Freiheit – Demokratie – Gerechtigkeit. Ideengeschichtliche Perspektiven von der Antike bis zur Gegenwart 

 

Gemeinsames Projekt mit PD. Dr. Nikolas Hächler

Die Konzepte Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit stehen gegenwärtig weltweit zur Debatte. Alte Konsense erodieren, normative Bedeutungszuschreibungen werden zunehmend strittig, und demokratische Strukturen geraten unter Druck, oft unter Berufung auf einen vermeintlichen Volkswillen. Dies erweckt den Eindruck, die politische Moderne stehe an einem begrifflichen Wendepunkt.

Das Projekt nimmt diese Situation zum Anlass, die Historizität solcher Debatten in den Blick zu rücken. Es untersucht, wie die drei Konzepte seit der griechisch-römischen Antike immer wieder angegriffen, verteidigt und neu formuliert wurden und wie sie sich gegenseitig bedingen. Ausgehend von ihrer diskursiven Ausformung in der Antike verfolgt es ihre Rezeption und Transformation von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Dabei interessieren besonders wiederkehrende Muster und Brüche sowie die Frage, inwiefern historische Perspektiven helfen können, aktuelle Angriffe auf demokratische Ordnungen besser zu verstehen.

Den Auftakt bildete ein öffentlicher Workshop an der Universität Zürich (22.–23. Mai 2025), der Forschende aus den Geschichts-, Politik-, Rechts- und Literaturwissenschaften in den Dialog brachte. Der daraus hervorgehende Sammelband soll die dort sichtbar gewordenen Zugänge systematisieren und in einen ideengeschichtlichen Zusammenhang stellen. Er ist in der Reihe «Antike nach der Antike» (Schwabe Verlag) geplant.