Editorial

«The Balkans resist easy definition.» Mit diesem Satz beschreiben die Fotografen Jaka Teršek und Ivan Tomašević ihre Bildserie, die das Themendossier zum Balkan begleitet. Wie treffend diese Worte sind, ist mir im Laufe der Entstehung dieser Ausgabe immer wieder bewusst geworden. Allein der Versuch, die Grenzen des Balkans bestimmen zu wollen, hat zu mehr Verwirrung als zu Klarheit geführt. Die eigent­- liche Frage aber war nicht, wo der Balkan beginnt oder endet, sondern was wir meinen, wenn wir davon sprechen. Oder in den Worten der Fotografen: «Maps draw lines, but borders rarely explain the region’s spirit.»

Der Begriff «Balkan» weckt ganz unterschiedliche Assoziationen und Emotionen – je nachdem, wer ihn verwendet, in welchem Kontext, mit welcher Absicht und zu welchem Zeitpunkt. Denn «Begriffe sind nie vollständig festgelegt. Sie verändern sich ständig», erklärt die Historikerin Franziska Zaugg im Gespräch mit dem Slavisten Jens Herlth und der Politikwissen­schafterin Natasha Wunsch. «Und genau deshalb lohnt es sich, darüber zu sprechen.»

Auch die Bilder von Jaka Teršek und Ivan Tomašević sprechen über den Balkan, oder besser, sie bieten Raum für Gespräche, Gedanken, Interpretationen.

Ein grosses Dankeschön – Hvala! – an Jaka und Ivan sowie an alle an dieser Ausgabe beteiligten Personen!

Herzlich,
Claudia Brülhart

Mehr zu Jaka Teršek und Ivan Tomašević in unserem Interview