Gender und soziale Gerechtigkeit: Globalisierung und Geschlecht: Strukturen, Prozesse, Institutionen
UE-L20.00058

Dozenten-innen: Ludi Regula
Kursus: Master
Art der Unterrichtseinheit: Vorlesung
ECTS: 3
Sprache-n: Deutsch
Semester: FS-2026

Geschlecht und globale Ordnung in Zeiten geopolitischer Krisen

In der Weltpolitik triumphiert eine neue Form rassifizierter hegemonialer Männlichkeit, empathiefrei, grausam, misogyn und offen mit Sympathien für den Faschismus kokettierend. Ihre Exponenten huldigen dem «Recht des Stärkeren» und zertrümmern mutwillig etablierte Normen und Rechte. Gender steht im Zentrum aktueller Umwälzungen und Konflikte. Mit Antifeminismus und Hetze gegen LGBTQ zielen autoritäre Regimes und die erstarkte Rechte auf eine Restauration angeblich naturgegebener Geschlechterverhältnisse. Zugleich beschleunigt die entfesselte globale Konkurrenz um Ressourcen die Ausbeutung von Mensch und Natur und verschärft global die soziale Ungleichheit. Die Zeitdiagnose spricht von einer Vielfachkrise des neoliberalen Finanzkapitalismus. Kritiker:innen warnen vor dessen Neigung, die eigenen Grundlagen – Natur, menschliche Arbeit, sozialer Zusammenhalt – zu vernichten und damit die menschliche Existenz überhaupt in Frage zu stellen(Nancy Fraser).

Wir fragen in diesem Kurs nach Ursachen der gegenwärtigen Verwerfungen. Wie haben sich die Strukturen vergeschlechtlichter und rassifizierter Ungleichheit im neoliberalen Finanzkapitalismus verändert? Wie artikuliert sich Gender in der Aushandlung neuer Ordnungsvorstellungen? Wo und wie formiert sich Widerstand gegen die rasante Zertrümmerung von Normen und die Entrechtung von Migrant:innen, Frauen und Transmenschen?