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Genetik: Länger besser leben!


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An der Universität Freiburg haben Biologen beim Fadenwurm ein Gen beleuchtet, das auch beim Menschen vorkommt. Dieses Gen könnte im Zentrum eines genetischen Systems stehen, welches die Entwicklung, Fortpflanzung und den Alterungsprozess koordiniert.


Werden wir in Zukunft alle beschwerdefrei altern können? (Bild: Thinkstock)

Das Altern ist durch eine Verschlechterung der physiologischen Funktionen charakterisiert, die unweigerlich zum Tod führt. Das Risiko von altersbedingten Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf- und neurodegenerative Erkrankungen wird durch die Verschlechterung des Organismus erhöht. Die jüngsten Fortschritte in der Forschung erlauben eine Isolation der genetischen Faktoren, die das Altern sowie das Auftreten von altersbedingten Krankheiten kontrollieren.

Die Forschungsgruppe von Prof. Fritz Müller und Dr. Chantal Wicky haben im Wurm Caenorhabditis elegans das Gen let-418/Mi2 hervorgehoben, welches die Alterung und Stresswiderstandsfähigkeit reguliert sowie für die Entwicklung und Reproduktion unabdingbar ist. Die Forschenden haben festgestellt, dass wenn das Gen im Erwachsenalter deaktiviert ist, der kleinen Labor-Wurm länger lebt und wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Stress ist. Das Gen ist Teil eines genetischen Systems mit vorteilhaften und wesentlichen Effekten während des Wachstums und der Fortpflanzung. Doch sobald diese Etappen überschritten sind, werden die Effekte schädlich.

Dank der Zusammenarbeit mit der kürzlich gegründeten Forschungsgruppe von Prof. Simon Sprecher an der Universität Freiburg konnten die Forschenden feststellen, dass dieses Gen auch bei Fliegen und Pflanzen als Alterungs- und Stressregulator dient. Das zeigt, dass der Wirkungsmechanismus dieses Gens während der Evolution konserviert worden ist und auf dieselbe Weise beim Menschen wirken könnte. Die Deaktivierung des Gens nach der Reproduktionszeit würde es dem menschlichen Körper erlauben von einer bereits deutlich gesteigerten Lebenserwartung zu profitieren, da seine Widerstandsfähigkeit erhöht und das Auftreten von altersbedingten Krankheiten verringert würden. Die Erforschung solcher Faktoren, die je nach Lebensphase sowohl positive wie auch negative Auswirkungen haben, stellt für die Medizin ein grosses Potenzial dar.

Die Forschungsresultate wurden in der Fachzeitschrift Aging Cell publiziert:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/acel.12129/full

Kontakt:
Prof. Fritz Müller, Departement für Biologie, 026 300 88 96, fritz.mueller@unifr.ch

Chantal Wicky, Departement für Biologie, 026 300 88 65, chantal.wicky@unifr.ch


Infos & Anhänge

Publiziert am 29.08.2013


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