Claudia Keller

Prof. Dr. phil. in Environmental Humanities, Assistenzprofessorin

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 claudia.keller@unifr.ch
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 https://orcid.org/0000-0003-3734-8636

Ich beschäftige mich mit der kulturellen Wahrnehmung von Biodiversität in historischer Perspektive sowie der Gegenwart. Im Zentrum steht die Frage, wie Narrative über Umweltherausforderungen gesellschafftliche Lösungsansätze bestimmen: Welche ethischen, ästhetischen und affektiven Werte erhält Biodiversität in den verschiedenen Narrativen? Inwiefern prägen kulturelle Erzählungen auch negative Werte von Biodiversität, etwa im Zusammenhang von 'invasiven' Arten oder Feuchtgebieten? Das Ziel ist es, Erkenntnisse über Narrative für die Biodiversitätskommunikation nutzbar zu machen.

Biografie

Mehr Informationen: www.claudia-keller.ch

2015 habe ich an der Universität Zürich mit einer Arbeit über die Kulturtheorie des Weimarer Klassizismus promoviert. Während eines Postdoc an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Klassik Stiftung Weimar (2015-2017) habe ich eine Ausstellung über Johann Joachim Winckelmann und seiner politischen, anthropologischen und ästhetischen Wirkung in der Moderne ko-kuratiert. Von 2017-2025 war ich als wissenschaftliche Oberassistentin am Deutschen Seminar der Universität Zürich und von 2024-2025 als Suppléeant chargée de cours an der Section d’allemand der Universität Genf tätig. Meinen Schwerpunkt zu Biodiversitätsnarrativen habe ich u.a. im Zusammenhang meiner Affiliation mit dem URPP «Global Change and Biodiversity» der UZH (2021-2024) sowie im Rahmen meiner Funktion als Mitglied des Plenums (seit 2021) und Kuratoriums (seit 2023) des Forum Biodiversität Schweiz der SCNAT entwickelt. 

Aktuell arbeite ich an zwei Forschungsprojekten: 

In meinem vom SNF als Starting geförderten Projekt „Narrating Variety. Biodiversity as Paradigm of Transformation” (2026–2030). Es analysiert erstmals systematisch, wie Biodiversität in Wissenschaft, Politik und Kultur – insbesondere der Literatur – erzählt, dargestellt und gerechtfertigt wird. Dabei fokussiere ich darauf, wie sich das Paradigma «Biodiversität» aus dem angelsächsischen Raum im deutschsprachigen Kontext und insbesondere in der Schweiz etabliert hat und welche Narrative hier den Diskurs prägen. Daraus werden in einem zweiten Schritt Erkenntnisse für die zukünftige Biodiversitätskommunikation abgeleitet.

In einem Teilprojekt des NFP 82 „Biodiversität und Ökosystemleistungen” mit dem Titel „Promoting Biodiversity by Addressing Environmental Disvalue Narratives” untersuche ich gemeinsam mit Dr. Anna Deplazes Zemp (UZH), Prof. Dr. Joëlle Salomon-Cavin (UniL), Anna Billeter (WWF) und Thomas Wirth (WWF), wie Menschen auf Konflikte rund um den Schutz der Biodiversität in Feuchtgebieten reagieren. In meinem Subprojekt erforsche ich die kulturellen Narrative, die diesen Gebieten schon seit jeher negative Werte zuschreiben, und untersuche, welche neuen Narrative aktuell entstehen, um diese negative Prägung zu verändern. Das Ziel des Projekts ist es, einen konstruktiven Dialog über die Chancen und Herausforderungen der Biodiversität zu fördern.

Forschung und Publikationen

  • Publikationen
    35 Publikationen

    Natur/Kultur , in Hermann Hesse-Handbuch
    Claudia Keller (2025), ISBN: 9783476060075 | Buchkapitel

    Gegen die Stille. Affektpoetiken im Zeitalter des Insektensterbens
    Claudia Keller, Insektenpoesie. Ansätze zu einer literarischen Entomologie: (2025) | Konferenz

  • Forschungsprojekte