LehrePublikationsdatum 30.04.2026

Der Bund unterstützt die Zusammenarbeit zwischen der Unifr und der HES-SO // Freiburg zur Förderung des Hochschulzugangs für Geflüchtete


Die Hochschulen des Kantons Freiburg erhalten für den Zeitraum 2026–2028 eine Bundesförderung von 252’000 Franken, um ihre Zusammenarbeit zur Förderung der Chancengleichheit beim Hochschulzugang für Personen aus dem Asylbereich zu stärken. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Programms «Chancengerechtigkeit – Förderung von Gleichstellung, Diversität und Inklusion auf allen Ebenen der Hochschulen», insbesondere innerhalb der durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) finanzierten Handlungslinie «Potenziale nutzen».

Der Kanton Freiburg verfügt über zwei Studienvorbereitungsprogramme für hochqualifizierte Personen aus dem Asylbereich: AlterEgauZ, welches 2021 an der Hochschule für Soziale Arbeit Freiburg (HETS-FR) lanciert und 2025 im Rahmen des Hub AlterEgauZ auf die Hochschule für Technik und Architektur (HTA) sowie die Hochschule für Wirtschaft (HSW) ausgeweitet wurde, sowie Hérodote, das seit 2023 an der Universität Freiburg angeboten wird. Beide Programme umfassen Sprachkurse, eine Einführung in das Studienfach sowie transversale Angebote, die die Integration in die Hochschulgemeinschaft fördern sollen.

Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass diese Elemente allein nicht ausreichen, um nachhaltig an einer Hochschule Fuss zu fassen und erfolgreich zu studieren. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt
«Von der Zulassung zur Teilhabe: Sprache, Anerkennung und Inklusion in der höheren Bildung im Kanton Freiburg» gemeinsam von Hérodote-Team und dem Hub AlterEgauZ der HES-SO Freiburg eingereicht. Dank der gesprochenen Bundesmittel sowie zusätzlicher Eigenmittel der Universität Freiburg und der HETS-FR – welche das Projekt für die HES-SO Freiburg koordiniert – können beide Programme ab dem Herbstsemester 2026 ihre bestehenden Angebote durch gemeinsame Aktivitäten ergänzen. Ziel ist es, hochqualifizierte geflüchtete Personen besser auf die Wiederaufnahme eines Studiums in der Schweiz vorzubereiten und zugleich die Bildungsinstitutionen zu deren Aufnahme zu befähigen.

Sprache als Schlüssel zur Inklusion
Das Projekt konzentriert sich einerseits auf die Förderung von Sprachkenntnissen in der Studiensprache. Das Sprachenzentrum der Universität Freiburg wird hierfür einen auf das Studium ausgerichteten Französischkurs entwickeln, welcher den Teilnehmenden der Studienvorbereitungsprogramme vorbehalten ist und das bestehende Angebot an allgemeinen Sprachkursen ergänzt. Parallel dazu konzipiert und realisiert das Koordinationsteam des Hub AlterEgauZ erfahrungsbasierte Lernangebote, wie Forumtheater, gemeinsame Wissenskonstruktion durch Austausch, sowie Lernretraiten. Diese Formate zielen darauf ab, sprachliche Sicherheit, Reflexionsfähigkeit und Selbstvertrauen im mündlichen Ausdruck und beim öffentlichen Sprechen auf Französisch zu stärken.

Sprache steht nicht umsonst im Mittelpunkt des Projekts: die Kommunikation an Universitäten und Fachhochschulen folgt spezifischen, meist impliziten Regeln, die spontan schwer zugänglich sind. Um erfolgreich zu sein, müssen Studienvorbereitungsprogramme daher über den Erwerb von Grammatik, Syntax und Wortschatz hinausgehen und gezielt studienrelevante Sprachkompetenzen vermitteln, die einen klaren Bezug zu einem spezifischen institutionellen Kontext haben.  

Sensibilisierung der Hochschulgemeinschaft
Der Hochschulzugang für Geflüchtete erfordert jedoch Gegenseitigkeit. Insofern ist die Aufnahme von Menschen mit Fluchthintergrund für die Hochschulen zugleich eine Chance, ihre Kommunikationspraktiken und die daraus resultierenden Inklusions- und Exklusionsmechanismen kritisch zu analysieren – was nicht nur Geflüchteten, sondern auch anderen Studierenden mit unterschiedlichen Formen von Vulnerabilität zugutekommt.

Ein zweiter Strang des Projekts mobilisiert deshalb die gesamte Hochschulgemeinschaft und dient dazu, die impliziten Praktiken beider Institutionen sichtbar zu machen und zu dekonstruieren. Dies geschieht über partizipative Workshops, Informationsveranstaltungen und gezielte Sensibilisierung. Zusätzlich zu den Tätigkeiten innerhalb der Hochschulen wird die HES-SO // Freiburg auch die Akteure aus der Berufspraxis sensibilisieren, bei denen die FH-Studierenden ihre obligatorischen Praktika absolvieren.

Zusammenarbeit als Stärke
Eine besondere Stärke des Projekts liegt in der Aktivierung eines breiten, bereits gut etablierten Netzwerks im Kanton Freiburg. Im Rahmen des Kantonalen Integrationsprogramms (KIP 3) arbeiten die Universität Freiburg und die HETS Freiburg seit mehreren Jahren eng mit dem Kantonalen Sozialamt (KSA), dem Amt für Ausbildungsbeiträge (ABBA), der Plattform FRintegration sowie mit den für die Begleitung von Personen aus dem Asylbereich zuständigen Organisationen Caritas Schweiz und ORS SA zusammen. Dieses Netzwerk wird in verschiedenen Projektphasen gezielt einbezogen, wobei auf den Austausch von Best Pratices und auf Synergien gesetzt wird, um die Wirkung des Projekts zu maximieren und gleichzeitig die Ressourcen effizient einzusetzen.