Covid-19 Publikationsdatum 09.02.2022

FS22: Darf man sich eine Wiederaufnahme in aller Ruhe erhoffen?


FS22: Darf man sich eine Wiederaufnahme in aller Ruhe erhoffen?

Am 21. Februar wird der Frühlingssemester 2022 (FS22) beginnen, der vierte im Zeichen des COVID. Es wäre hochmütig anzunehmen, dass wir inzwischen erfahren genug sind, um diese Wiederaufnahme in aller Ruhe zu planen und vorzubereiten. Der Semesterbeginn im Herbst 2021 hat es ja bewiesen. Die politische und sanitäre Lage veränderte sich ein paar Tage vor Beginn der Vorlesungszeit komplett, was die Schweizer Universitäten, inklusive der Universität Freiburg, dazu zwang Sicherheitsmassnahmen hastig zu ergreifen. Sich der Schwierigkeit der Situation bewusst, hat die AGEF jedoch zahlreiche Inkohärenzen in den Regeln bemerkt, die der Studierendenschaft auferlegt wurden. Viele verloren trotz ihres guten Willens den Zugang zu den Vorlesungsräumen. Ein häufig mangelhaftes hybrides System, unzureichende kantonale Testkapazitäten und ein fehlendes Angebot an kostenlose Tests auf dem Campus zwangen viele Studierende dazu, ihr Semester zu überdenken oder sogar abzubrechen. Das Dilemma war folgendes: Entweder den Präsenzunterricht besuchen, allerdings nur mit wöchentlicher Ausgabe von grossen Summen für Tests (sofern dies überhaupt möglich war), oder den Unterricht im Distanzmodus folgen mit einer Qualität, die weit unter den legitimen Erwartungen der Studierendenschaft lag.

Trotz einer zur Zeit günstige epidemiologische Lage muss diese Wiederaufnahme mit grosser Vorsicht vorbereitet werden. Die Erfahrungen der drei letzten Semesteranfänge haben gezeigt, dass die Situation ungewiss bleibt und dass das Gleichgewicht zwischen Präsenzunterricht und Schutz der Teilnehmenden an das universitäre Leben sehr unsicher ist.

Des Weiteren darf nicht vergessen werden, dass das Schließen der Universitäten die einfache Lösung für den Bundesrat bleibt. Wie wir es in unserer Stellungnahme vom 13. Dezember 2021 ankündigten, nützte die Regierung mehrmals das geringe ökonomische und politische Gewicht der Studierenden aus, um soziale Kontakte einzuschränken. In den Massnahmen, die am 10. Dezember 2021 sowie am 12. Januar 2022 zur Konsultation gestellt wurden, sieht der Bundesrat einen reinen Online-Unterricht in den Schweizer Universitäten und Hochschulen. Dank einer gemeinsamen Bewegung der Schweizer Universitäten, zu denen die Universität Freiburg zählt, sowie von SwissUniversities und der grossen Mehrheit der Kantone setzte der Bundesrat diese Massnahmen nicht um. Es ist allerdings wichtig sich zu erinnern, dass das Schließen der Universitäten eine Option für die Regierung bleibt und dass der Unterricht ausschliesslich im Präsenzmodus noch nicht garantiert ist.

Es ist daher schwer vorherzusehen, wie der Wiederanfang im Februar 2022 stattfinden wird. Unterricht in Präsenz oder hybrid? Für alle zugänglich oder mit 3G/2G/2G+-Pflicht? usw. Viele Fragen bleiben also unbeantwortet. Bei solcher Ungewissheit hält die AGEF an dieselbe Position wie seit dem Anfang der Krise fest: Der ganzen Studierendenschaft soll der Unterricht zugänglich sein, und zwar unabhängig vom sanitären Kontext. Sei es durch die Einführung von kostenlosen Tests auf dem Campus oder eine Verbesserung der epidemiologischen Lage, es ist möglich, den Präsenzunterricht und eine gesunde Umgebung für die Gesamtheit der Studierenden und Mitarbeitenden der UNIFR zu verbinden.

Für das Komitee,

Guillaume Haas