12.09.2012

Spannende Projekte im neuen Studienjahr


Mehr Platz dank der Erweiterung des Hauptgebäudes Miséricorde, breitere Angebote durch den Ausbau des psychologischen Beratungs- und Therapiezentrums am Familieninstitut, eine gesicherte Zukunft der Professur für Rätoromanisch und eine spannende Kooperation der Rechtswissenschaften mit China: Die Universität Freiburg steht am Beginn eines aktiven Studienjahres. Besonders erfreulich dabei ist, dass auf das Herbstsemester 2012 über 2'000 neue Studierende ihr Studium in Freiburg antreten werden.


Das Gebäude "Miséricorde 10", das bereits ab Herbstsemester für den universitären Lehrbetrieb genutzt wird.

Zur Jahresmedienkonferenz 2012 konnte die Universität Freiburg ins neue Universitätsgebäude „Miséricorde 10“ einladen. Dieses 2005 fertig gestellte, moderne Schulungsgebäude wurde ursprünglich von der mittlerweile aufgelösten Stiftung „Einführungskurse für das Universitätsstudium“ genutzt. Im Februar 2012 hat der Kanton den Bau erworben, der sich durch seine Lage gleich gegenüber des Universitätshauptgebäudes Miséricorde optimal zu dessen Erweiterung eignet. Im Gegenzug verlässt die Universität bis anhin gemietete Räumlichkeiten in der Freiburger Innenstadt (Rue du Criblet). Bereits auf das Herbstsemester 2012 wird der Lehrbetrieb in den modern ausgestatteten und technisch aufgerüsteten Seminarräumen des Gebäudes MIS 10 aufgenommen. Um den Einzug der Studierendendienste der Universität auf Anfang 2013 zu ermöglichen, sind aktuell noch Anpassungsarbeiten im Erdgeschoss des neuen Gebäudes im Gange. Auf Beginn des nächsten Jahres soll auch das Sprachenzentrum der Universität dort untergebracht werden.

Die Erweiterung des Universitätskomplexes Miséricorde kommt gelegen: Auf das Herbstsemester 2012 verzeichnet die Universität über 2'000 neue Studierende, was einem Zuwachs der Neueinschreibungen um über 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Darin enthalten sind auch diejenigen Studierenden, die für ein Masterstudium nach Freiburg kommen; diese Einschreibungen nahmen gegenüber dem Vorjahr um fast einen Viertel zu (24,5 Prozent). Die grösste Zunahme ist bei Neueinschreibungen aus anderen Kantonen festzustellen, aber auch die Einschreibungen aus dem Kanton Freiburg haben erneut zugenommen, während die Neueinschreibungen aus dem Ausland leicht zurückgingen. Erfreulicherweise ist die Zunahme der Neueinschreibungen über alle Fakultäten hinweg festzustellen.

Frischer Wind am Zentrum für psychologische Beratung

Mit neuen Schwerpunkten und einer erweiterten Angebotspalette präsentiert sich das zum interfakultären Institut für Familienforschung und –beratung gehörende Zentrum für psychologische Beratung und Psychotherapie der Universität Freiburg. Die Leitung des erweiterten Zentrums verantworten zwei Professorinnen und ein Professor des Departements für Psychologie: Simone Munsch, Chantal Martin Sölch und Dominik Schöbi. Das Zentrum ist mit der universitären Forschung, Lehre und Weiterbildung im Bereich der Psychologie eng verknüpft und hat zum Ziel, die Angebote im Bereich der psychologischen Beratung, der Psychotherapie und der Prävention zu bündeln. Das psychotherapeutische Angebot des Zentrums richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene und umfasst Abklärungen, psychotherapeutische Beratungen, Psychotherapie und Kompetenztrainings. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten in der Behandlung von psychologischen Störungen gehören die Emotions-, Schlaf und Nahrungsregulation, die Behandlung von Problemen in Zusammenhang mit der Familienplanung sowie die Elternschaft und die frühkindliche Entwicklung. Zusätzlich zu den Therapieangeboten werden ab Herbst 2012 auch diagnostische Abklärungen durchgeführt in den Bereichen der Intelligenz- und Begabungsabklärung, der Entwicklungsverzögerung, der Psychodiagnostik sowie der Ressourcen- und Problemanalyse. Die neue Struktur des Beratungs- und Therapiezentrums bietet den im vergangenen Jahr neu zur Universität Freiburg gestossenen Professorinnen Simone Munsch und Chantal Martin Sölch sowie dem auf dieses Semester zum Professor ernannten Dominik Schöbi die Möglichkeit, ihre Spezialgebiete in Lehre und Forschung direkt in den Dienst der Öffentlichkeit und der betroffenen Personen zu stellen. Beratung und Therapien reflektieren den neuesten Stand der Forschung. Das in deutscher und französischer Sprache gewährleistete Angebot steht allen offen.

Zum Rechtsstudium nach China


In den letzten Jahrzehnten hat die wirtschaftliche und politische Bedeutung des bevölkerungsreichsten Landes der Welt enorm zugenommen, die Beziehungen mit China spielen gerade für die exportorientierte, international verflochtene Schweiz eine immer grössere Rolle. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität, in deren Lehre und Forschung internationale Rechtsfragen seit jeher einen hohen Stellenwert haben, beschäftigt sich deshalb verstärkt mit dem „Reich der Mitte“. Ab dem neuen Semester wird ausgewählten Studierenden der Rechtswissenschaft die Möglichkeit geboten, ein Semester an einer der bedeutendsten Rechtsfakultäten Chinas zu studieren, jener der East China University of Political Science and Law in Shanghai. Das Programm bietet englischsprachige Kurse zu internationalem und chinesischem Wirtschaftsrecht sowie zur Rechtspraxis im Zusammenhang mit Handel und Investitionen in China. Diese werden mit Kursen zur chinesischen Sprache und Kultur sowie zur interkulturellen Kommunikation ergänzt. Ende Oktober findet zudem in Peking ein gemeinsames Kolloquium der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg und dem Institute of Law der Chinese Academy of Social Sciences statt. Wichtige Aspekte des Chinesischen Zivilrechts (namentlich im Sachen- und Schuldrecht) wurden erheblich vom Schweizerischen Privatrecht beeinflusst; das Kolloquium wird sich mit Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Entwicklungen in zentralen zivilrechtlichen Konzepten befassen.

Gesicherte Zukunft des Rätoromanischen


Mit der Emeritierung von Prof. Georges Darms stellte sich die Frage nach der Zukunft des Rätoromanischen als Studienfach an der Universität Freiburg, wo es seit den frühen 1980er Jahren als eigenständiges akademisches Fach etabliert ist. Um auch in Zukunft die universitäre Forschung und Lehre zur vierten Landessprache gewährleisten zu können, haben die Leitungen der Universitäten Freiburg und Zürich sowie der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) mit den Verantwortlichen des Kantons Graubünden und der Dachorganisation Lia Rumantscha gemeinsam ein neuartiges Verbundmodell erarbeitet. Die Universität Freiburg wird die volle Professur für Rätoromanische Sprache und Literatur neu ausschreiben und gemeinsam mit der PHGR besetzen. Die in Freiburg aufgebaute Kompetenz speziell in rätoromanischer Linguistik und Soziolinguistik bleibt damit erhalten und es wird auch in Zukunft möglich sein, das Fach bis zum Doktorat zu studieren. Dazu wird die akademische Lehre zur rätoromanischen Sprache und Literatur zwischen den Universitäten Freiburg und Zürich sowie der PHGR koordiniert und der Austausch von Lehrinhalten institutionalisiert. An der Universität Freiburg fügt sich die soziolinguistische Kompetenz zum Rätoromanischen insbesondere vorzüglich in den Forschungsschwerpunkt Mehrsprachigkeit ein, für welchen in Freiburg ein Institut sowie ein nationales Kompetenzzentrum bestehen. Die Didaktik des Rätoromanischen und die spezielle Zweisprachigkeits-Didaktik werden im Lehrangebot weiterhin eine zentrale Rolle spielen, gemeinsam mit der fachwissenschaftlichen Ausbildung.

In Kürze

• Analog zum erfolgreich eingeführten Modell des BENEFRI-Masters in Computer Sciences wird neu ein BEFRI-Master in Earth Sciences gemeinsam durch die Universitäten Bern und Freiburg angeboten. Die Studierenden erhalten so Zugang zur gesamten Palette an Erdwissenschaftlichen Spezialisierungen und Fachgebieten an den beiden Universitäten.

• Für die Master-Programme der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg wurde eine Kooperation mit dem Hochschulinstitut für öffentliche Verwaltung IDHEAP in Lausanne eingegangen, welche den Studierenden das Belegen von Modulen der jeweils anderen Institution ermöglicht.

• Auf das neue akademische Jahr jährt sich die Gründung der Akademie für Rechtswissenschaft Freiburg zum 250. Mal. Die 1763 geschaffene Rechtswissenschaftliche Fakultät begeht das Jubiläum „250 Jahre Recht in Freiburg“ mit einer Reihe von Veranstaltungen für Studierende, Fachleute und das breite Publikum. Das Programm zu den Jubiläumsveranstaltungen ist demnächst erhältlich


Kontakte:

Prof. Guido Vergauwen, Rektor, 026 300 70 02, guido.vergauwen@unifr.ch

Beratungsstelle: Prof. Simone Munsch, simone.munsch@unifr.ch, www.unifr.ch/iff

Rechtswissenschaften:
Prof. Hubert Stöckli, Rechtsfakultät, hubert.stoeckli@unifr.ch

Rätoromanisch: Prof. Thomas Hunkeler, Vizerektor, thomas.hunkeler@unifr.ch

Dienst für Kommunikation und Medien
, 026 300 70 34 / 079 796 22 15, communication@unifr.ch