Nach dem Drama? Neue Zugänge zum Theater für die Schule

Drama ist eine besondere Form des Spiels: Auf einer Bühne stellen Menschen Handlungen dar und eröffnen anderen Menschen so die Möglichkeit zu Beobachtungen und Anteilnahme. In den letzten Jahrzehnten sind freilich viele der traditionellen Formen, in denen das Spiel des Dramas seit antiken Zeiten gespielt wurde, in die Kritik geraten und haben sichtlich an Relevanz verloren. Im Theater hat man die ,postdramatische Ära‘ ausgerufen. Performativität, Skepsis gegenüber Handlung, alternative Aufführungsorte und intermediale Präsentationsformen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Angesichts solcher Entwicklungen drängt sich die Frage auf, wie tragfähig überkommene Verständnisse vom Drama noch sind. Ist die Ein-Satz-Definition des Dramas von «A spielt B und C schaut zu» überholt oder ist sie vielleicht für den Deutschunterricht relevanter denn je? In dieser Weiterbildung werden wir solchen Fragen vor allem, aber nicht allein, am Beispiel des neueren Dramen- und Theaterschaffens der Schweiz betrachten. Die jüngeren Entwicklungen erlauben es zum einen, aus neuer Perspektive auf kanonische Dramenautor:innen zurück zu blicken, in der Schweiz insbesondere auf die ,Klassiker‘ Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt. Zum andern gilt es, der Funktion und Transformation von Drama in Theaterprojekten von Milo Rau nachzugehen, die
Grenzen von Bühne und politischem Engagement verwischen, oder von Lukas Bärfuss, dessen Welttheater-Version in Einsiedeln die Kräfte einer ganzen Gemeinde erfordert.

In dieser Weiterbildung erproben Sie Konzepte und Kompetenzen der traditionellen Dramenanalyse anhand neuer Texte und Tendenzen und lernen neue Perspektiven der wissenschaftlichen und schulischen Beschäftigung mit Drama und Theater kennen. Weiter wird sich die Frage stellen, wie sich diese Konzepte auf zeitgenössische Formen des Dokumentarischen, der Partizipation und auch Intermedialität anwenden lassen.

Objectifs

Das Weiterbildungsseminar

  • stellt etablierte und aktuelle Positionen der Dramentheorie vor;
  • gibt einen Überblick über grundlegende dramen- und theaterhistorische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte;
  • vermittelt Begriffe und Verfahren zur Analyse von Dramentext, Theateraufführung und Performance;
  • regt zur kritischen Reflexion von darstellendem Spiel und Unterricht an;
  • fördert den Austausch von Unterrichtserfahrungen im Kontakt mit Literatur- und Kulturtheorie.


Ein Reader mit den theoretischen und literarischen Texten sowie Bildmaterialien, die im Rahmen der Weiterbildung analysiert und diskutiert werden sollen, wird den Teilnehmenden drei Wochen vor der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

Public-cible

Lehrpersonen der Sekundarstufe I und II

Responsables et intervenant·e·s

Responsable(s)

  • Kindt Tom Oliver, Prof. Dr., Neuere deutschsprachige Literatur, Departement für Germanistik, Universität Freiburg
  • Müller Ralph, Prof. Dr., Neuere deutschsprachige Literatur, Departement für Germanistik, Universität Freiburg

Dates et lieux

Période Lieu
30.11.2026 de 09:15 à 17:00 Universität Freiburg, Weiterbildungszentrum

Essentiels

Délai d'inscription 30.10.2026
Date(s)

30. November 2026

09.15–17.00 Uhr

Durée

1 Tag

Frais

CHF 250.–

Type Séminaire / Cours
Langue Allemand

Médias et documents

Flyer

Lieu(x)

Universität Freiburg, Weiterbildungszentrum

Contact

Weiterbildungsstelle, Universität Freiburg, Rue de Rome 6, 1700 Freiburg
 Email
 +4126 300 73 47