21.06.2005

Ehrendoktorwürde für Prof. Guido Vergauwen


Die orthodoxe theologische Fakultät der Universität Bukarest hat am 17. Juni Prof. Dr. Guido Vergauwen o.p. den Titel eines Doktor honoris causa verliehen. Prof. Vergauwen, 1944 in Flandern geboren und seit 1962 Mitglied des Dominikanerordens, ist Vize-Rektor der Universität Freiburg und Direktor des Instituts für Ökumenische Studien an der theologischen Fakultät in Freiburg.

Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde wollten die Universität Bukarest und ihre theologische Fakultät das theologische Arbeiten des Freiburger Dominikaners ehren, das in die Fundamentaltheologie philosophische und ökumenische Akzente einbezieht und sich den Herausforderungen der Postmoderne an die Theologie stellt. Besonders gewürdigt wurde der Einsatz von P. Vergauwen als Direktor des Instituts für Ökumenische Studien, das seit vielen Jahren den akademischen Austausch mit den verschiedenen orthodoxen Lokalkirchen fördert, insbesondere mit Rumänien. Das Institut für Ökumenische Studien der Universität Freiburg wurde 1964 durch den am 9. Juni verstorbenen Prof. Dr. Heinrich Stirnimann o.p. gegründet. Seither hat das Institut zahlreiche Kontakte mit dem Weltkirchenrat, den päpstlichen Rat für die Förderung der Einheit der Christen, den kirchlichen Gemeinschaften reformierter Tradition sowie mit den orthodoxen Kirchen aufgebaut. In seiner Laudatio wies Prof. Viorel Ionita, rumänischer orthodoxer Theologe, Professor für Kirchengeschichte an der orthodoxen theologischen Fakultät in Bukarest, theologischer Studienleiter der Konferenz Europäischer Kirchen und Mitglied im Direktorium des Instituts für Ökumenische Studien, besonders auf die Beziehungen des Instituts in Freiburg mit der Orthodoxie hin. Er würdigte den Beitrag des Freiburger Instituts zur theologischen Ausbildung zahlreicher orthodoxer Studierender aus verschiedenen Ländern. Die Überreichung der Urkunde fand in einer feierlichen akademischen Sitzung im Beisein des rumänischen orthodoxen Patriarchen Teoctist sowie des apostolischen Nuntius in Rumänien, Mgr. Jean-Claude Périsset, statt. In seiner Dankesrede unterstrich Prof. Guido Vergauwen die Bedeutung der ökumenischen theologischen Ausbildung als Weg zur Einheit der Kirche. Gemeinsam haben die Kirchen unterschiedlicher Traditionen die Aufgabe, zur Beseelung Europas beizutragen. Anlässlich des Besuchs in Rumänien besuchte Prof. Vergauwen gemeinsam mit Prof. Barbara Hallensleben, Dekanin der Theologischen Fakultät Freiburg, zusammen mit einer Delegation von Professoren der Fakultät in Bukarest das Kloster Cernica, auf dessen Friedhof die bekannten rumänischen Theologen Dumitru Staniloae und Ion Bria beerdigt sind. Letzterer lebte viele Jahre in Genf als Mitarbeiter im Weltkirchenrat. Auch stand ein Besuch im Kloster Tsiganiste auf dem Programm. Das Frauenkloster, in dem zur Zeit 150 Nonnen leben, von denen viele eine vollständige theologische Ausbildung genossen haben, ist bekannt für die Herstellung kostbarer Stoffe, die für die liturgischen Gewänder verwendet werden.