Klinische Familienpsychologie

Die Abteilung Klinische Familienpsychologie an der Universität Freiburg untersucht die Prozesse, die das Erleben, Verhalten und Wohlbefinden von Menschen in engen Beziehungen prägen. Im Zentrum unserer Forschung steht das Ziel, emotionale, kognitive und physiologische Dynamiken in Paar- und Familienbeziehungen besser zu verstehen und deren Bedeutung für die psychische und körperliche Gesundheit über die Lebensspanne hinweg zu erklären.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf emotionalen Prozessen im Alltag. Wir erforschen, wie Emotionen in Interaktionen zwischen Partnern entstehen, sich dynamisch verändern und sich gegenseitig beeinflussen. Mithilfe längsschnittlicher und alltagsnaher Methoden erfassen wir Beziehungserfahrungen in ihrer natürlichen Umgebung. Darüber hinaus untersuchen wir Bindungsprozesse und interpersonelle Wahrnehmung. Individuelle Unterschiede wie Bindungsunsicherheit oder Zurückweisungssensitivität beeinflussen, wie Partner Emotionen regulieren, Verhalten interpretieren und Beziehungen erleben. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf kritischen Übergängen im Lebensverlauf, wie dem Übergang zur Elternschaft. Wir analysieren, wie sich emotionale Dynamiken, Stress und Partnerschaftsqualität in solchen Phasen verändern und welche Faktoren eine erfolgreiche Anpassung unterstützen.

Unsere Forschung berücksichtigt in besonderer Weise dyadische Prozesse, also die wechselseitige Beeinflussung von Partnern auf emotionaler, verhaltensbezogener und physiologischer Ebene. Ergänzend untersuchen wir kognitive und strukturelle Faktoren wie Beziehungsüberzeugungen, Erwartungen und wahrgenommene Machtverhältnisse sowie deren Einfluss auf Interaktion, Konfliktbewältigung und Zufriedenheit. Zentrale Themen sind Beziehungsqualität und Belastungen, etwa Konflikte, sexuelle Zufriedenheit, Stress, psychische Belastungen sowie gesellschaftliche Einflüsse und kulturelle Kontexte.

Ziel unserer Forschung ist es, die Mechanismen gelingender und belasteter Beziehungen besser zu verstehen und damit eine Grundlage für evidenzbasierte Ansätze zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden in Paaren und Familien zu schaffen.

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