutungsprozess selbst erfahrbar machen. Religiös-reflexive Stadtteilspaziergänge erweitern diesen Ansatz zusätzlich um die materielle Kultur des Religiösen und regen Dialoge über spirituelle und religiöse Dimensionen an. In einem Ablauf von Verortung, Spiegelung, Erweiterung und Reflexion werden dort unterschiedliche Perspektiven und Wahrnehmungen gefördert und verbinden dadurch in neuer Form sozial- und religionswissenschaftliche Diskurse zu Raum und Religion.

    Sozialraum – Religion – Stadtteilspaziergang – Partizipation – Raumerkundung – Materialität.

  • Agnieszka Balcerzak I «Unvergängliche Existenzen, stumme Zeuginnen der Stadtgeschichte» – Eine hermeneutische Annäherung an die Warschauer Madonnen

    «Unvergängliche Existenzen, stumme Zeuginnen der Stadtgeschichte» – Eine hermeneutische Annäherung an die Warschauer Madonnen

    Die Warschauer Madonnenkapellen, Zeugnisse der sog. kleinen Sakralarchitektur, verkörpern auf eindrucksvolle Weise die Verbindung von religiöser Symbolik, städtischer Geschichte und kollektiver Erinnerung. Entstanden vor allem während des Zweiten Weltkriegs, bieten diese unscheinbaren Hinterhofkapellen Schutzräume für spirituelle Praktiken und schaffen Orte der Vergemeinschaftung. Der Artikel untersucht ihre Rolle als materielle Erinnerungsorte, religiöse Objekte und affektive Räume. Anhand ethnografischer und hermeneutischer Ansätze wird gezeigt, wie diese Kapellen zwischen sakralen und profanen Räumen vermitteln, ihre religiöse Funktion bewahren und von säkularen und popkulturellen Transformationen geprägt werden. Die Untersuchung wirft einen Blick auf die Dynamik, mit der Vergangenheit und Gegenwart, Spiritualität und Alltäglichkeit, Tradition und Moderne in einem urbanen Kontext aufeinandertreffen und sich gegenseitig beeinflussen.

    Warschauer Madonnen – kleine Sakralarchitektur – materielle Kultur – rituelle Praktiken – popkulturelle Transformation.

  • Beate Weinhold I Genizot – Vom Nachleben der Dinge

    Genizot – Vom Nachleben der Dinge

    Die jüdische Religion pflegt einen besonderen Umgang mit ihren ‹heiligen› oder für ‹heilig› erachteten Gegenständen. Das gilt für liturgisch verwendete Objekte und für Dinge, die für den Ritus unbrauchbar geworden sind. Ausgesonderte Gegenstände kommen in eine Geniza. Anhand von Genizot werden vor allem Fragestellungen einer potenziellen Relevanzverschiebung der Objekte untersucht. Nicht alle Gegenstände waren möglicherweise während ihres ersten Gebrauchs von besonderer Bedeutung. Welche Faktoren machen sie untersuchungswürdig: die Ablage, Bergung, Inventarisierung, Archivierung/Musealisierung, der Verlust anderer materieller Zeugnisse? Unterliegen abgelegte ‹heilige› Dinge dabei Transformationsprozessen (Statusänderungen zwischen ‹sakral›/‹profan›)?

    Jüdische Religion – Geniza – heilig – Ritualgegenstand – Transformation – Repräsentation und Inkorporation in Museen.

  • Marcello Grifò I «Μὴ θεωρηθεῖσα, μὴ πιστευθεῖσα»* – La costruzione dello ‹spettacolo› della divina economia nel rito eucaristico bizantino

    «Μὴ θεωρηθεῖσα, μὴ πιστευθεῖσα» – Die Konstruktion des ‹Spektakels› der göttlichen Ökonomie im byzantinischen Ritus der Eucharistie

    Die folgenden Seiten sollen zeigen, wie sich der christliche Eucharistieritus byzantinischen Ritus trotz seiner absoluten Neuartigkeit und mit allen notwendigen Unterscheidungen kategorisch in das von der antiken Tragödie geschaffene Umfeld eingefügt hat. Dazu werden wir uns auf byzantinische liturgologische Zeugnisse und die Untersuchung der symbolischen, kategorialen und lexikalischen Ähnlichkeiten zwischen der griechischen Tragödie und der christlichen Synaxis stützen. Ersteres verkörperte die tiefe Verbundenheit des griechischen Menschen mit der leidenschaftlichen Suche nach einer Wahrheit, die niemals wirklich erreicht und endgültig erlangt werden konnte, sondern nur verfolgt und erahnt werden konnte. Für den Christen stellte das Ereignis der Menschwerdung konzeptionell die ersehnte Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach eindeutigem und höchstem Wissen dar, das diesmal durch einen neuartigen katabatischen und kenotischen Deus ex machina erlangt wurde: die Annahme des menschlichen Fleisches durch den mysteriösen ἄγνωστος Θεὸς, nicht nur um sich ihm in seiner trinitarischen Existenz zu offenbaren, sondern um ihn mystisch in die Tiefe der perichoretischen Beziehung des Ein-Drei-Gottes einzuführen. Die Göttliche Liturgie ist das Theodrama dieser Neugründung der Geschichte.

    Griechische Tragödie – göttliche Liturgie – Ritus der Prothesis – göttliche Ökonomie – liturgische Geschichte.

  • Dana Sishmanian I La transe ‹chamanique› chez les guérisseurs et devins roumains – témoignages du XVIIe au XXe siècle

    Die ‹schamanische› Trance rumänischer Heiler und Wahrsager – Zeugnisse vom 17. bis 20. Jahrhundert

    Hier untersuchen wir das Zeugnis des päpstlichen Missionars Marcus Bandinus über die incantatores et incantatrices in Moldawien (1646–1648) sowie mehrere Berichte aus dem 19. und 20. Jahrhundert über den Sturz der Rosalien aufgrund ihres aufschlussreichen Werts hinsichtlich eines religiösen Phänomens auf frischer Tat. Jenseits des abstrakten Rahmens eines Rituals oder Glaubens beleuchten diese Augenzeugenberichte die Erfahrungen der Praktizierenden, in diesem Fall Heiler und Wahrsager (descântători), die in ganz Rumänien bekannt waren und der weißen Magie zuzurechnen waren. Aus religionsgeschichtlicher Sicht ähnelt das Phänomen jedoch einem dako-thrakischen Schamanismus, für den es antike Zeugnisse gibt. Dieser unterscheidet sich vom asiatischen Schamanismus durch das Fehlen ritueller Instrumente, teilt aber die mentale und psychosomatische Erfahrung, insbesondere die kataleptische Trance. Wir widerlegen die These von Mircea Eliade, der die von Marcus Bandinus beschriebenen Praktiken ungarischen Schamanen (táltos) zuschreibt.

    Codex Bandinus – Schamanismus – Heiler – Wahrsager – Rosalien – Trance.

  • Christian Antonio Rosso I I missionari cattolici in Somalia e la ‹politica della forma› – Il ruolo della cultura materiale nella costruzione dell’ordine coloniale fascista

    Katholische Missionare in Somalia und die ‹Politik der Form› – Die Rolle der materiellen Kultur bei der Errichtung der faschistischen Kolonialordnung

    Ziel des Artikels ist es, die Rolle der materiellen Kultur bei der Errichtung der kolonialen Ordnung in Somalia zu analysieren. Unter dem faschistischen Regime hatte die Politik der italienischen Regierungen ihre Herrschaftsinstrumente über die somalische Bevölkerung im Vergleich zur Zeit der liberalen Regierungen weiter gefestigt, wobei sie sich auch der Unterstützung der katholischen Missionare bedienten. Mit dem Aufkommen des Faschismus und der Ankunft von Cesare Maria De Vecchi in Mogadischu wurde die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Klerus und den Regierungsbeamten immer stärker. Die katholischen Missionare hatten, ermutigt durch die Worte von Pius XI., ausgiebig Gebrauch von öffentlichen Zeremonien und majestätischen Riten des katholischen Gottesdienstes gemacht, um die ‹Überlegenheit› des italienischen Glaubens gegenüber dem Islam zu demonstrieren und so die ‹Zivilisation› der Somalier zu fördern. Die Untersuchung der materiellen Kultur in der Kolonie anhand ihrer Objekte ist nützlich, um die Legitimationsstrategien sowohl der kolonialen Ausbeutungspolitik als auch der italienischen Präsenz im Jahrzehnt der Treuhandschaft zu verstehen. Entgegen den Erwartungen hatte die ‹Politik der Form›keines der Ziele erreicht, die ihr zugewiesen worden waren. Sowohl die ‹Katholisierung› als auch die ‹Zivilisierung› der Somalier waren gescheitert, wenn auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten, und die Mission der Ordensleute war aufgrund der früheren Zusammenarbeit der Missionare mit den kolonialen und postkolonialen Regierungen abgelehnt worden.

    Kolonialismus – Faschismus – Somalia – katholische Mission – materielle Kultur – Corpus Domini.

  • Assia Maria Harwazinski I Der Theologe Ibn Taimiyya und seine Ablehnung der Praxis des samā´

    Der Theologe Ibn Taimiyya und seine Ablehnung der Praxis des samā´

    Der islamische Gelehrte Ibn Taimiyya, Jurist, Philosoph und Theologe, ist seit einigen Jahren im Brennpunkt des Interesses islamwissenschaftlicher Untersuchungen. Im Fokus des Interesses stehen seine legalistischen Positionen und Argumentationen. Weniger Interesse erweckten bisher seine Ausführungen zu Musik und Tanz, die ausführlich in französischer Übersetzung beschrieben wurden von Jean Michot, einem früheren katholischen Priester, der später zum Islam konvertierte, in dessen Veröffentlichung Musique et Danse selon Ibn Taimiyya. Michot verglich in akribischer Arbeit zwei arabische Manuskripte eines Traktats, die diesem Gelehrten zugeschrieben werden. Michots Übersetzung bildet die Grundlage des vorliegenden Beitrags und wird durch zeitgenössische Anmerkungen ergänzt.

    Ekstase – Islamisches Recht – Rausch – Ritual – samā´ – Tanz.

  • Claudia Luthiger I Immaterielle Akteure als revolutionäre Gestaltungskräfte des 9. Thermidor – Religiöse Kulte, transzendente Instanzen und politische Machtkämpfe

    Immaterielle Akteure als revolutionäre Gestaltungskräfte des 9. Thermidor – Religiöse Kulte, transzendente Instanzen und politische Machtkämpfe

    Der Artikel untersucht den Zusammenhang zwischen religiösen Kultelementen, politischer Symbolik, Materialität und Netzwerkkonstellationen im Coup gegen Maximilien Robespierre am 9./10. Thermidor an II. Ausgangspunkt ist Robespierres Konzept des ‹Être suprême› und der ‹âme immortelle› als zentrale Säulen einer moralisch legitimierten Republik. Der Kult sollte die radikale Entchristianisierung überwinden und eine spirituelle Ordnung stiften. Doch die enge Verzahnung von Tugend, terreur und Transzendenz machte Robespierres Netzwerk anfällig für symbolische Umdeutungen durch seine Gegner. Mittels der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) von Bruno Latour, Michel Callons Konzept der ‹Übersetzung› und Annemarie Mols Enactments analysiert der Beitrag, wie immaterielle und materielle Akteure politische Wirklichkeiten formten. Während Robespierres starres Netzwerk auf moralischer Kohärenz beruhte, erwies sich das flexible, opportunistische Netzwerk seiner Gegner als überlegen. Der Artikel argumentiert, dass der Thermidor-Coup weniger das Ergebnis individueller Entscheidungen, sondern der Zusammenbruch eines irreversiblen symbolischen Systems war.

    Robespierre – Thermidor – Être suprême – âme immortelle – immaterielle Akteure – Kult und Transzendenz – Tugend und Terreur – Enactment – Politischer Kult – Netzwerkkonstellationen.

  • Luzius Heil I Die Glasmalereien der Kirche St. Stephan – Ihre Reise vom Obersimmental nach Paris

    Die Glasmalereien der Kirche St. Stephan – Ihre Reise vom Obersimmental nach Paris

    Der Aufsatz ist in gekürzter Form aus einer Bachelor-Arbeit hervorgegangenen. In dieser wird untersucht, unter welchen Umständen Mitte des 19. Jh. sechs Glasgemälde aus der Kirche St. Stephan im hinteren Simmental verschwanden, und wie sie in den Besitz des Musée national de la Renaissance im Schloss Écouen in der Nähe von Paris gelangten. Drei Hypothesen werden untersucht: Plünderung durch französische Truppen anlässlich des Einfalls in die Alte Eidgenossenschaft 1797, Diebstahl und Verkauf. Plünderung und Diebstahl können aufgrund des historischen Kontextes und mangels entsprechender Spuren ausgeschlossen werden. Für einen Verkauf und den legalen Erwerb der Glasscheiben durch die Französische Republik sprechen hingegen Indizien und liegt ein Beweis vor. Der Weg, den die Glasmalereien nach Paris genommen haben, bleibt jedoch im Dunkeln.

    Kirche St. Stephan – Glasmalereien – Erinnerungskultur – Kirchgemeinderat St. Stephan – Musée national de la Renaissance – Franzoseneinfall – Kunsthandel.

  • Chrisina Clever-Kümper und Hiram Kümper I Glaube ausstellen in säkularen Zeiten – Herausforderungen einer zeitgemässen Museologie des Religiösen

    Glaube ausstellen in säkularen Zeiten – Herausforderungen einer zeitgemässen Museologie des Religiösen

    Von Beginn an haben Museen in Europa ein enges Verhältnis zum religiösen Erbe gepflegt – über lange Zeit ganz, vielleicht sogar zu selbstverständlich. Seit derJahrtausendwende hat die Thematisierung von Glaube und Religion in musealen Kontexten dann sprunghaft zugenommen, inspiriert einerseits von einer zunehmendenSensibilität gegenüber den eben nicht blossen Kultur-, sondern oft auch Glaubensschätzen aussereuropäischer Religionsgemeinschaften, andererseits von einer rasantzunehmenden Säkularisierung europäischer Gesellschaften, die etablierte Bildmuster, Sehweisen und Wissenskontexte in Frage und damit die museale Vermittlunginsbesondere vormoderner Kunst vor neue Herausforderungen stellt. Entsprechend vielfältig sind die Umgangsweisen und neuen Wege, die im Ausstellungs- undMuseumswesen versucht werden. Der Beitrag unternimmt eine Kartierung der auf den ersten Blick kaum mehr überschaubaren Modelle und Umgangsweisen, fasst dietheoretische und methodische Diskussion zusammen und mündet in Zukunftsperspektiven für eine Museologie des Religiösen im 21. Jahrhundert.

    Museologie – Säkularisierung – Religiosität – Postkolonialismus – Partizipation.

  • Anna Barbara Müller, Laetizia Christoffel und Gaby Weber I Domschatz und Todesbilder im Bischöflichen Schloss in Chur – Das Domschatzmuseum als Stätte religiöser Materialität und Kompetenzzentrum für die Bewahrung gelebter kirchlicher Kulturgeschichte auf dem Bischöflichen Hof

    Domschatz und Todesbilder im Bischöflichen Schloss in Chur – Das Domschatzmuseum als Stätte religiöser Materialität und Kompetenzzentrum für die Bewahrung gelebter kirchlicher Kulturgeschichte auf dem Bischöflichen Hof

    Das Domschatzmuseum Chur verfügt über zwei Sammlungsbestände: den eigentlichen Domschatz, bestehend aus Reliquiaren und liturgischen Geräten, sowie den schweizweit einmaligen Zyklus der Todesbilder aus dem Jahr 1543. Die Kulturgüter in der Domschatzkammer gehörten ursprünglich zur mittelalterlichen Ausstattung der Kathedrale und der Klosterkirche St. Luzi. Obwohl sie im Museum ausgestellt sind, bewahren sie die Aura als Kultgegenstände und können bis heute im Gottesdienst verwendet werden. Die Domschatzkammer wird so zu einer erweiterten Sakristei. Im Untergeschoss werden Besucherinnen und Besucher an ihre eigene Sterblichkeit erinnert, während sie dem Bildzyklus der Todesbilder im klimatisierten Gehäuse entlangschreiten. So vermitteln beide Bestände dem Betrachter nicht nur historische, kunsthistorische oder kunsttechnische Erkenntnisse, sondern lassen ihn auch an ihrer ursprünglichen Bestimmung als Teil der Glaubensverkündung teilnehmen.

    Domschatzmuseum – Todesbilder – Totentanz – Kathedrale Chur – Reliquiare – Hans Holbein – Albrecht Dürer – Grisaille – Goldschmiedekunst – Christianisierung – Spätantike – Renaissance.

DOSSIER

  • Mariano Delgado I Kirchenlehrer und Kirchenlehrerinnen – Eine katholische Annäherung

    Kirchenlehrer und Kirchenlehrerinnen – Eine katholische Annäherung

    Nachdem man bereits 13 Kirchenlehrer ernannt hatte, wurde das Verfahren 1741 durch Benedikt XIV. formalisiert. Er hielt die drei Kriterien fest, die für den Titel Doctor ecclesiae unentbehrlich sind: «eminens scilicet doctrina; insignis vitae sanctitas, […] summi Pontificis, aut Concillii Generalis legitime congregati declaratio.» Die Entwicklung in der Geschichte der Ernennungen von Kirchenlehrern und Kirchenlehrinnen durch die katholische Kirche führte vom Doctor ecclesiae als Titel für ausgewählte Kirchenväter aus dem ersten Jahrtausend zu Theologen des zweiten Jahrtausends wie Thomas von Aquin und Bonaventura, wobei bei weiteren Ernennungen auch weniger einflussreiche Theologen berücksichtigt wurden. Mit der Ernennung Ephraims des Syrers (1920) wurde erstmals ein Diakon bedacht. Mit Canisius, Antonius und Laurentius folgten dann Volksmissionare. Schliesslich stellen die Frauen eine neue Entwicklung dar. Diese historische Entwicklung führt zu einigen Fragen und Aufgaben, die im Aufsatz angesprochen werden. Dazu gehört die Frage, ob die Erklärung zum Kirchenlehrer oder zur Kirchenlehrerinnen nicht auch eine Form der kirchlichen Domestizierung darstellt.

    Kirchenlehrer – Kirchenlehrerinnen – Doctor ecclesiae – Benedikt XIV. – kirchliche Domestizierung – Konzil von Trient – Vatikanum II.

  • Volker Leppin I Kirchenlehrer und Kirchenlehrerinnen – Eine evangelische Annäherung

     

    Kirchenlehrer und Kirchenlehrerinnen – Eine evangelische Annäherung

    Der Begriff des Kirchenlehrers oder auch der Kirchenlehrerin wirkt kontraintuitiv gegenüber dem ‹Sola scriptura›-Prinzip. Dennoch wurde der Begriff im evangelischen Raum keineswegs vollständig abgelehnt oder beseitigt. Bedeutsam war dabei die Vorstellung einer Kette von Zeugen der Kirchenlehre, die sogar den Catalogus testimoniorum im Anhang des Konkordienbuches geprägt hat. So begegnet der Begriff des Kirchenlehrers dann auch noch in der Liberalen Theologie des 19. Jahrhunderts, bis hin zu Harnack, und selbst noch in der so stark auf das Wort Gottes konzentrierten Theologie Karl Barths. Entsprechend kann man sagen: Kirchenlehrer/-innen im evangelischen Sinne sind solche Theologinnen und Theologen, die das Verständnis des christlichen Glaubens auf biblischer Grundlage in einem bis heute für evangelisches Verständnis massgeblichen Masse geprägt haben.

    Kirchenlehrer – evangelisch – Martin Luther – Martin Chemnitz – Ferdinand Christian Bauer – Adolf von Harnack – Karl Barth.

  • Gregor Emmenegger I «Haltet euch an mein Vorbild!» (1Kor 4,16) – Zur Etablierung der ‹heiligen Väter› als Gewährsmänner der Rechtgläubigkeit und Tradition in der frühen Kirche

    «Haltet euch an mein Vorbild!» (1Kor 4,16) – Zur Etablierung der ‹heiligen Väter› als Gewährsmänner der Rechtgläubigkeit und Tradition in der frühen Kirche

    Der vorliegende Text untersucht die Entwicklung und Etablierung der Anrede ‹Vater› für Priester und Bischöfe im frühen Christentum – trotz des biblischen Verbots in Mt 23,9–10. Er analysiert, wie sich die Vorstellung von ‹Kirchenvätern› als Garanten der Rechtgläubigkeit und der Tradition herausbildete und eine zentrale Rolle in den dogmatischen Diskursen einnahm. Der Text beleuchtet die historische Entwicklung von den frühchristlichen Gemeinden, die durch charismatische Persönlichkeiten geprägt waren, hin zu einer institutionalisierten Kirchenstruktur. Dabei wird aufgezeigt, wie die ‹apostolische Sukzession› und das ‹instruktionstheoretische Offenbarungsmodell› zur Sicherung der Überlieferung und der Kontinuität des Glaubens beitrugen. Die Untersuchung schliesst mit der Feststellung, dass das Konzept der ‹heiligen Väter› wesentlich zur Stabilität und Einheit der Kirche in den ersten Jahrhunderten beitrug, während die kritische Reflexion ihrer Lehren in der Gegenwart weiterhin von Bedeutung ist.

    Vatertitel – Kirchenvater – Institutionalisierungsphase – Apostolische Tradition – Väterargument – Patristische Ära.

  • Bernhard Blankenhorn, OP I Thomas von Aquin und Albertuns Magnus als Kirchenlehrer

    Thomas von Aquin und Albertus Magnus als Kirchenlehrer

    Thomas von Aquin war erst der fünfte Heilige der zum Kirchenlehrer ernannt worden ist, während seinem Meister Albert dem Grossen diese Ehre erst im 20. Jahrhundert zuteilwurde. Der vorliegende Artikel untersucht verschiedene historische, theologische und politische Gründe, die hinter der Ernennung von Albert und Thomas zu Kirchenlehrern stehen. Mit Hilfe einer Analogie zum Prozess der Heiligsprechung und mit Blick auf die anwachsende Zahl der Kirchenlehrer seit dem 16. Jahrhundert schlägt der Autor theologische Schlussfolgerungen für den Begriff des ‹Kirchenlehrers› aus katholischer Perspektive vor.

    Thomas von Aquin – Albert der Grosse – Scholastik – Rheinländische Mystik – Kirchenlehramt.

  • Ingo Klitzsch I Doctor ecclesiae Martinus Lutherus? – Eine Antwort aus protestantisch-kirchenhistorischer Perspektive

    Doctor ecclesiae Martinus Lutherus? – Eine Antwort aus protestantisch-kirchenhistorischer Perspektive

    Ökumenische Impulse des 20./21. Jahrhunderts aufgreifend wird differenziert untersucht, inwiefern Martin Luther aus protestantisch-kirchenhistorischer Perspektive als ‹Doctor ecclesiae› betrachtet werden kann. Den zeitlichen Endpunkt stellt die lehramtliche Festlegung des Konzepts des Kirchenlehrers Mitte des 18. Jahrhunderts dar. Analysiert werden zunächst analoge protestantische Konzepte (‹Doktortitel› Luthers; Vorstellung der ‹series doctorum›). Darauf aufbauend wird verfolgt, inwiefern die dem römisch-katholischen ‹Kirchenlehrer-Konzept› eignenden Kriterien ‹Heiligkeit des Lebens› und ‹herausragende Lehre› in den frühen Lutherbiographien, Apophthegmata Lutheri-Sammlungen (‹Tischreden›) bzw. im ‹Konfessionellen Zeitalter› die zeitgenössische Luthermemoria prägten. Am Ende steht ein Ausblick auf das Zeitalter von Pietismus und Aufklärung, mit dem sich ein Neuansatz verbindet, der zugleich eine deutliche Relativierung vorangehender Konvergenzen von Luthermemoria und ‹Kirchenlehrer-Konzept› bedeutet.

    Luthermemoria – Lutherbild – Tischreden – Apophthegmata Lutheri – Lutherbiogaphien – Kirchenlehrer – Doktortitel – Heiligkeit – Lehre.

VARIA

  • Georg Modestin I Die christliche Gesellschaft als spätmittelalterliches Reformprojekt – Zu einer neuen Nider-Edition

    Die christliche Gesellschaft als spätmittelalterliches Reformprojekt – Zu einer neuen Nider-Edition

    Der Dominikaner Johannes Nider († 1438) ist als eifriger Ordensreformer und fruchtbarer Autor bekannt. Unter seinen Werken ist vor allem der Formicarius(«Ameisenhaufen») weit rezipiert worden, da der Traktat ein frühes Zeugnis für die Verfolgung von Hexern und Hexen im Alpenraum darstellt. Dabei ist die inhaltliche Spannbreite dieser didaktischen Schrift viel grösser. Nider entwirft darin für sein Zielpublikum, den dominikanischen Nachwuchs, anhand von 160 Exempla bzw. Anekdoten seine Vision einer christlichen Gesellschaft, die nach monastischen Grundsätzen reformiert werden soll. Die von Catherine Chêne erarbeitete erste kritische Edition des Formicarius erlaubt es, den Traktat in seiner Gesamtheit zu entdecken.

    Johannes Nider – Formicarius – dominikanische Reform – Reform der christlichen Gesellschaft – Textedition.

  • Mark Edward Ruff I Reflections on Recent Writings on American Ecumenical Protestantism

    Reflexionen über neuere Schriften zum amerikanischen ökumenischen Protestantismus

    Diese Sammelrezension nimmt drei Bücher in den Blick, die sich mit dem sogenannten amerikanischen ökumenischen Protestantismus des 20. und 21. Jahrhunderts beschäftigen. Bis vor kurzem konzentrierten sich Wissenschaftler der US-amerikanischen Religions- und Zeitgeschichte hauptsächlich auf die vielen evangelikalen Bewegungen und auf den Aufstieg der religiösen Rechten. Der Aufstieg der religiösen Rechten kann jedoch nicht erklärt werden, ohne dass man den entsprechenden Verlust politischen und kulturellen Einflusses und an Mitgliedern progressiver Kirchen und religiöser Gemeinschaften analysiert. Bis in die 1960er-Jahre hinein konnten diese liberalen protestantischen Kirchen als dominante Konfessionen ihren Einfluss auf die Gesamtgesellschaft ausüben. Als Vorreiter auf den Gebieten der Friedensbewegung und der Bürgerrechtsbewegungen mussten sie einen hohen Preis für ihren Aktivismus bezahlen. Für konservative Gemeindemitglieder waren sie zu radikal, während sie für liberale Aktivist/-innen nicht radikal genug waren.

    Ökumenischer Protestantismus – Ökumene – Religiöse Rechte – Amerikanische Religion – Mainstream-Protestantismus – Bürgerrechtsbewegung – Antikriegsbewegung – Religiöse Linke.