Islam und GesellschaftPublikationsdatum 23.08.2023

Bundesrat bescheinigt dem Freiburger Zentrum erfolgreiche Arbeit


Seit 2015 existiert das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft an der Universität Freiburg. Der Bund finanziert dieses noch bis Ende 2024 mit jährlich einer halben Million Franken. Eine externe Evaluation hat nun zu einem umfassenden Bericht geführt. Darin würdigt der Bundesrat unter anderem die Praxisbezogenheit, die Breite der Zielgruppen und die partnerschaftliche Arbeitsweise des Zentrums.

«Das SZIG hat sich bereits sehr gut etabliert und leistet sehr gute Arbeit. Es deckt einen vorhandenen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bedarf.» So lautet das Fazit des Bundesratsberichts anlässlich der Evaluation des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft (SZIG) der Universität Freiburg. Der Bericht bezeichnet die «Inklusion der muslimischen Organisationen» als wichtigen Erfolgsfaktor. So arbeite das SZIG nicht nur über, sondern auch mit den Musliminnen und Muslimen in der Schweiz.

«Grosse Stärke des SZIG»
Der Bundesratsbericht blickt auf die Arbeit des SZIG in den Bereichen Forschung, Lehre und Weiterbildung. Die angewandte, praxisnahe Forschung, die auf religionsgesellschaftliche Fragen spezialisiert ist, wird als «eine grosse Stärke des SZIG» bezeichnet. Im Hinblick auf das Masterprogramm «Islam und Gesellschaft» würdigt der Bundesrat in Rückgriff auf eine Befragung der Studierenden die Interdisziplinarität, die Praxisbezogenheit und die Förderung von Diskussionen. Schliesslich wird die Breite der Zielgruppen hervorgehoben, die das SZIG durch seine Weiterbildungsangebote in den Bereichen Seelsorge und Prävention von Radikalisierung erreicht.

Die Arbeit des SZIG ist durch Kooperationen mit einem breiten Spektrum an Institutionen geprägt. Der Bericht betont, dass diese die Zusammenarbeit als «zuverlässig, professionell und kompetent» erlebten. Aus Sicht der muslimischen Organisationen werde besonders die «integrative und partnerschaftliche Arbeitsweise» des SZIG geschätzt. Zugleich sei die Unabhängigkeit des SZIG für seine Rolle zwischen Islam und Gesellschaft von grosser Bedeutung. Insgesamt gelangt der Bundesrat zu der Einschätzung, dass das SZIG als schweizweit tätiges Kompetenzzentrum in der Wahrnehmung vieler Fachpersonen etabliert ist.

Bestätigung für neun Jahre Arbeit
Die vom Büro Ecoplan durchgeführte Evaluation bezieht sich auf die Bundesförderung des SZIG, welches noch bis Ende 2024 mit rund einer halben Million Franken pro Jahr aus projektgebundenen Beiträgen nach Hochschulfördergesetz erfolgt. Der Bundesratsbericht erfüllt das im Juni 2021 eingereichte Postulat des Nationalrats Piero Marchesi, welches einen Bericht über die Tätigkeiten des SZIG gefordert hat.

Die Universität Freiburg zeigt sich erfreut über die Würdigung des SZIG durch den Bundesrat. «Es handelt sich um eine schöne Bestätigung für neun Jahre modellhafter Arbeit des SZIG an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft und eine Anerkennung des grossen und hoch professionellen Einsatzes der Leitung und Mitarbeitenden des Zentrums», so Rektorin Astrid Epiney. Ab Januar 2025 wird daher auch der finanzielle Beitrag des Bundes vollumfänglich durch die Universität Freiburg übernommen. Der Bundesratsbericht zeigt auf Grundlage der Evaluation auch Perspektiven für die Weiterentwicklung des SZIG auf. So müsse etwa angesichts von sensiblen Forschungsthemen der Kommunikation der Forschungsergebnisse besondere Beachtung geschenkt werden. Die Universität Freiburg wird die Empfehlungen der Evaluation in Absprache mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) umsetzen.