Frieden schliessen – Frieden gestalten. Friedensschlüsse im 19. und 20. Jahrhundert
Frieden und Friedensschlüsse haben eine neue Aktualität erhalten. Drei grosse Kriege haben die moderne Welt geprägt: die Napoleonischen Kriege, der Erste und der Zweite Weltkrieg. Die Friedensverhandlungen, die auf diese Konflikte folgten, schufen jeweils neue internationale Ordnungen – und werfen bis heute Fragen auf, die für den Geschichtsunterricht und die politische Bildung zentral sind: Wie wird Frieden möglich? Durch Verträge unter Gleichberechtigten, durch idealistische Neuordnung oder durch Unterwerfung und Besatzung?
Diese ganztägige Weiterbildung richtet sich an Geschichtslehrpersonen der Sekundarstufe I und II. Sie bietet einen vergleichenden Überblick über drei Schlüsselmomente europäischer Friedensgestaltung und stärkt transversale Kompetenzen im Bereich der politischen Bildung. Die Transversalität von Friedensschlüssen wird sowohl in ihrer politischen als auch in ihrer kulturellen Dimension aufgezeigt.
Programmpunkte:
Block 1: Der Wiener Kongress (1814/15)
Der Kongress rekonstruierte ein monarchisches Staatensystem, das konservativ, aber nicht reaktionär war. Die Diplomaten suchten nicht die Rückkehr zum Zustand vor 1789, sondern erfanden neue Mechanismen – vom Europäischen Konzert bis zur Abschaffung des Sklavenhandels –, um Stabilität zu sichern. Wien wurde dabei auch zur Bühne einer politischen Kultur, in der Feste, Zeremonien und Inszenierungen Teil der Friedensgestaltung waren.
Block 2: Die Pariser Friedensverträge (1919/20)
Die Pariser Konferenz versuchte, auf der Grundlage des Selbstbestimmungsrechts eine neue Ordnung zu schaffen. Der Versailler Vertrag und die weiteren Vertragswerke brachten jedoch die Kriminalisierung der Besiegten und die unlösbare Schwierigkeit ethnischer Grenzziehungen mit sich. Die Kriegsschuldklausel, die Reparationsfrage und Woodrow Wilsons Völkerbundidee prägten die Zwischenkriegszeit nachhaltig und bieten reichhaltiges Material für den Unterricht.
Block 3: Die Konferenzen von Jalta und Potsdam (1945)
Die Entstehung von Einflusszonen und die bedingungslose Kapitulation als Kriegsziel schufen die Voraussetzungen für die bipolare Weltordnung des Kalten Krieges. Der Block beleuchtet auch die Frage, wie die Abwesenheit eines formellen Friedensvertrags mit Deutschland die europäische Nachkriegsordnung prägte.
Block 4: Vermittlung und Gegenwartsbezug
Im abschliessenden Block werden Strategien für die unterrichtliche Vermittlung diskutiert: Wie lassen sich Friedensschlüsse vergleichend im Unterricht behandeln? Welche transversalen Kompetenzen können gestärkt werden? Der Block stellt zudem den Bezug zu aktuellen Friedensproblemen her und fragt, welche historischen Friedensordnungen als Vorbild für die Gegenwart dienen können und welche nicht.
Public-cible
Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer, Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II
Responsables et intervenant·e·s
Responsable(s)
- Weichlein Siegfried, Prof. Dr., Departement für Zeitgeschichte, Universität Freiburg
Dates et lieux
| Période | Lieu |
|---|---|
| 05.11.2026 de 09:15 à 17:00 | Universität Freiburg, Weiterbildungszentrum |
Essentiels
| Délai d'inscription | 05.10.2026 |
|---|---|
| Date(s) | Donnerstag, 5. November 2026 9.15–17.00 Uhr
|
| Durée | 1 Tag |
| Frais | CHF 250.– |
| Type | Séminaire / Cours |
| Langue | Allemand |
Médias et documents
Lieu(x)
Universität Freiburg, WeiterbildungszentrumContact
Weiterbildungsstelle, Universität Freiburg, Rue de Rome 6, 1700 Freiburg
Email
+4126 300 73 47
