| Description |
Die Ergebnisse der Familienforschung der letzten dreissig Jahre deuten auf einen tiefgreifenden Wandel familialer Lebensformen hin. Dieser spiegelt sich einerseits im Rückgang konventioneller Familienformen, etwa der Kernfamilie als Vater-Mutter-Kind-Konstellation, die zunehmend an prägender Bedeutung verlieren – auch wenn sie in Politik und Gesellschaft, insbesondere in der Schweiz – weiterhin als Leitbild gelten. Andererseits entstehen immer mehr unterschiedliche Familienformen, wie etwa Konsensualpartnerschaften, alleinerziehende Elternteile oder Patchworkfamilien. Diese Trends lassen sich auf demografische und gesellschaftliche Wandlungsprozesse zurückführen (u. a. Peuckert 2013), die zugleich eine Transformation etablierter Familienkonzepte markieren. Normative Vorstellungen von Familie als biologisch und rechtlich klar abgegrenzter Einheit weichen zunehmend offeneren, fluideren und individualisierten Modellen des familiären Zusammenlebens (vgl. Peuckert et al. 2018). Dieser Wandel geht mit Veränderungen tradierter Rollenbilder und Lebensentwürfe einher (Welzel & Inglehart 2007). Gleichzeitig kann er die politische Umsetzung familienpolitischer Massnahmen erleichtern (Lewis 2007). Ferner ist nach Pfau-Effinger (2005) davon auszugehen, dass politische Reformen ihrerseits auf Normen und Lebensmodelle zurückwirken, indem sie bestimmte Familienformen fördern, legitimieren oder überhaupt erst ermöglichen. Die Vortragsreihe greift diese Entwicklungen auf und widmet sich unter anderem den folgenden Fragestellungen zum Familienwandel: Wie haben sich die Familienformen in den letzten Jahrzehnten gewandelt? Welche sozialpolitischen Entwicklungen haben den familialen Wandel geprägt und umgekehrt? Inwieweit hat der familiale Wandel zu neuen sozialpolitischen Massnahmen geführt? Wie hat die Digitalisierung Familienleben, Paarbeziehungen und Sexualität verändert? |
| Training objectives |
Lernziele (MA) Kursbesuch Regelmässige und aktive Teilnahme Leistungsnachweis Lesen von mindestens einem der vorgeschlagenen Artikel pro Referat Kleine schriftliche Arbeit (Policy brief) im Laufe des Semesters (benotet) Prüfung Mündliche Prüfung am Ende des FS (benotet) Prüfungsstoff: Pflichtlektüre-Texte und kompletter Stoff der Veranstaltungen (Referat, Folien, …) Sprache Der Kurs wird in Englisch und Deutsch geführt. Die Leistungsnachweise und die Prüfung können wahlweise auf Deutsch oder auf Englisch absolviert werden. |