Fortbildungskurse 2027
| Thema | Dozent:in | Datum / Ort |
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| Vortrag mit Erfahrungsaustausch und Diskussionsrunde: Looping-Effekte - Wie ansteckend sind psychische Erkrankungen | Thorsten Padberg Mitglied der Schwerpunktleitung Verhaltenstherapie an der Berliner Akademie für Psychotherapie |
Freitag, 18.06.2027 Online 9.15 – 11.30 Uhr |
| Einführung in die Emotionsfokussierte Familientherapie (EFST) | Dr. phil. Marielle Sutter Leiterin Institut für Emotionsfokussierte Therapie Schweiz (IEFT) |
Freitag, 10.09.2027 Online 9.15 – 16.00 Uhr* |
| ACT bei Zwangsstörungen / Einbezug der Eltern in die Behandlung von Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen | Dr. rer. nat. Juliane Ball Leitende Psychologin PUK, Zürich Lic. phil. Ukaegbu Okere ZHAW |
Freitag, 19.11.2027 Online 9.15 – 16.00 Uhr* |
*7.0 FSP Fortbildungseinheiten
Fortbildungsgebühren
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Normalpreis |
AV-KJ+ Alumni:ae Mitglieder |
AV-KJ+ Weiterbildungsteilnehmende |
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Fortbildung |
CHF 150.- | CHF 120.- | CHF 50.- |
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Vortrag |
CHF 80.- | CHF 60.- | CHF 25.- |
Wenn aufgrund von zu wenigen Anmeldungen für eine Fortbildung der Kurs nicht kostendeckend durchgeführt werden kann, kann der Veranstalter den Kurs absagen.
Anmeldeschluss jeweils 30 Tage vor dem Datum der Fortbildung
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Looping-Effekte - Wie ansteckend sind psychische Erkrankungen

Looping-Effekte - Wie ansteckend sind psychische Erkrankungen
Thorsten Padberg
Freitag, 18.06.2027
Online
9:15 – 11:30 Uhr
Vortrag mit Erfahrungsaustausch und DiskussionsrundeZur Person
Thorsten Padberg betrachtet als Psychotherapeut, Autor und Journalist psychologische Themen aus einem anderen Blickwinkel. Mit seinem preisgekrönten Podcast Therapieland und seinem Buch Die Depressions-Falle zeigt er, wie Psychotherapie und Gesellschaft einander beeinflussen – und wie wichtig es ist, vermeintlich klare Wahrheiten zu hinterfragen. Er arbeitet in eigener Praxis in Berlin, wo er auch Mitglied der Schwerpunktleitung Verhaltenstherapie an der Berliner Akademie für Psychotherapie ist.
Homepage: Thorsten Padberg
Zum Thema
Zunehmend stellen sich Klient:innen mit Selbstdiagnosen in der Praxis vor, die von fachlichen Definitionen teils erheblich abweichen. Neue Symptome wie «mangelnde Objektpermanenz» bei ADHS entstehen oft ausserhalb wissenschaftlicher Diskurse, etwa durch Influencer:innen. Therapeut:innen obliegt es, einen Umgang damit zu finden.
Wie kommt es dazu? Mitverursacht wird diese Entwicklung durch soziale Medien und Mental-Health-Kampagnen, die psychische Begriffe popularisieren, dabei aber häufig vereinfachen, ausweiten oder verschieben. Aber auch Experten lassen sich von gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflussen und treiben so diagnostische Veränderungen voran. Der Vortrag untersucht, wie Diagnosen und diagnostische Konzepte auf Personen zurückwirken und dadurch Selbstwahrnehmung und Verhalten mitformen.
Im Vortrag beschreibe ich die psychologische Basis der Selbstdiagnose und ihre psychologischen Folgen. In einer Frage- und Diskussionsrunde werden wir uns zudem über Möglichkeiten des Umgangs damit austauschen. Auch hierzu gibt es erste Anregungen aus Forschung und Praxis, die ich in das Gespräch einbringen werde.
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Einführung in die Emotionsfokussierte Familientherapie (EFST)

Einführung in die Emotionsfokussierte Familientherapie (EFST)
Dr. phil. Marielle Sutter
Freitag, 10.09.2027
Online
9:15 – 16:00 UhrZur Person
Dr. phil. Marielle Sutter, lic. rer. soc., ist eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin FSP und leitet seit 2014 das Institut für Emotionsfokussierte Therapie (IEFT) Schweiz.
Sie studierte an der Universität Bern, promovierte bei Klaus Grawe und absolvierte eine integrative Weiterbildung in kognitiver Verhaltenstherapie mit interpersonellem Schwerpunkt. Seit 2008 liegt ihr fachlicher Schwerpunkt auf der Emotionsfokussierten Therapie (EFT) mit Einzelpersonen, Paaren und Familien. In diesem Ansatz bildet sie sich kontinuierlich weiter.
Als Ausbildnerin und Supervisorin ist sie am IEFT Schweiz sowie an weiteren Instituten und Universitäten im deutsch- und französischsprachigen Raum tätig. In ihrer Praxisgemeinschaft in Bern arbeitet sie psychotherapeutisch mit Einzelpersonen, Paaren und Familien. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Bern.
Zum Thema
Die Emotionsfokussierte Familientherapie (Emotion-Focused Skills Training, EFST) basiert auf der Emotionsfokussierten Therapie (EFT). Dieser humanistische Ansatz verbindet Prinzipien der Personenzentrierten Therapie mit gestalttherapeutischen Interventionen. EFT ist stark praxis- und erlebensorientiert und fördert Lernen durch unmittelbare emotionale Erfahrung.
EFST ist ein wissenschaftlich fundierter, kurzzeittherapeutischer Ansatz, der Eltern und andere Bezugspersonen darin unterstützt, Kinder und Jugendliche mit psychischen Schwierigkeiten hilfreich zu begleiten. Studien zeigen, dass EFST nicht nur positive Veränderungen in der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördern kann, sondern auch das Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit von Eltern in ihrer Rolle stärkt.
Der eintägige Workshop vermittelt einen Einblick in die theoretischen Grundlagen und zentralen Arbeitsweisen der EFST. Dabei wird beleuchtet, wie Emotionen unser Handeln und unsere Beziehungen prägen, mit besonderem Fokus auf die Interaktion zwischen Eltern und Kindern.
Im praxisorientierten Teil lernen die Teilnehmenden vier zentrale Kompetenzen kennen, die Eltern im Rahmen der EFST vermittelt werden: Emotionen validieren, wirksam Grenzen setzen, Beziehungsverletzungen reparieren und eigene emotionale Blockaden überwinden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf erlebensbasierten Stuhlinterventionen, die anhand von Videomaterial veranschaulicht und praxisnah vermittelt werden.
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ACT bei Zwangsstörungen / Einbezug der Eltern in die Behandlung von Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen

ACT bei Zwangsstörungen / Einbezug der Eltern in die Behandlung von Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen
Lic. phil. Ukaegbu Okere
Dr. rer. nat. Juliane Ball
Freitag, 19.11.2027
Online
9:15 – 16:00 UhrDozenten
Lic. phil. Ukaegbu Okere ist Dozent und Verhaltenstherapeut für Kinder und Jugendliche an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Seit 2020 ist er Studienleiter der prozessfokussierten Weiterbildung in transtheoretischer Kinder- und Jugendpsychotherapie an der ZHAW. Neben seiner Lehrtätigkeit ist Ukaegbu Okere an verschiedenen psychiatrischen und sozialpädagogischen Einrichtungen als Einzel- bzw. Teamsupervisor tätig.
Dr. rer nat. Juliane Ball ist leitende Psychologin und Verhaltenstherapeutin für Kinder und Jugendliche. Sie arbeitet seit 2011 an der Psychiatrischen Universitätsklinik, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Zürich und leitet neben dem Ambulatorium Zürich die Sprechstunde für Tic- und Zwangsstörungen. In der klinischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen hat sie die Intensive Kurztherapie sowie das SPACE-Programm an der KJPP implementiert. Juliane Ball unterrichtet an verschiedenen Weiterbildungsinstituten und ist als Supervisorin tätig.
Klärungsorientierte Interventionen in der Behandlung von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter
Die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung von Zwangsstörungen, insbesondere die Exposition mit Reaktionsmanagement, gilt als empirisch gut abgesicherte Methode. Zentraler Wirkfaktor ist dabei die korrektive Erfahrung im Sinne einer Realitätstestung. In der praktischen Umsetzung stellt jedoch die ausreichende Motivation der Betroffenen häufig eine Herausforderung dar.
Klärungsorientierte Interventionen können durch die Förderung von Bewusstsein und Einsicht dazu beitragen, die Veränderungsbereitschaft der Betroffenen und deren Bezugspersonen zu fördern und die Grundlage für eine erfolgreiche Expositionsbehandlung zu schaffen. Zwangssymptome werden dabei als Ausdruck dysfunktionaler Lösungsversuche innerpsychischer und interpersoneller Konflikte verstanden. Klärungsorientierte Methoden zielen darauf ab, die innerpsychischen und intrapersonellen Konflikte zu explorieren, bewusst zu machen und bestenfalls aufzulösen bzw. zu transformieren. Ziel ist es, funktionalere Strategien zur Befriedigung psychischer Grundbedürfnisse zu entwickeln.
Im Workshop werden erlebensaktivierende Methoden vermittelt, mit denen zwangssymptomassoziierte Bewältigungsversuche gewürdigt sowie bewusstseinsferne innerpsychische und interpersonelle Konflikte aufgelöst werden können. Dadurch wird die Umsetzung funktionalerer Verhaltensweisen zur Bedürfnissicherung – im Sinne der Exposition mit Reaktionsverhinderung – nachhaltig unterstützt.
Die Rolle der elterlichen Einbindung bei der Behandlung von Angst- und Zwangserkrankungen im Kindes- und Jugendalter
Angst- und Zwangserkrankungen gehören zu den häufigen psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Bei beiden Störungsbildern ist ein wesentliches Element der Behandlung die kognitive Verhaltenstherapie mit der Methode der Exposition mit Reaktionsmanagement. Nicht selten sind im Rahmen von Angst- und Zwangserkrankungen aber nicht nur die Kinder betroffen, sondern werden Eltern und Geschwister in die Symptomatik einbezogen. Dies kann mit schweren Beeinträchtigungen des Familienlebens sowie schlechten Beziehungen zu Gleichaltrigen einhergehen. Auch wenn wir vor dem Hintergrund eines multifaktoriellen Entstehungsmodells klar sagen können, dass die Eltern an den Ängsten und Zwängen nicht schuld sind, so wird dennoch deutlich, dass das Verhalten der Eltern einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Aufrechterhaltung und Ausdehnung der Symptomatik haben kann. Das elterliche Bedürfnis ihr Kind in schwierigen Situationen beschützend zur Seite zu stehen oder es zu schonen, ist nachvollziehbar. Ausserhalb von psychischen Erkrankungen ist es auch sinnvoll und gehört zu den Aufgaben des Elternseins, aber bei nicht alterstypischen und klinisch relevanten Angst- und Zwangssymptomen ist diese Form der Anpassung kontraproduktiv. Diese elterliche Einbindung oder im englischen Family Accommodation verringert die Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer Interventionen und verstärkt die Symptomatik. Im Rahmen des Vortags wird erarbeitet, welche Formen von elterlicher Einbindung auftreten können und welche Interventionsmöglichkeiten sich in der Zusammenarbeit mit den Eltern ergeben. Dabei werden Ansätze eines therapeutischen Konzeptes von Eli Lebowitz vorgestellt und deren Implementierung in die ambulante psychotherapeutische Versorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Zürich.
