VortragPublié le 29.10.2025
Julia Gelshorn: Zwischen Volksfront und Volkskunst. Kunstgeschichte als gesellschaftliches Projekt bei Madeleine Rousseau
Im Vergleich zu den berühmten Universalkunstgeschichten des 20. Jahrhunderts ist der Beitrag der französischen Kunsthistorikerin Madeleine Rousseau heute weniger bekannt. Als wichtige Stimme von Le Musée vivant, der Zeitschrift der 1936 in Paris gegründeten Association Populaire des Amis des Musées(APAM), war sie jedoch eine prägende Figur der Pariser Kunstszene und engagierte sich in Debatten zu Volksbildung, Weltkunst und zur Rolle von Realismus und Abstraktion im Kontext von Antifaschismus und Dekolonisierung.
Ihr über mehr als 30 Jahre währendes Engagement für eine universelle Kunstgeschichte «für das Volk» gründete sich auf eingehenden Studien fremder Kulturen, die im Musée de l’Homme begannen. Daraus entwickelte sich ein umfangreiches Archiv, das die Grundlage für ihre Schriften, Vorträge und ihre Lehrtätigkeit bildete.
Der Vortrag wird anhand der Archivfunde und Publikationen von Rousseau ihren Entwurf von «Volkskunst» als exemplarische Position einer Kunstgeschichtsschreibung zwischen den 30er und 50er Jahren nachzeichnen.
