Ariane Schwab
Lektor_in am Departement für Lehrpersonenbildung

Claudia Brülhart ist Chefredaktorin des Wissenschaftsmagazins "universitas". Die diplomierte Übersetzerin und Journalistin hat einen Riecher für gute Texte und schlechte Titel und stellt sich, im wörtlichen wie übertragenen Sinn, gerne mal auf den Kopf.
claudia.bruelhart@unifr.ch @ClaudiaBrlhart https:// claudia-brülhart-24a11b34
Drei Expert_innen diskutieren die Gretchenfrage: Was ist mit «Balkan» gemeint?
«The Balkans resist easy definition.» Mit diesem Satz beschreiben die Fotografen Jaka Teršek und Ivan Tomašević ihre Bildserie, die das Themendossier zum Balkan begleitet. Wie treffend diese Worte sind, ist
mir im Laufe der Entstehung dieser Ausgabe immer
wieder bewusst geworden. Allein der Versuch, die
Grenzen des Balkans bestimmen zu wollen, hat zu
mehr Verwirrung als zu Klarheit geführt. Die eigent-
liche Frage aber war nicht, wo der Balkan beginnt
oder endet, sondern was wir meinen, wenn wir davon
sprechen. Oder in den Worten der Fotografen:
«Maps draw lines, but borders rarely explain the
region’s spirit.»
Der Begriff «Balkan» weckt ganz unterschiedliche Assoziationen und Emotionen – je nachdem, wer ihn verwendet, in welchem Kontext, mit welcher Absicht
und zu welchem Zeitpunkt. Denn «Begriffe sind nie vollständig festgelegt. Sie verändern sich ständig»,
erklärt die Historikerin Franziska Zaugg im Gespräch
mit dem Slavisten Jens Herlth und der Politikwissenschafterin Natasha Wunsch. «Und genau deshalb lohnt
es sich, darüber zu sprechen.»
Auch die Bilder von Jaka Teršek und Ivan Tomašević sprechen über den Balkan, oder besser, sie bieten Raum
für Gespräche, Gedanken, Interpretationen.
Ein grosses Dankeschön – Hvala! – an Jaka und Ivan
sowie an alle an dieser Ausgabe beteiligten Personen!
Herzlich,
Claudia Brülhart