NOVUM TESTAMENTUM
ET ORBIS ANTIQUUS
(NTOA)
Herausgegeben von Max KÜCHLER (Fribourg)
in Zusammenarbeit mit Gerd THEISSEN und Peter LAMPE (Heidelberg)
New volumes
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Martina Janßen / Stanley F. Jones / Jürgen Wehnert (Hg.)
Frühes Christentum und Religionsgeschichtliche Schule
Festschrift zum 65. Geburtstag von Gerd Lüdemann. Mit einem Geleitwort von Eduard Lohse
1. Auflage 2011
218 Seiten
55,95 € [D]
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ISBN 978-3-647-53977-5
Die Festschrift zum 65. Geburtstag des ebenso bekannten wie umstrittenen Göttinger Neutestamentlers Gerd Lüdemann vereint 16 Studien von Kollegen, Mitarbeitenden und ehemaligen Studierenden aus Deutschland, Skandinavien, den USA und Japan. Das Spektrum der behandelten Fragen ist breit gefächert. Sie knüpfen an die vielfältigen Arbeitsgebiete des Jubilars an und bewegen sich zwischen der Exegese des Neuen Testaments, der Rekonstruktion der Geschichte des frühen Christentums und der Erforschung der sogenannten Religionsgeschichtliche Schule, einer einflussreichen Gruppe Göttinger Theologen, die sich Ende des 19. Jahrhunderts zusammenfand.
Die Festgabe enthält exegetische Beiträge zu den Briefen und zur Biographie des Apostels Paulus sowie zu den nachpaulinischen Pastoralbriefen. Im Zentrum der philologisch, religionswissenschaftlich und quellenkritisch ausgerichteten Studien zu den Evangelien stehen die Latinismen des Markus sowie die Traditionen um die Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu. Exemplarisch für die Erforschung des frühen Christentums sind die Beiträge zur Apostelgeschichte, zu Papias von Hierapolis sowie zur frühen judenchristlichen Heidenmission.
Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt des Bandes bilden Beiträge zu Mitgliedern der Religionsgeschichtlichen Schule, allen voran zu Wilhelm Bousset und Ernst Troeltsch, in denen zum Teil bisher unveröffentlichtes Quellenmaterial erstmals zugänglich gemacht wird.
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Joseph Verheyden / Tobias Nicklas / Andreas Merkt (Hg.)
Ancient Christian Interpretations of “Violent Texts” in the Apocalypse
1. Auflage 2011
313 Seiten, gebunden
69,95 € [D]
ISBN 978-3-525-53976-7
The Apocalypse of John belongs to the most puzzling texts of the New Testament. Historical-critical exegesis has been stressing that the book above all wishes to give a message of hope and comfort for a community under threat. Yet readers have also always been impressed and terrified by the many images of violence, including war, destruction, persecution and martyrdom, and the appearance of the devil and his demons. This book does not allow its readers to remain neutral.
The present volume offers the proceedings of a conference that was held in Leuven, Belgium, in September 2009 and was organised by the general editors of the Novum Testamentum Patristicum. The conference focused on how early Christian and Patristic authors have coped with all these many passages that deal with various sorts of violence. The volume contains essays on most of the important commentators, Origen, Tyconius, Lactance, Victorin of Pettau, and those of a somewhat later age, Andreas of Caesarea, Oecumenius, and Bede, but also looks at the reception history on a larger scale. It also deals with issues of method in reading the Book of Revelation, with important themes (the 1000-year reign), the Jewish background of some of these motifs, and the reception of Patristic thought in the most important medieval commentator of the book, Joachim of Fiore.
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Michael Bachmann
Von Paulus zur Apokalypse - und weiter
Exegetische und rezeptionsgeschichtliche Studien zum Neuen Testament
644 Seiten mit 15 Abb. und 15 Schaubildern, gebunden
84,95 € [D]
ISBN 978-3-525-53398-7
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Dieter Sänger (Hg.)
Gerhard Sellin
Allegorie – Metapher – Mythos – Schrift
Beiträge zur religiösen Sprache im Neuen Testament und in seiner Umwelt
306 Seiten, gebunden
69,95 € [D]
ISBN 978-3-525-55020-5
Weitere Beiträge gehen auf das kontrovers diskutierte Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in den Anfängen der Evangelienüberlieferung ein. Unter diesem Aspekt problematisieren sie die (scheinbar) funktionale Verbindung von »Gattung« und »Sitz im Leben« der einzelnen Erzähleinheiten in den synoptischen Evangelien. Dabei werden im Rekurs auf Ergebnisse der neueren Oralitätsforschung nicht nur die methodischen Voraussetzungen der klassischen Formgeschichte einer kritischen Prüfung unterzogen, sondern auch die dem redaktionsgeschichtlichen Ansatz unterliegenden Prämissen auf ihre Tragfähigkeit hin befragt. Die den Band beschließende Abschiedsvorlesung zeigt anhand von vier Beispielen Wege auf, biblische Texte heute lesen und verstehen zu lernen.
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Eric Kun Chun Won
Evangelien im Dialog mit Paulus
Eine intertextuelle Studie zu den Synoptikern
1. Auflage 2012
201 Seiten, gebunden
ca. 49,95 € [D]
ISBN 978-3-525-53037-5
Meist werden die Evangelien interpretiert, ohne dass man in ihnen Bezugnahmen auf Paulus und seine Theologie sieht. Eric Kun Chun Wong vertritt dagegen die These, dass alle drei synoptischen Evangelien in einem Dialog mit Paulus stehen. Das Markusevangelium teilt mit ihm eine Reihe von Jesusüberlieferungen, die es meist so interpretiert, dass es gegen Paulus zu deren ursprünglichen Sinn zurückkehren will. Es nimmt seinen Evangeliumsbegriff auf, wandelt ihn ab, steht aber durch seine theologia crucis Paulus sehr nahe. Das Verhältnis des Markus-Evangelisten zu Paulus ist kritisch-neutral. Das Matthäusevangelium polemisiert dagegen an mehreren Stellen gegen Paulus und setzt dessen Evangeliumsverkündigung unter den Völkern seine eigene Verkündigung mit einem stärkeren Akzent auf der ethischen Verkündigung Jesu entgegen. Anders der Verfasser des lukanischen Doppelwerks: Er bewundert Paulus. Er bringt seine Rechtfertigungslehre in einer Form, die schon bei Paulus Tradition war. Methodisch wird die Erschließung dieses Dialogs durch Intertextualitätsforschung möglich. Der Dialog mit anderen Texten ist nicht daran gebunden, dass Texte wörtlich oder in ihrem ursprünglichen Sinn aufgenommen werden. Geschichtlich ist ein solcher Dialog sehr wahrscheinlich: Alle drei synoptischen Evangelien setzen die Heidenmission des Paulus voraus und wären ohne sie nie entstanden. Es ist unwahrscheinlich, dass ihre Verfasser keine Kenntnisse von Paulus und seiner Theologie hatten, auch wenn diese Kenntnisse nicht durch Briefe vermittelt sein müssen.
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Christian Wetz
Eros und Bekehrung
Anthropologische und religionsgeschichtliche Untersuchungen zu "Joseph und Aseneth"
1. Auflage 2010
ca. 256 Seiten, gebunden
ca. 69,90 € [D]
ISBN 978-3-525-54007-7
Die »Wandlung Aseneths« genannte zentrale Episode in der frühjüdischen Schrift »Joseph und Aseneth« (JosAs) funktioniert nach dem Schema der rites de passage, wie es Arnold van Gennep beschrieben hat, und weist darüber hinaus im Anschluss an Victor Turner Kennzeichen des Liminalen auf. Gleichzeitig bricht sie mit dem Schema der Mädchentragödie (Walter Burkert), nach der die Protagonistin unterworfen werden müsste. Ausgehend von diesen Beobachtungen zeigt Wetz, dass Aseneth durch ihre Wandlung, die sowohl eine Konversion zum Judentum als auch einen biographischen Übergang vom Mädchen zur Frau darstellt, Freiheit zur Selbstbestimmung erfährt. Die Darstellung dieses doppelten Übergangs als rite de passage trägt das Motiv der Auferstehung, des Durchgangs des Lebens durch den Tod hin zu neuem Leben, in die Erzählung ein.
Die anschließende religionsgeschichtliche Analyse zeigt, dass zentrale Motive der Wandlungsepisode auf die Auferstehungs- und Freiheitsthematik verweisen. Da die rites de passage als kulturübergreifend zu fassendes Phänomen integraler Bestandteil der conditio humana sind, gelingt es der Erzählung, ihren historischen wie ihren modernen Rezipienten mitzunehmen auf Aseneths Weg zu einem biographischen Neuanfang.
Die Lektüre von JosAs erhält die Funktion therapeutischer Katharsis. Wetz legt Wert auf die Feststellung, dass das, was zur conditio humana gehört, sich in einem biologisch-kulturellen Adaptionsprozess im Laufe der Humanevolution entwickelt hat. Dies fungiert als theoretische Grundlage dafür, dass die Rezipienten von JosAs kultur- und zeitenübergreifend angerührt werden.
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Florian Herrmann
Strategien der Todesdarstellung in der Markuspassion
Ein literaturgeschichtlicher Vergleich
1. Auflage 2010
VIII, 407 Seiten, gebunden
70,00 € [D]
ISBN 978-3-525-55011-3
Florian Herrmann unternimmt den Versuch, den Passionsbericht des Markusevangeliums in den Kontext frühjüdischer und pagan-antiker Todesberichte einzuordnen. Im literaturgeschichtlichen Vergleich wird die christologische Akzentsetzung der Passionserzählung deutlich. Die Vergleichsbasis bilden 50 Todesberichte aus der ganzen Antike, die in deutscher Übersetzung gesammelt zur Verfügung gestellt werden – vom Tod des Sokrates bis zu rabbinischen Martyrien. Berücksichtigt werden nicht nur Martyrien und Märtyrerakten, sondern auch Biographieschlüsse und Todesberichte in historiographischen und polemischen Werken.
Die Methode der Untersuchung orientiert sich an den literarischen Strategien, mit denen die Texte das Todesereignis deutend in Literatur umsetzen. Sie nimmt narratologische Fragestellungen auf und macht sie für einen literaturgeschichtlichen Vergleich fruchtbar. Die aus den Vergleichstexten ablesbaren Darstellungsstrategien bilden das Feld, in das der Passionsbericht eingeordnet wird. Es zeigt sich, dass sich die Markuspassion in ihren literarischen Mitteln, ihrem Geltungsanspruch und auch in ihren Produktionsbedingungen weitgehend problemlos in den Kontext der untersuchten pagan-antiken und frühjüdischen Texte einfügen lässt, dass sie diese Mittel aber in den Dienst einer christologischen Durchformung der Erzählung stellt. Dagegen vermeidet es Markus, Jesu Sterben als einen »edlen Tod« zu deuten. Es ergeben sich zudem Aufschlüsse für eine differenzierte eigene Gattung.
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Ursula Hackl/ Bruno Jacobs/ Dieter Weber (Hg.)
Quellen zur Geschichte des Partherreiches
Textsammlung mit Übersetzungen und Kommentaren.
Bd. 3: Keilschriftliche Texte, Aramäische Texte, Armenische Texte, Arabische Texte, Chinesische Texte
1. Auflage 2010
ca. 536 Seiten, gebunden
ca. 89,00 € [D]
ISBN 978-3-525-53388-8
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Ursula Hackl/ Bruno Jacobs/ Dieter Weber (Hg.)
Textsammlung mit Übersetzungen und Kommentaren.
Bd. 2: Griechische und lateinische Texte, Parthische Texte, Numismatische Evidenz
1. Auflage 2010
ca. 641 Seiten, gebunden
ca. 89,00 € [D]
ISBN 978-3-525-53387-1
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Ursula Hackl/ Bruno Jacobs/ Dieter Weber (Hg.)
Quellen zur Geschichte des Partherreiches
Textsammlung mit Übersetzungen und Kommentaren.
Bd. 1: Prolegomena, Abkürzungen, Bibliographie, Einleitung, Indices, Karten, Tafeln
1. Auflage 2010
ca. 400 Seiten mit ca. 16 Tafeln, gebunden
ca. 89,00 € [D]
ISBN 978-3-525-53386-4
Die Parner, Steppennomaden aus dem transkaspischen Raum, eroberten gegen Ende des 3. Jh. v.Chr. die seleukidische Satrapie Parthien im Südosten des Kaspischen Meeres. Unter ihrer Königsdynastie der Arsakiden eroberten sie nach und nach die seleukidischen Gebiete bis zum Indischen Ozean und bis zum Euphrat, der seit dem zweiten Viertes des 1. Jh. v.Chr. die Grenze zum Imperium Romanum bildete. 224 n.Chr. wurden sie von den persischen Sasaniden in der Herrschaft abgelöst. Das Partherreich war vom Beginn seines Bestehens an durch sehr verschiedenartige Faktoren bestimmt, zum einen durch die im Gefolge der Eroberungen Alexanders d.Gr. von den Seleukiden östlich des Euphrat angesiedelte griechische Kultur, andererseits durch die Traditionen der Völker, die seit langem auf parthischem Reichsterritorium lebten, z.B. Babylonier und Meder. Hinzu kamen die – meist feindlichen – Kontakte mit den aus Norden und Nordosten nachdrängenden Reitervölkern, die – teilweise ebenfalls konfliktreichen – wirtschaftlichen und kulturellen Kontakte mit den benachbarten Völkern im Westen, insbesondere Juden, Syrern und Armeniern, sowie die langen und wechselvollen Beziehungen zu den Römern, wo sich Bündnisse und Kriege zwischen den beiden Großmächten abwechselten. Die Quellen zu den Parthern sind daher vielschichtig und vielsprachig und nur durch eine differenzierte interdisziplinäre Bearbeitung zu erschließen. In den vorliegenden drei Bänden werden diese Quellenkomplexe erstmals durch eine Zusammenstellung und deutsche Übersetzung möglichst aller einschlägigen Texte verfügbar gemacht. Darüber hinaus werden durch die Kommentierung und ausgewogene Zusammenführung der unterschiedlichen Zeugnisse die Abläufe der Geschichte des Partherreiches, seine bisher noch weitgehend ungeklärte innere Struktur sowie die wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlichen Gegebenheiten genauer beschrieben, als dies bisher möglich war.
Mit Beiträgen von Barbara Böck, Uta Golze, Daniel Keller, Gudrun Schubert, Kerstin Storm, Lukas Thommen, Giusto Traina und Markus Zehnder.
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Stefan Schreiber
Weihnachtspolitik
Lukas 1-2 und das Goldene Zeitalter
1. Auflage 2009
174 Seiten mit 8 Abb., gebunden
49,90 € [D]
ISBN 978-3-525-53392-5
Die lukanische Geburtsgeschichte ist weit mehr als eine Weihnachtsidylle. Sie bezieht kritisch Stellung zu den politischen Realitäten ihrer Zeit. Um dies aufzuweisen, bezieht sich die vorliegende Arbeit auf den politischen Zeitkontext der frühen römischen Kaiserzeit. Methodisch folgt sie einem rezeptionsgeschichtlichen Ansatz, der das Augenmerk auf die zeitgeschichtlichen Bedingungen und Möglichkeiten des Verstehens richtet. Erkennbar werden spezifische formale und inhaltliche Bezüge der Geburtsgeschichte zur Konzeption des Goldenen Zeitalters. Mit dieser utopische Züge tragenden Konzeption preisen römische Literaten die Segnungen der Herrschaft des Augustus für das Imperium Romanum. Die Vorstellung erfährt als politisches Zeichensystem weite Verbreitung und wirkt über die unmittelbare Zeit des Augustus hinaus herrschaftsstabilisierend. Textvergleiche zeigen, wie Lukas auf zentrale Formen und Themen des Goldenen Zeitalters Bezug nimmt und dieses gleichzeitig durch seine eigene Konzeption der Gottesherrschaft im neugeborenen Messias Jesus grundlegend in Frage stellt. Es schließt sich die Frage nach Konsequenzen für die Einschätzung der politischen Haltung, die aus dem lukanischen Doppelwerk erkennbar wird, an. Mit der Einsicht in die kritische Position des Lukas gegenüber dem römischen Imperium wird die vorherrschende Forschungsmeinung revidiert. – Ein umfangreicher Anhang bietet die antiken Quellentexte zum Goldenen Zeitalter aus der frühen römischen Kaiserzeit und stellt so die Textbasis für weiteres religionsgeschichtliches Arbeiten zur Verfügung.
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Georg Schelbert
ABBA Vater
Der literarische Befund vom Altaramäischen bis zu den späten Midrasch- und Haggada-Werken in Auseinandersetzung mit den Thesen von Joachim Jeremias
1. Auflage 2011
413 Seiten, gebunden
69,95 € [D]
ISBN 978-3-525-55029-8
Er erklärte sie als aus der Kindersprache stammende, familiäre und kindliche Anrede und Bezeichnung und deshalb für jüdische Fromme bzw. für das Judentum anstößig und ungebührlich. Abba wurde geradezu Schlüsselwort für das Gottesverständnis Jesu. Diese Deutung fand breite Anerkennung und weiteste Verbreitung bis heute. Zweifel an dieser Erklärung führten zur Untersuchung des Sprachgebrauches für das Wort «Vater» im gesamten relevanten aramäischen und hebräischen Sprachmaterial. Das vorliegende Werk legt ihre Ergebnisse vor, angefangen von altaramäischen Inschriften über die Targume bis zu späten jüdischen hebräisch-aramäischen Werken.
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Takashi Onuki
Neid und Politik
Eine neue Lektüre des gnostischen Mythos
1. Auflage 2011
ca. 240 Seiten, gebunden
ca. 54,95 € [D]
ISBN 978-3-525-55021-2
Im syrisch-ägyptischen Typ der Gnosis spielt der Neid eine für die Entwicklung des Mythos sehr wichtige Rolle. Der Neid ist das Strukturprinzip des Mythos. Außerdem macht der psychomythische Parallelismus (G. Theißen) es möglich, den Mythos psychologisch zu entmythologisieren: Die Gnostiker sollen in sich den Neid überwinden und die ursprüngliche Neidlosigkeit wieder erreichen. Im politischen Kontext geschieht ein Rollenwechsel: Dem römischen Reich, das die Gnostiker in seine feste Herrschaftsordnung eingebunden hat, fällt nunmehr die Rolle des »Neiders« (Jaldabaoth) zu, während die Gnostiker als »das königslose Geschlecht«, ja als »die wahren Könige« die Rolle der »Beneideten« bekleiden, obwohl sie sich von politischer Betätigung abgewandt haben. Im Unterschied dazu ist für den nach Osten gewanderten Manichäismus eine aktive Beteiligung an der Politik bezeichnend. Das vorliegende Buch stellt die mythologische Begründung, die den Manichäern dieses politische Engagement ermöglicht hat, klar heraus.
Die unterschiedliche politische Einstellung der beiden Typen der Gnosis hängt eng mit der Struktur des jeweiligen Erlösungsmythos zusammen. Die mythologische Erlösungsidee einerseits und die Lebensführung mit einer bestimmten politischen Einstellung andererseits sind untrennbar miteinander verbunden. Damit bestätigt das vorliegende Buch eine Grundthese der Religionssoziologie Webers über den Zusammenhang zwischen Religion und Gesellschaft.
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Ulrich Mell
Christliche Hauskirche und Neues Testament
Die Ikonologie des Baptisteriums von Dura Europos und das Diatessaron Tatians
1. Auflage 2010
340 Seiten mit 38 Abb. und 5 Tab., gebunden
70,00 € [D]
ISBN 978-3-525-53394-9
Die 1932 am Westufer des Euphrats in Salihijeh (Syrien) ausgegrabene christliche Hauskirche des antiken Ortes Dura Europos aus dem Jahre 256/7 n.Chr. enthielt in ihrem Baptisterium verschiedene Fresken. Ulrich Mell widmet sich vornehmlich der Interpretation dieser Bilder, die neben den Malereien in den Katakomben der Stadt Rom zu den ältesten christlichen Kunstwerken zählen.
Mell erläutert die Archäologie und Geschichte des christlichen Hauses von Dura Europos im Rahmen der politischen Geschichte des Ortes, der in der Mitte des 3. Jh. n.Chr.
Die nur fragmentarisch erhaltenen Bilder der »Taufkapelle« werden ikonografisch besprochen. Da sie Texte aus dem Alten wie Neuen Testament ins Bild setzen, werden sie ikonologisch im biblischen Kontext interpretiert. Hinsichtlich der Interpretation des dreiteiligen Auferstehungszyklus’ mit fünf Frauengestalten geht Ulrich Mell auf den neutestamentlichen Schriftenkanon der altsyrische Kirche ein. Dieser kennt im Unterschied zur westlich-römischen Tradition statt vier Evangelienbücher nur eine Evangelienharmonie, nämlich das sogenannte Diatessaron des syrischen Kirchenvaters Tatian.
Das Buch schließt mit Überlegungen, wie die heutige Neutestamentliche Wissenschaft mit der Pluralität von vier Evangelienschriften umgeht, und stellt sich der historisch-literarischen Frage nach Frauen als Zeuginnen der Auferstehung Jesu Christi.
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Timo Glaser
Paulus als Briefroman erzählt
1. Auflage 2009
376 Seiten mit 6 Tab., gebunden
65,00 € [D]
ISBN 978-3-525-53389-5
Die drei pseudepigraphen Paulusbriefe an Timotheus und Titus weisen zugleich eine augenfällige Ähnlichkeit und Distanz zu den anderen unter dem Namen des Paulus umlaufenden Briefen auf. Dieses Changierspiel mit Paulus kommt sowohl in der Theologie, der Sprache, der Gemeindekonzeption wie nicht zuletzt in der literarischen Gestalt der Briefe zum Ausdruck: Als Briefe an Einzelpersonen stehen sie ebenso singulär im neutestamentlichen Kanon wie ihr Charakter als Briefbuch sie von den anderen Paulusbriefen abhebt.
Die in der Forschung diskutierte Frage, inwieweit in den Pastoralbriefen paulinische Tradition bewahrt ist, ob sie eine angemessene oder verzeichnende Weiterführung paulinischer Theologie sind, greift vorliegende Arbeit von einer literaturwissenschaftlichen Perspektive her auf. Viele der genannten Besonderheiten teilen die Pastoralbriefe mit zeitgenössischen Briefbüchern berühmter Männer der Vergangenheit, die in der Forschung der Gattung des antiken Briefromans zugerechnet werden. Im ersten Teil der Arbeit werden die Briefromane des Aischines, des Euripides und des Sokrates und der Sokratiker ausführlich untersucht (neben den Briefromanen des Alexander, des Hippokrates und der Sieben Weisen), um darauf im zweiten Teil die so erarbeitete Hermeneutik auf die Pastoralbriefe anzuwenden. Dabei zeigt sich, wie deren Verfasser die Gattung des Briefromans aufgegriffen hat, um die verschiedenen Paulusbilder seiner Zeit als Etappen einer Entwicklung des Völkerapostels vom Gemeindeorganisator zum Märtyrer erzählerisch erklärbar zu machen.
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Peter Lampe/ Helmut Schwier
Neutestamentliche Grenzgänge
Symposium zur kritischen Rezeption der Arbeiten Gerd Theißens
248 Seiten, gebunden
70,00 € [D]
ISBN 978-3-525-53393-2
Gerd Theißen hat Bahnbrechendes für die neutestamentliche Wissenschaft geleistet. Zu seinem 65. Geburtstag wurde 2008 ein Symposium zu seinen Ehren veranstaltet, das die verschiedenen Zweige seines großen Ouevres kritisch reflektierte. Die vierzehn Autoren dieses Bandes beschäftigen sich mit Theißens Studien zum historischen Jesus, zur Soziologie der palästinischen Jesusbewegung und des Urchristentums, mit seiner Theorie der urchristlichen Religion, seiner Literaturgeschichte des frühen Christentums, seinen psychologisch-historischen Arbeiten und seinen Impulsen für die praktische Theologie und Hermeneutik. Der Band veröffentlicht erstmalig auch Theißens Antritts- und Abschiedsvorlesung in Heidelberg.
Mit Beiträgen von Eberhard Faust, Bengt Holmberg, Peter Lampe, Martin Leiner, Ulrich Luz, Annette Merz, Elisabeth Parmentier, Heikki Räisänen, Helmut Schwier, Wolfgang Stegemann, Gerd Theißen, David Trobisch, Petra von Gemünden und Oda Wischmeyer.
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Karl Matthias Schmidt
Wege des Heils
Erzählstrukturen und Rezeptionskontexte des Markusevangeliums
1. Auflage 2010
XX, 609 Seiten Mit 50 Abb., gebunden
89,00 € [D]
Der Text des Markusevangeliums endete ursprünglich mit der Erzählung vom leeren Grab. Berichte über die Erscheinung Jesu vor den Jüngern schienen zu fehlen. Im 2. Jh. n.Chr. hängte man dem Evangelium daher notdürftig ein Ende an, das dem Bedürfnis nach einem abgerundeten Schluss der Erzählung, versehen mit einem Erscheinungsbericht, Rechnung trug. Dabei ignorierte man, dass auch das Markusevangelium von der Erscheinung Jesu erzählt. Der Evangelist hat diesen »Erscheinungsbericht« allerdings im Beginn des Textes verborgen.
Die vorliegende Untersuchung zeigt in ihrem ersten Kapitel, dass die Erzählstrukturen des Evangeliums ein eigenwilliges Lektürekonzept voraussetzten. Am Ende des Textes angelangt haben die LeserInnen das Ende der Erzählung noch gar nicht erreicht. Sie müssen die Lektüre am Beginn des Textes fortsetzen. Das Motiv für diese Textanordnung dürfte in Auseinandersetzungen zwischen Juden- und Heidenchristen innerhalb der markinischen Gemeinde zu suchen sein. Die Zugehörigkeit der Heiden zur Jesusgemeinschaft war fraglich geworden. Der Evangelist trug die nachösterliche Geschichte der Heiden daher in die Geschichte Jesu ein. Ausgehend von der Beobachtung, dass im Markusevangeliums ausgerechnet ein ausgegrenzter Aussätziger die österliche Gemeinde repräsentiert, geht das zweite Kapitel der Frage nach, ob die Exilierung einer christlichen Gemeinde durch die Juden den Streit über die Heidenchristen ausgelöst hat. Das dritte Kapitel setzt die Schilderung der Jesusgeschichte in Beziehung zum Triumph der Heiden über die Juden in Person des Kaisers Vespasians.
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Petra von Gemünden
Affekt und Glaube
Studien zur Historischen Psychologie des Frühjudentums und Urchristentums
1. Auflage 2009
ca. 384 Seiten mit 3 Abb. und 1 Graphik, gebunden
ca. 79,00 € [D]
ISBN 978-3-525-53385-7
Die Beherrschung der Affekte durch die Vernunft war ein zentrales Ziel der antiken philosophischen Ethik, die Ausrichtung des ganzen Menschen auf Gott und sein Gesetz das Ziel des biblischen Glaubens. In hellenistischer Zeit begegnen sich diese beiden Kulturen und führen zu verschiedenen Synthesen und Konstellationen des Umgangs mit den Affekten. Im frühen Judentum ergänzen sich z.B. Gesetz und Vernunft in der Affektsteuerung. Nach Paulus sind dagegen beide, Gesetz und Vernunft, un-fähig, die Affekte zu steuern. Affekte können ferner genderspezifisch zugeordnet werden, doch gibt es auch auffallende Gegenbelege. Im Licht von Affektvorstellungen werden auch soziale Konflikte ge-deutet, wobei sich individual- und sozialpsychologische Aspekte verschränken. Schließlich ermöglicht religiöse Reflexion sogar, verdrängte Affekte bewusst zu machen und zu bearbeiten.
Die Studien von Petra von Gemünden sind ein Beitrag zur Historischen Psychologie. Sie zeichnen die Mannigfaltigkeit antiker Selbstdeutungen nach, ohne sie voreilig mit modernen Konzepten zu identifizieren. Gerade deswegen kann dieser Forschungsbeitrag unserem Selbstverständnis neue Impulse geben.
Petra von Gemünden traces the diversity of ancient self-interpretations, but avoids a hasty identifica-tion with modern conceptions. This may give new impetus to our own understanding of ourselfes
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Martin Ebner / Elisabeth Esch-Wermeling (Hg.)
Kaiserkult, Wirtschaft und spectacula
Zum politischen und gesellschaftlichen Umfeld der Offenbarung
1. Auflage 2011
200 Seiten mit 20, z.T. farb. Abb. und Karten, gebunden
59,95 € [D]
ISBN 978-3-525-53396-3
In der Exegese wird seit längerem angenommen, dass der Autor der Offenbarung in seinem Text auf das zeitgeschichtliche Phänomen des Kaiserkults anspielt. Diese Thesen wurden auf dem Workshop in einem interdisziplinären Plenum diskutiert.
Deshalb sind neben den exegetischen Beiträgen ForscherInnen aus der Klassischen Archäologie und der Alten Geschichte an dem Band beteiligt. Das Hauptaugenmerk der Beiträge liegt auf dem Kaiserkult in der Provinz Asia. Im Einzelnen geht es darum, die Organisation, die wirtschaftlichen Implikationen, die publikumswirksamen Veranstaltungen des Kaiserkults sowie die Öffentlichkeitswirksamkeit des Kaiserkultes nicht zuletzt im Vergleich zu anderen Kulten anhand von Primärdaten zu konkretisieren.
Von daher werden Brücken zur Auslegung der Offenbarung des Johannes geschlagen. Der exegetische Beitrag bemüht sich darum, methodisch reflektiert zu erläutern, wie ExegetInnen mit dem Text umgehen und versuchen, Intentionen herauszustellen und die teilweise kryptischen Endzeitvisionen vor einem zeitgeschichtlichen Hintergrund plausibel zu machen. Anhand von zwei ausgewählten Beispielen werden die aufeinander aufbauenden methodischen Schritte explizit auch einem nicht-exegetischen Publikum vorgestellt.
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David Luckensmeyer
The Eschatology of First Thessalonians
1. Auflage 2009
XI, 463 Seiten, gebunden
79,90 € [D]
ISBN 978-3-525-53969-9
David Luckensmeyer gelingt durch die Untersuchung der eschatologischen Motive ein hervorragender Zugang zum ersten Thessalonicherbrief. Er analysiert die grundlegenden Richtungen des enthaltenen Diskurses erstmalig, und verdeutlicht sowohl die Rhetorik wie auch die Briefstruktur des 1. Briefes an die Thessalonicher. Durch diese Zugangsweise lassen sich die verschiedenen eschatologischen Motive als Teil einer systematischen Aufforderung des Verfassers an eine Gemeinde verstehen, die einen Konflikt zu bestehen hat.
Luckensmeyer verdeutlicht die Eschatologie als den besten hermeneutischen Schlüssel, um die systematischen Aspekte des Briefes zu interpretieren. Es besteht kein Zweifel: Eschatologische Motive sind im Überfluss vorhanden, etwa in 1,9–10; 2,13–16; 4,13–18 oder 5,1–11. Der Frage, auf welche Weise diese Motive die Absichten des Paulus in seinem Schreiben verdeutlichen, widmet sich Luckensmeyer ganz besonders. Paulus kann verständlich machen, warum die Thessalonicher im Konflikt leben und sie zugleich zu einem neuen Verständnis von Gemeinde ermutigen.
Die ausführliche Bibliographie gibt einen guten Überblick über die neueste Sekundärliteratur und verschiedene Register erleichtern den Zugang.
Summary
The Eschatology of First Thessalonians is the first monograph to examine the eschatological discourse of First Thessalonians. It also represents the first analysis of fundamental representatives of that discourse which acknowledges the epistolary and rhetorical structure of the letter, and which understands the various eschatological motifs as part of a systematic exhortation to a community in conflict.
Luckensmeyer employs eschatology as the best hermeneutical key to interpret the systematic concerns of the letter. There is no doubt that eschatological motifs abound (see 1:9–10, 2:13–16, 4:13–18 and 5:1–11, among others), but it remains to show how these motifs contribute to Paul’s purposes for writing. This is what the author does. Paul is able both to rationalise why the Thessalonians are experiencing conflict and encourage them to a constructive new community identity. The monograph also contains an in-depth introduction to the secondary literature and includes an extensive bibliography and indices for the convenience of the reader
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Gerd Theißen/ Hans Ulrich Steymans/ Siegfried Ostermann/ Karl Matthias Schmidt/ Andrea Moresino-Zipper (Hg)
Jerusalem und die Länder. Ikonographie - Topographie - Theologie (FS Max Küchler)
2009
277 Seiten mit zahlreichen Abb., gebunden
80,00 € [D]
ISBN 978-3-525-53390-1
Kurzinformationen
Ausführliche Informationen
Diesen literarischen Blumenstrauß präsentieren Max Küchlers Forscherkollegen und Freunde anlässlich seines 65. Geburtstags. Leitmotivisch zieht sich Jerusalem wie ein roter Faden durch den Band und bündelt die Beiträge thematisch. Jerusalem wird als geographischer Ort, aber auch als theologischer und politischer Topos bedacht. Die Festschrift ist nach folgenden Unterthemen strukturierrt: Münzenkunde, Jerusalem als theologisches Zentrum, Tempel und Kult als zentrale Motive in Bild und Text, Archäologische Erkenntnisse im Umfeld Jerusalems, Jerusalem im Fokus von Lied und Gesang. Die Beiträger sind renommierte Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, unter ihnen Andreas Kaplony, Othmar Keel, Peter Lampe, Adrian Schenker, Benedict T. Viviano, Jürgen Zangenberg, Wolfgang Zwickel.
Summary
This book is dedicated to Max Küchler on his 65th birthday. Renowned scholars from the fields of New and Old Testament and Archaeology have contributed their work on the common thread of Jerusalem to share in Max Küchler’s enthusiasm. With contributions by Andreas Kaplony, Othmar Keel, Peter Lampe, Adrian Schenker, Benedict T. Viviano, Jürgen Zangenberg, Wolfgang Zwickel.69
Thomas Schmeller (Hg.)
Historiographie und Biographie im Neuen Testament und seiner Umwelt
1. Auflage 2009
VII, 208 Seiten, gebunden
54,90 € [D]
ISBN 978-3-525-53968-2
Thomas Schmeller und seine Autoren ordnen relevante Texte des Neuen Testaments den griechisch-römischen Literaturgattungen Historiographie und Biographie zu und klären dabei das Verhältnis dieser beiden Gattungen. Entsprechend enthält der Band zum einen allgemein-gattungskritische Beiträge. Hier geht es etwa um das Verhältnis von pragmatischer und pathetischer Geschichtsschreibung in der griechischen Historiographie, im Frühjudentum und im Neuen Testament. Es wird die Frage nach der Gattung der Evangelien behandelt, insbesondere nach dem Verhältnis von Erzählevangelium (z.B. die vier kanonischen Evangelien) und Spruchevangelium (z.B. Q oder das Thomasevangelium). Ein Beitrag thematisiert das Verhältnis zwischen Vitenliteratur und Geschichtsschreibung in hellenistischer und urchristlicher Literatur. Zum anderen werden konkrete Texte bzw. Textgruppen mit der Frage nach historiographischen und biographischen Elementen untersucht: Inwiefern ist das Johannesevangelium eine Biographie Jesu? Wie realisiert Lukas in der Apostelgeschichte seinen historiographischen Anspruch? Gibt es bei Paulus Ansätze einer Autobiographie? Welche biographischen Elemente kennzeichnen die deuteropaulinischen Briefe?
Beiträger
Ingo Broer -
Detlev Dormeyer -
Martin Ebner -
Gerd Häfner -
Christoph Heil -
Christoph Müller -
Stephan Schreiber
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Nils Neumann
Lukas und Menippos
Hoheit und Niedrigkeit in Lk 1,1-2,40 und in der menippischen Literatur
ca. 368 Seiten mit zahlreichen Tab. und Grafiken, gebunden
ca. 69,90 € [D]
ISBN 978-3-525-53965-1
Neumann zeigt Zusammenhänge zwischen dem Anfang des Lukasevangeliums (Lk 1,1–2,40) und der menippeischen Literatur der hellenistischen Antike auf. Diese zeigen sich hinsichtlich der äußeren Form der Texte im Wechselspiel zwischen versförmigen und prosaischen Passagen. Sowohl in den erhaltenen menippeischen Schriften als auch in den ersten zwei Kapiteln des Lukasevangeliums setzen sich die versförmigen Teile aus Zitaten solcher Texte zusammen, die bei der jeweiligen Leserschaft einen hohen Bekanntheitsgrad besitzen.
Hinsichtlich des Inhalts geht mit dieser Form die Wendung allgemein anerkannter Wertvorstellungen in ihr Gegenteil einher: Reiche und Arme, Mächtige und Geringe tauschen die Plätze. Denn für die menippeischen Texte halten die anerkannten Erscheinungsformen von Macht und Reichtum einer kritischen Prüfung nicht stand: Die Reichen und Mächtigen leben in Untugend, während die Armen und Geringen ein tugendhaftes Leben führen. Aus diesem Grund besitzen gerade die Armen einen wahren und unvergänglichen Reichtum; sie gelten als wahrhaftige Könige.
Die lukanische Erzählung von Jesus, der in Niedrigkeit geboren und gleichzeitig als Herrscher proklamiert wird, lässt sich vor dem Hintergrund der menippeischen Literatur, die aus dem Bereich der kynischen Philosophie stammt, plausibel interpretieren. Neumann benennt diese Bezüge und beschreibt sie im Einzelnen. Damit leistet er einen Beitrag zur Erforschung der hellenistischen Denkvoraussetzungen im Lukasevangelium.
Der Autor
Dr. phil. Nils Neumann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neues Testament am Institut für Evangelische Theologie der Universität Kassel.
67
Lorenzo Scornaienchi
Sarx und Soma bei Paulus
Der Mensch zwischen Destruktivität und Konstruktivität
1. Auflage 2008
ca. 400 Seiten, gebunden
ca. 69,90 € [D]
ISBN 978-3-525-53966-8
Die Umwelt des Paulus verwendet die Begriffe »sarx« und »soma« beinahe synonym, um dadurch den Menschen in seiner Materialität in Gegensatz zur immateriellen Seele zu beschreiben.
Der Begriff »soma« beschreibt bei Paulus hingegen den Menschen als sterblich und inaktiv, wie etwa aus seinem Gebrauch für »Leiche« oder »Sklave« ersichtlich ist. Die negative Semantik von »soma« bei Paulus entspricht der Kultur seiner Zeit. Nur die Dynamik der Erlösung, in deren Mittelpunkt der Tod und die Auferstehung Christi stehen, ermöglicht ein neues Verständnis von »soma«, das zur Konstruktivität bestimmt wird.
»Sarx« dagegen ist bei Paulus aktiv. Im Griechischen wird der Begriff wenig verwendet und bezeichnet nur den muskulösen Teil des Körpers oder den Leib als Ganzes. Als Bezeichnung für den aktiven Menschen wird »sarx« als Sitz der Affekte verstanden. Maßgebend ist hier Gal 5, wo »sarx« dem Geist Gottes gegenübersteht und verantwortlich für Affekte, Aggression, Konflikte ist.
Die Kernfrage des ethischen Diskurses der Antike lautet, wie sich das destruktive Potential im Menschen überwinden ließe. Die Destruktivität kann nach Paulus nicht durch das Gesetz überwunden werden. Konstruktivität zeigt sich in der Wirkung des Geistes auf das sterbliche und inaktive »soma« in der Eschatologie, der Ekklesiologie und der Ethik.
Der Autor
Dr. theol. Lorenzo Scornaienchi ist Wissenschaftlicher Assistent an der theologischen Fakultät der Universität Erlangen.
66
Rainer Metzner
Die Prominenten im Neuen Testament
Ein prosopographischer Kommentar
1. Auflage 2008
ca. 720 Seiten, gebunden
ca. 89,90 € [D]
ISBN 978-3-525-53967-5
Die Geschichts- und Bibelwissenschaft verzeichnet in den letzten Jahren ein verstärktes Interesse an biographischen Studien. Sie machen deutlich, dass Gesellschaft, Kultur und Religion nur dann zu verstehen sind, wenn man die sie tragenden Persönlichkeiten kennt mitsamt ihren konkreten Geschichten, Erfahrungen und Lebensprofilen. Die Geschichtsschreibung erwähnt bevorzugt die führenden Persönlichkeiten, denen als Prominente eine erhöhte Aufmerksamkeit zukommt, denn sie verkörpern etwas Besonderes. Auch das Neue Testament kennt eine Reihe solcher Persönlichkeiten der Zeitgeschichte. Ihren Namen, ihren Geschichten und den Spuren, die sie in der Welt der ersten Christen hinterlassen haben, ist Rainer Metzner nachgegangen und hat auch auf außerbiblische Quellen zurückgegriffen.
In seiner Prosopographie begegnen Kaiser, Senatoren, Ritter und städtische Ratsherren, führende Persönlichkeiten der römischen Reichsaristokratie, wie auch Könige, Landesfürsten und Hohepriester. Bei Metzer begegnen dem Leser aber auch Sozialbanditen, Zeichenpropheten und Magier, die sich in den Geschichtsbüchern einen Namen gemacht haben.
Der Autor
PD Dr. theol. Rainer Metzner ist Pfarrer der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz und Privatdozent im Fach Neues Testament an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.
65
Dietrich-Alex Koch
Hellenistisches Christentum
Schriftverständnis – Ekklesiologie – Geschichte
1. Auflage 2008
378 Seiten mit 43 Abb., Grafiken und Tab., gebunden
99,00 € [D]
ISBN 978-3-525-54001-5
Das Christentum entsteht in der sich dem Ende zuneigenden Epoche des Hellenismus und es war von seinen Anfängen her nie unberührt von ihm. Im Zuge der Ausbreitung des frühen Christentums im Imperium Romanum werden die christlichen Gemeinden Teil der hellenistischen Kultur. Das lässt sich an Sprache und Gemeindestruktur, an Urbanität und Migration, an geradezu selbstverständlicher Übernahme ethischer Konventionen, vor allem aber innerhalb der Theologiebildung erkennen. Es ist daher angezeigt, den Begriff des hellenistischen Christentums in der Zeit des frühen Christentums vor allem mit den paulinischen Gemeinden zu verbinden.
Dietrich-Alex Koch hat in den vergangenen Jahren etliche Studien vorgelegt, die das Verständnis des hellenistischen Christentums und seiner Geschichte an grundlegenden Schaltstellen erhellen. Dies betrifft einerseits den Schriftgebrauch und das Schriftverständnis des hellenistischen Christentums, andererseits ekklesiologische Studien sowohl im Blick auf die Organisation als auch hinsichtlich der konkreten Gestalt christlichen Lebens im paganen Raum.
Der Autor
Dr. theol. Dietrich-Alex Koch ist Professor em. für Neues Testament und war Direktor des neutestamentlichen Seminars der Evang.-Theol. Fakultät der Universität Münster.
64
Judith Hartenstein
Charakterisierung im Dialog
Maria Magdalena, Petrus, Thomas und die Mutter Jesu im Johannesevangelium im Kontext anderer frühchristlicher Darstellungen
1. Auflage 2007
347 Seiten mit zahlreichen Tab., gebunden
59,90 € [D]
ISBN 978-3-525-53987-3
Hartenstein fragt nach der Darstellung von Jüngerinnen und Jüngern im Johannesevangelium. Ziel ist es darzustellen, welches Bild dort von ihnen – einigen Einzelpersonen und der ganzen Gruppe – entworfen wird. Dieses Bild entsteht in der Kommunikation mit den Leserinnen und Lesern. Es wird versucht, diese Kommunikation, die Deutung des Textes durch die Leserinnen und Leser und seine Wirkung auf sie, am konkreten Beispiel der Personendarstellung nachzuvollziehen.
Ausgangspunkt ist die These, dass die Darstellung von Personen im Johannesevangelium sich nicht aus dem Text des Evangeliums allein erheben lässt. Es setzt ein Vorwissen der Leserinnen und Leser nicht nur voraus, sondern bezieht es als wesentliche Komponente in die eigene Darstellung mit ein. Viele der vorkommenden Personen sind schon bekannt und sollen auch bekannt sein – das Johannesevangelium entwickelt das eigene Profil der Darstellung im Dialog mit diesen schon vorhandenen Sichtweisen.
Methodisch bietet sich für diese Frage eine narratologisch orientierte Analyse an, also die Anwendung der von der Literaturwissenschaft etwa für die Analyse von Romanen entwickelten Theorien. Der narratologische Zugang stößt jedoch bei der Analyse von Charakteren und Charakterisierung im Johannesevangelium an Grenzen, die zu weitreichenden Veränderungen im Ansatz zwingen.
Die Autorin
PD Dr. theol. Judith Hartenstein ist Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität Marburg.
63
Thomas Witulski
Kaiserkult in Kleinasien
Die Entwicklung der kultisch-religiösen Kaiserverehrung in der römischen Provinz Asia von Augustus bis Antoninus Pius
2007 210 S.
Fr. 79.-
ISBN 978-3-7278-1586-7
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der kultisch-religiösen Kaiserverehrung in der römischen Provinz Asia, in der Zeit von Augustus bis zu Antoninus Pius. Dabei wird insbesondere die provinziale Ebene, weniger hingegen die munizipale in den Blick genommen. Hieran lassen sich signifikante und für die gesamte Provinz bedeutsame Entwicklungslinien am deutlichsten aufzeigen. Die Analyse des archäologischen, epigraphischen, numismatischen und literarischen Quellenmaterials zeigt, dass mit der Verehrung des Augustus – dem Begründer des Prinzipats – ein erster Höhepunkt in der kultisch-religiösen Kaiserverehrung erreicht worden ist. Über diesen Höhepunkt reicht erst die kultisch-religiöse Verehrung des von 117–138 n.Chr. regierenden Hadrian wieder hinaus. Hadrian ist der erste princeps, dem gleich mehrere provinziale Kulte geweiht sind. Darüber hinaus wird er als erster amtierender Regent nicht nur im öffentlichen munizipalen Raum, sondern auch in der Sphäre des Privaten kultisch-religiös verehrt. Dadurch, dass er die Institution des Panhellenion gründet, wird seine Person als Integrationsfaktor für den gesamten Osten des imperium Romanum zum Gegenstand einer institutionalisierten überprovinzialen kultisch-religiösen Verehrung. Die kultisch-religiöse Verehrung aller übrigen principes, die in dem untersuchten Zeitraum regierten, bleibt sowohl hinter derjenigen des Augustus als auch erst recht hinter derjenigen Hadrians zurück. Dieses Ergebnis hat Auswirkungen für die neutestamentliche Exegese; insbesondere legt es die Datierung der Johannesapokalypse in hadrianischer Zeit nahe, deren Abfassung um 132 n.Chr. anzunehmen ist.
Der Autor
Dr. theol. Thomas Witulski ist Pfarrer in der Evangelischen Kirche von Westfalen
62
Taeseong Roh
Der zweite Thessalonicherbrief als Erneuerung apokalyptischer Zeitdeutung
2007 140 S.
Fr. 49.-
ISBN 978-3-7278-1579-9
Ausgangspunkt des Werkes ist die Frage, ob der zweite Brief an die Thessalonicher tatsächlich eine Korrektur des ersten Briefes bzw. der dort vertretenen Naherwartung des Paulus darstellt. Für die Beantwortung dieser Frage ist entscheidend, ob die in 2Thess 2,2 vorgestellte Parole durch »Der Tag des Herrn ist da« oder durch »Der Tag des Herrn ist nah« zu übersetzen ist. Im ersten Fall stellt die in 2Thess 2 bekämpfte eschatologische Lehre keine Naherwartung dar, sondern eine (angeblich) realisierte Eschatologie. Der Verfasser des zweiten Briefs antwortet auf sie mit einer bisher in der Exegese kaum bedachten eschatologischen Position: Er antwortet mit einer Erneuerung der Naherwartung, die Paulus im ersten Brief vertreten hat. Taeseong Roh gelingt es, den zweiten Brief des Paulus an die Thessalonicher (sozial-) geschichtlich zu erhellen. Er tritt damit einer in der Exegese weit verbreiteten Resignation entgegen, das im zentralen apokalyptischen Teil in 2Thess 2,3ff Gesagte sei so sehr verschlüsselt, dass es heute nicht mehr zu enträtseln ist. Für die sozialgeschichtliche Fragestellung wertet die Arbeit verschiedene Indizien in 2Thess 2,1–12 aus. Dadurch lässt sich eine bestimmte zeitgeschichtliche Situation im Imperium Romanum des 1. Jh. n.Chr. zur Zeit des Vespasian beschreiben.
Der Autor
Dr. theol. Taeseong Roh ist Adjunctive Professor der United Graduate School of Theology der Yonsei Universität in Seoul, Korea.
61
Benedict T. Viviano
Matthew and His World
The Gospel of the Open Jewish Christians Studies in biblical Theology
2007 312 p.
Fr. 89.-
ISBN 978-3-7278-1584-3
This collection of essays is centered on the Gospel according to Matthew. It treats contemporary discussions of Matthew’s origins, character and place in the canon of the New Testament. It also discusses texts from the major sections of the Gospel: the Infancy narrative, the Sermon on the Mount and other parts of the public ministry, and the Passion narrative. It addresses major themes: the kingdom of God, revelation, the Sabbath, spirituality, ecclesiology, and the birth of Easter faith. It also includes aspects of Matthew’s broader context: Qumran literature, the letters to the Galatians and of James, and John’s reception of Matthew. In contrast to several recent studies which present Matthew and his community as gloomy and beleaguered, this work reveals a confident, cheerful evangelist.
Diese Sammlung von Studien befasst sich mit dem Evangelium nach Matthäus und behandelt aktuelle Diskussionen der Herkunftsbereiche des Matthäus, seiner Eigenart und des Platzes, welchen sein Evangelium im Kanon des Neuen Testamentes einnimmt. Ebenso werden Texte aus den Hauptteilen des Evangeliums diskutiert, wie die Kindheitserzählung, die Bergpredigt, andere Begebenheiten des öffentlichen Wirkens Jesu und die Leidensgeschichte, und Hauptthemen herausgestellt, wie das Königreich Gottes, die Offenbarung, der Sabbat, die Spiritualität, die Ekklesiologie und die Geburt des Osterglaubens. Auch wird der weitere Kontext des Matthäus-Evangelium berücksichtigt, wie die Literatur von Qumran, die Briefe an die Galater und des Jakobus und die Rezeption von Matthäus durch Johannes. Im Gegensatz zu vielen aktuellen Studien, die Matthäus und seine Gemeinde als düster und dunkel darstellen, enthüllen diese Aufsätze Matthäus als selbstbewussten und heiteren Evangelisten.
Benedict T. Viviano ist Professor für Neues Testament an der Universität Freiburg Schweiz
60
Ilze Kezbere
Umstrittener Monotheismus
Wahre und falsche Apotheose im lukanischen Doppelwerk
2006 232 S.
Fr. 65.- / EUR 39.90
ISBN 978-3-7278-1573-7
Darf man Menschen vergöttlichen? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Die Antwort der Juden war ein striktes Nein. Christen übernahmen die Ablehnung aus ihrer jüdischen Tradition, schrieben aber Jesus Christus exklusiv einen göttlichen Status zu. Die Autorin zeigt auf, dass der Evangelist Lukas zwischen wahrer und falscher Apotheose unterscheidet und Kriterien für die einzig wahre Apotheose des Jesus von Nazaret entwickelt. Lk trennt zwischen der Reaktion auf erfahrene göttliche Macht und Formen der Vergöttlichung in politischen und kultischen Kontexten. Kezbere fragt nach dem korrekten Monotheismus und danach, wo der Gehorsam gegenüber dem Staat ein Ende finden muss. Dabei fließen Erfahrungen der lettischen Autorin mit dem Personenkult im Kommunismus ein.
Luke contrasts true and false apotheosis. Rejecting all apotheosis of human beings but claiming a divine status for Jesus Christ gives him a position between Judaism and Early Christian Apologetics.
Ilze Kezbere ist Seelsorgerin und Religionslehrerin in München
59
Max Küchler/ Karl Matthias Schmidt (Hrsg.)
Texte – Fakten – Artefakte
Beiträge zur Bedeutung der Archäologie für die neutestamentliche Forschung
2006 XII-236 S.
Fr. 69.-
ISBN-13: 978-3-7278-1559-1
ISBN-10: 3-7278-1559-0
Im Rahmen der neutestamentlichen Wissenschaft bewegen sich Literaturwissenschaft und Archäologie all zu oft in Paralleluniversen vorwärts. Die Textwissenschaft nimmt wohlwollend bis desinteressiert und oft stark verzögert die Ergebnisse der Archäologie zur Kenntnis. Die Archäologie ist ihrerseits mitunter versucht, alles, was sich nicht festgemauert in der Erden findet, als literarische Fiktion ab zu tun. Die vorliegenden Beiträge von Willibald Bösen, Christian Cebulj, Heinz-Josef Fabry, Hans-Josef Klauck, Max Küchler und Jürgen Zangenberg versuchen auf je unterschiedliche Weise, Sprachen und Steine, Buchstaben und Bilder aufeinander zu beziehen, um so literaturwissenschaftliche und archäologische Ergebnisse miteinander ins Gespräch zu bringen. Orte wie Qumran und Jerusalem, Regionen wie Galiläa und Kleinasien bieten vielfältige Möglichkeiten, um im Miteinander der beiden Disziplinen zu einem adäquateren Verständnis des Neuen Testaments zu gelangen.
Mit Beiträgen von:
Jürgen Zangenberg, Von Texten und Töpfen. Überlegungen zum Verhältnis von literarischen und materiellen Relikten antiker Kulturen bei der Interpretation des Neuen Testaments
Jürgen Zangenberg, Region oder Religion? Überlegungen zum interpretatorischen Kontext von Khirbet Qumran
Heinz-Josef Fabry, Archäologie und Text. Versuch einer Verhältnisbestimmung am Beispiel von Chirbet Qumran
Max Küchler, Die hellenistisch-römischen Felsgräber im Kedrontal. Priesterlich-aristokratische Grabpracht im Angesicht des Zweiten Tempels
Christian Cebulj, Texte, Teiche, Theorien. Zum Stellenwert archäologischer Befunde für die Exegese von Joh 5
Willibald Bösen, Mehr als eine freundliche Gesprächspartnerin. Zur Bedeutung der Archäologie für die neutestamentliche Exegese
Hans-Josef Klauck, Die Johannesoffenbarung und die kleinasiatische Archäologie
58
Ute E. Eisen
Die Poetik der Apostelgeschichte
Eine narratologische Studie
2006 296 S.
Fr. 83.-
ISBN-13: 978-3-7278-1553-9
ISBN-10: 3-7278-1553-1
Die narratologische Analyse der Bibel hat sich mittlerweile innerhalb der exegetischen Diskussion international etabliert und erfreut sich zunehmender Rezeption. Mit dieser Entwicklung einher geht das noch immer bestehende Problem schwer herzustellender Kompatibilität und Durchsichtigkeit erzähltheoretischer Konzepte und Begrifflichkeiten. An diesem Punkt setzt die vorliegende Studie ein, indem sie in einem ersten Hauptteil die pluriformen Ansätze innerhalb der Erzähltheorie systematisiert und Begriffsklärungen vornimmt. Erzähltheorie wird so auch für Nicht-NarratologInnen verständlich und nachvollziehbar. Der erste Hauptteil dieser Studie ist damit zugleich eine Einführung in die Erzähltextanalyse und aufgrund des Sachregisters auch nutzbar als Nachschlagewerk. In einem zweiten Hauptteil werden die erzählanalytischen Konzepte auf ausgewählte Texte des Anfangs, der Mitte und des Endes der Apg angewandt. Vor allem ein Ergebnis ist in diesem Zusammenhang virulent: Der Erzähler erschließt das neue, an Christus orientierte Glaubensverständnis in mannigfaltigem Anknüpfen an die jüdischen heiligen Schriften und vielfach aus der Perspektive des Judentums. Die jüdischen Skrupel und durch die Thora gegebenen Hindernisse gegenüber einer Heidenmission sollen überwunden werden. Im berühmten Schluss der Apostelgeschichte wird mit dem jesajanischen Verstockungsmotiv die Nichtbekehrung der Mehrheit des Volkes Israel zu Christus plausibilisiert und dieses zugleich zum Anlass genommen, die Heidenmission zu legitimieren. Von einer heilsgeschichtlichen Ablösung des Judentums durch das Christentum kann keine Rede sein.
The narratological analysis of the Bible has by now become established within the international discussion of exegesis. However, the difficulty of producing compatibility and transparency of the concepts and terms of narratological theory still exists. This is the point of departure for this book, which in the first section systemizes the multiple concepts within narratological theory and explains the terms. Narratological theory is made understandable and plausible for those new to the field. The book thus is an introduction to narratology and, with the included index, also can be used as a reference book. The second section applies the narratological analytical concepts to selected texts from the beginning, middle and end of Acts. Especially one result is important in this context: The narrator explains the new, Christ-oriented understanding of faith using manifold ties to the Jewish Holy Scriptures and often from the perspective of Judaism. In this way he tries to overcome the Jewish scruples and hindrances presented by the Torah concerning a mission to the pagans. In the famous conclusion of Acts, the Isaiahan motif of hardened hearts makes plausible the fact that the people of Israel repeatedly do not accept Christ and therefore legitimizes the mission to the pagans. There is no indication of Christianity replacing Judaism in salvation history.
Ute E. Eisen
ist seit 2004 Professorin für Bibelwissenschaften Altes Testament und Neues Testament an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Sie studierte evangelische Theologie in Erlangen, Hamburg und Berkeley, Kalifornien. Nach dem ersten theologischen Examen erfolgte die Promotion 1994 an der Universität Hamburg und die Habilitation 2002 an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg.
57
Dieter Sänger / Matthias Konradt (Hrsg.)
Das Gesetz im frühen Judentum und im Neuen Testament
Festschrift für Christoph Burchard zum 75. Geburtstag
2006 344 S.
Fr. 150.–
ISBN-13: 978-3-7278-1550-8
ISBN-10: 3-7278-1550-7
Die Mehrzahl der Beiträge dieser Christoph Burchard zum 75. Geburtstag gewidmeten Festschrift behandelt zentrale Aspekte des Gesetzesverständnisses im frühen Judentum und Neuen Testament. Neben Untersuchungen zur Gesetzesthematik in den Apokryphen und Pseudepigraphen (G.W. Nickelsburg, P. v. Gemünden), im Matthäusevangelium (M. Konradt) und lukanischen Doppelwerk (M. Klinghardt) bilden Studien zur Bedeutung und Funktion der Tora in der paulinischen Theologie den Schwerpunkt der Festschrift (J. Becker, R. Bergmeier, O. Hofius, H.-W. Kuhn, G. Nebe, D. Sänger, B. Schaller, G. Theißen). Das breite Spektrum reflektiert den diskursiven Prozess, in dem sich die neutestamentliche und judaistische Forschung gegenwärtig befinden. Die Konzentration auf Paulus ist angesichts der höchst kontrovers geführten Diskussion über den Stellenwert der Rechtfertigungslehre im Gesamt des paulinischen Denkens nicht nur sachlich gerechtfertigt, sondern sie spiegelt auch das besondere exegetische Interesse des Jubilars, der sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit einer Reihe gewichtiger Aufsätze in diese Debatte eingeschaltet hat. Die übrigen Beiträge fokussieren im Rahmen des titelgebenden Paradigmas das Verhältnis von Kirche und Israel im Römerbrief (H. Thyen), beleuchten die Implikationen der paulinischen Ethik für diakonisches Handeln (R. Kirchhoff), problematisieren das Beziehungsgefüge von Texten in kanonischen und außerkanonischen Schriften (J.H. Charlesworth), befassen sich mit grundlegenden methodischen Fragen im Blick auf die rhetorische Interpretation der paulinischen Korrespondenz (P. Lampe) und thematisieren im kritischen Anschluss an Christoph Burchards Kommentar die kommunikative Struktur und den literarischen Charakter des Jakobusbriefs (O. Wischmeyer).
Mit Beiträgen von:
Jürgen Becker, Roland Bergmeier, James H. Charlesworth, Petra von Gemünden, Otfried Hofius, Renate Kirchhoff, Matthias Klinghardt, Matthias Konradt, Heinz-Wolfgang Kuhn, Peter Lampe, Gottfried Nebe, George W. Nickelsburg, Dieter Sänger, Berndt Schaller, Gerd Theißen, Hartwig Thyen, Oda Wischmeyer
56
Christoph Riedo-Emmenegger
Prophetisch-messianische Provokateure der Pax Romana
Jesus von Nazaret und andere Störenfriede im Konflikt mit dem Römischen Reich
2005 XII-386 S.
Fr. 98.-
ISBN 3-7278-1540-X
Wie im gesamten Mittelmeerraum war auch in Palästina im 1. Jh. n. Chr. die Weltmacht Rom die bestimmende politische Grösse. Der erstaunliche Weg vom kleinen republikanischen Stadtstaat zur militärischen Supermacht war durch verschiedene, sich ergänzende Strategien möglich geworden. Diese Strategien behielten ihre Gültigkeit auch in der Zeit der Konsolidierung des Imperium Romanum unter den ersten Kaisern. Sie sollten die römische Weltherrschaft festigen und gegen Angriffe von innen wie aussen sichern. Mit dieser ideologisch als Pax Romana deklarierten und abgesicherten Weltherrschaft gerieten aber immer wieder Menschen, Gruppierungen und Bewegungen in Konflikt, die im Namen ihrer eigenen religiösen und/oder politischen Vorstellungen ein «Königtum Gottes» verkündigten. Diese Bewegungen wurden wie im ganzen Imperium so auch in Palästina von den politischen Eliten als Störenfriede eingestuft, die sich nicht an die von Rom diktierten Spielregeln hielten und durch ihre Aktivitäten und Programme die Reaktionen seitens der römischen Machthaber provozierten. Die vorliegende Arbeit beschreibt die abgestuften Reaktionen der römischen Weltmacht gegenüber diesen Störenfrieden, wobei sie den Fokus auf die Bewegungen von Jesus von Nazaret und anderer prophetisch-messianischer Provokateure im Palästina seiner Zeit richtet. Die Überlebenschancen dieser Bewegungen angesichts des allmächtigen römischen Systems waren so gering, dass sich der Weitergang der Sache Jesu in der Jesusbewegung als erstaunliches Faktum herausstellt.
Christoph Riedo-Emmenegger,
geb. 1960, studierte in Freiburg Schweiz Theologie und war von 1990 bis 1995 Assistent am Departement für Biblische Studien. 1996 folgte ein Forschungsaufenthalt in Jerusalem. Seit 1998 arbeitet er als Pastoralassistent in der Kirche Deutschfreiburg. Christoph Riedo-Emmenegger ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
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Siegfried Ostermann
Die Münzen der Hasmonäer
Ein kritischer Bericht zur Systematik und Chronologie
Mit einem Vorwort von Max Küchler
2005, 94 + X (Sfr. 34.-; ISBN 3-7278-1499-3)
Siegfried Ostermann, geb. 1970, studierte Theologie in Graz und Fribourg/Schweiz. Nach Abschluss des Studiums 1996 folgten ein einjähriger Aufenthalt in Jerusalem und die Ausbildung zum Pastoralassistenten. Seit 1999 ist er als Assistent bei Max Küchler am Departement für Biblische Studien tätig, wo er an einer Dissertation über die Bildwelten der hasmonäischen Münzen arbeitet.
Das frühjüdische Herrschergeschlecht der Hasmonäer hat mit seinen Münzen die antike, echt jüdische Münzprägung begonnen und im Laufe eines Jahrhunderts (ca. 135 bis 37 v. Chr.) ein kleines Motivensemble mit einer fast unübersehbaren Menge von Stempeln hervorgebracht. In diesem Band werden die komplexe wissenschaftliche Situation des hasmonäischen Münzkorpus forschungsgeschichtlich aufgearbeitet, die bestehenden Münzkorpora analysiert, miteinander verglichen und in konkordanten Listen für den wissenschaftlichen Gebrauch aufbereitet. Dabei werden die vier grossen Sammelwerke des im Jahr 2004 verstorbenen Numismatikers Ya'akov Meshorer, des Grand-seigneur der antiken jüdischen Numismatik, gewürdigt, die sich mehrmals ändernde Systematik und Chronologie kritisch situiert und um die «unrecorded coins» der Publikationen von J. Ch. Kaufman erweitert. Die zukünftige Gestalt eines kritischen, transparenten und brauchbaren Korpus der hasmonäischen Münzen wird als Desiderat formuliert.
About this book
At the end of the 2nd century BCE the family of the Hasmoneans started genuine Je-wish coinage with a limited number of motifs and an abundace of dies. This book deals with the complex scientific situation of the corpora of Hasmonean coins. The different systems of numbering and the varying chronological arrangements of the Hasmonean rulers are presented in several tables and concordances.In this work the four main publications of the late Ya'akov Meshorer are evaluated, their changing systematical and chronological orders challenged. The «Unrecorded Hasmonean Coins» of J. Ch. Kaufman, which doubled the number of well documented Hasmonean coins, are added. A future layout of a critical, transparent and useful corpus of Hasmonean coins is still a desideratum.
This publication is part of the doctoral thesis of the author, which deals with the motifs of Hasmonean coins and of the Graeco-Roman world.
54
ROOSE Hanna
Eschatologische Mitherrschaft
Entwicklungslinien einer urchristlichen Erwartung
2004, 376 S. (SFr. 89.-; ISBN 3-7278-1464-0)
Die Autorin
Dr. theol. Hanna Roose ist Privatdozentin an der Universität Heidelbert und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Koblenz-Landau. Sie wurde mit dieser Arbeit 2002 in Heidelberg habilitiert.
Zum Buch
Wahrscheinlich stellte schon der historische Jesus den Mitgliedern seines Zwölferkreises eschatologische Herrschaft in Aussicht (Mt 19,28/par Lk 22,30). Der Eschaton als Anbruch der ewigen Gottesherrschaft war eine zentrale frühchristliche Vorstellung, allerdings hat auch die Erwartung, im Eschaton mitherrschen zu dürfen, verschiedene Gruppen des Urchristentums beschäftigt. Umstritten war, wem die eschatologische Mitherrschaft zukommen würde und ob man sie sich verdienen könne. Die Erwartung eschatologischer Machtausübung spiegelt also ein Stü ck urchristlicher (Problem-)Geschichte, die in der vorliegenden Untersuchung erstmals im Zusammenhang anhand von neutestamentlichen und apokryphischen Texten des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. nachgezeichnet wird.
53
AITKEN Ellen Bradshaw
Jesus' Death in Early Christian Memory
The Poetics of the Passion
2004, 202 p. (SFr. 69.-; ISBN 3-7278-1465-9)
The author
Ellen Bradshaw Aitken ThD. is Associate Professor of New Testament at McGill University, Montreal.About this book
Traditions about Jesus' suffering and death developed apart from the gospel passion narratives. Examining 1 Corinthians, 1 Peter, Hebrews, and the Epistle of Barnabas,this study argues that stories and songs about Jesus' passion took shape in relation to the ritual practices of early Christian communities. In this context, the scriptures of Israel – particularly the story of the Israelites' wilderness journey and of Moses' death, the psalms, and other songs of the suffering righteous – contributed to the discourse. The perspective of ritual and performance theory is utilized to examine how ritual and narrative work together to constitute community.52
MERZ Annette
Die fiktive Selbstauslegung des Paulus
Intertextuelle Studien zur Intention und Rezeption der Pastoralbriefe.
2004, XII + 468 S. (SFr. 110.-; ISBN 3-7278-1448-9)
Dr. Theol. Annette Merz ist Dozentin an Universität Utrecht. Sie wurde 2001 in Heidelberg mit dieser Arbeit promoviert.
Wer kann die Fortführung der Paulustradition für sich beanspruchen? Die Verfasser der Pastoralbriefe behaupten eine derartige Legitimation mit unterschiedlichen Mitteln. Diese Untersuchung wendet Ergebnisse literaturwissenschaftlicher Intertextualitätsforschung auf den Bereich der paulinischen Pseudepigraphie an und erweist diese als eine Form der fiktiven Selbstauslegung durch fingierte Selbstreferenzen. So wird eine konkrete historische Verortung der Pastoralbriefe im Streit konkurrierender Paulusschulen um das Pauluserbe - insbesondere um die richtige Auslegung der Paulusbriefe, ermöglicht.
A survey on intertextuality in the pastoral epistles.
51
HACKL Ursula / JENNI Hanna / SCHNEIDER Christoph
Quellen zur Geschichte der Nabatäer
Textsammlung mit Übersetzung und Kommentar
Mit Beiträgen von Daniel Keller
2003, XVIII-730 S. (SFr. 130.-; ISBN 3-7278-1410-1)
Ursula Hackl: Prof. Dr. phil., Dozentin und Extraordinaria für Alte Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des Hellenismus an der Universität Basel (1981-2001)
Hanna Jenni: Dr. phil., Lehrbeauftragte für Biblisch-Hebräisch und Ägyptologie an der Universität Basel
Christoph Schneider: Lic. phil., wissenschaftlicher Mitarbeiter der Schweizerisch-Liechtensteinischen Ausgrabungen in Petra und Fachreferent für Altertumswissenschaften an der Universitätsbibliothek Basel
Die Nabatäer sind ein signifikantes Beispiel eines Volkes im Grenzbereich zwischen grieschisch-römischer und orientalischer Kultur. Sie verdankten ihren Aufstieg der Beherrschung des Handels zwischen Arabien und dem Mittelmeer und gliederten sich zunehmend in die hellenistische Welt ein. Die nabatäische Hauptstadt Petra im heutigen Jordanien ist steingewordenes Zeugnis dieser Entwicklung. Die vorliegende Publikation legt die auf Griechisch, Lateinisch und Nabatäisch sowie in anderen semitischen Sprachen verfassten einschlägigen Schriftquellen zweisprachig und kommentiert vor. Dem Einstieg und Überblick dient der Einleitungsteil (Kap. I), der die verschiedenen Quellen thematisch bündelt und unmittelbare Verweise auf diese enthält. Die im Hauptteil (Kap. II) aufgeführten Quellen mit Kommentaren präsentieren sich als ein Nachschlage- und Arbeitsinstrument für alle, die sich in irgendeiner Weise mit den Nabatäern beschäftigen. Die Konzentration auf die Schriftquellen schärft den Blick dafür, welcher Quelle eine Information zu verdanken ist, welche Quellengattung zu einem Themengebiet relevant ist und in welchem gegenseitigen Verhältnis die Informationen zu betrachten sind. Dadurch wird eine fundierte Zusammenschau ermöglicht, die in vielen Bereichen eine bessere und mancherorts neu gewichtete Sichtweise der Lebensbedingungen und der Lebensäusserungen der Nabatäer erzielt. Kap. III mit Bibliographie, Indices und Karten bildet den Abschluss des Bandes, der ca. 700 Seiten und 2 Abbildungstafeln enthält.
50
BRANDT Pierre-Yves
L'identité de Jésus et l'identité de son disciple
Le récit de la transfiguration comme clef de lecture de l'Evangile
de Marc
2002, 365 S. (SFr 108.-; ISBN 3-7278-1399-7)
Marc présente l'identité
divine de Jésus comme se dévoilant malgré lui. Jésus
fait taire ceux qui la révèlent, qu'il s'agisse des démons
ou de ses disciples. William Wrede a tenté d'expliquer cet état
de fait à l'aide de la théorie du «secret messianique».
Marc attribuerati à Jésus une stratégie de voilement
intentionnel de sa filiation divine.
L'auteur s'oppose à Wrede à l'aide de catégories empruntées
à l'anthropologie culturelle: dans l'Antiquité, l'identité
est attribuée par Jésus dans l'Evangile de Marc n'est pas
l'expression d'une stratégie particulière mais le comportement
attendu d'un individu qui respecte les règles d'attribution de l'honneur.
De plus, Marc est méfiant à l'égard du titre «Christ»
attribué à Jésus et préfère le titre
«Fils de Dieu» compris au sens prophétique.
Enfin, la raison qui pouse l'evangéliste à écrire résiderait
dans le nécessité de défendre la légitimité
de la tradition de sa communauté face à d'autres groupes chrétiens
plus apostoliques.
Markus beschreibt die göttliche
Identität Jesu als eine, die sich gegen den Willen Jesu enthüllt.
Jesus verbietet jenen, die sie offenbaren, davon zu sprechen, seien es Dämonen
oder seine Jünger. William Wrede hat diesen Sachverhalt mit Hilfe des
sogenannten «Messiasgeheimnis» zu erklären versucht, nach
welchem Markus Jesus eine Strategie absichtlicher Verhüllung seiner
göttlichen Sohnschaft zuspricht.
Pierre-Yves Brandt widersetzt sich dieser Theorie Wredes anhand der kulturanthropologischen
Einsicht, dass in der Antike Identität stets durch eine übergeordnete
Instanz verliehen werden musste. Daraus ergibt sich, dass das Verhalten,
das Jesu im Markusevangelium an den Tag legt, nicht eine spezielle jesuanische
Strategie, sondern das übliche Verhalten einer Person ist, welche die
antiken Regeln der Verleihung eines Ehrentitels achtet.
Zudem misstraut Markus dem Titel «Messias» und zieht ihm den
Titel «Sohn Gottes» in einem prophetischen Sinn vor. Schliesslich
sieht der Autor den Grund, der den Evangelisten zu schreiben veranlasste,
in der Notwendigkeit, die Rechtmässigkeit der Tradition seiner Gemeinde
gegenüber stärker apostolisch ausgerichteten christlichen Gruppen
zu verteidigen.
49
Walter Matthias
Gemeinde als Leib Christi
Untersuchungen zum Corpus Paulinum und zu den «Apostolischen Vätern»
2001, 346 S. (SFr. ; ISBN 3-7278-1367-9)
Matthias Walter, geb. 1965, studierte evangelische Theologie in Heidelberg, Kingston (Jamaica) und Elstal (bei Berlin). 1998 Promotion in Heidelberg, seit 1999 Pastor an der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) in Sindelfingen.
Die Metapher von der christlichen
Gemeinde als einem Leib zählt zu den zentralen ekklesiologischen Bildern
im Neuen Testament. Auch aus der systematisch-theologischen Diskussion ist
sie nicht mehr wegzudenken. Dies hat jedoch auf die Exegese dergestalt zurückgewirkt,
dass der Blick auf die Metapher durch theologische Vorentscheidungen bestimmt,
wenn nicht getrübt war. Diese Arbeit hat es sich zur Aufgabe gestellt,
die Metapher neu als sprachliche Figur in den Blick zu nehmen, die in einem
eerkennbaren historischen, sozialen und theologiegeschichtlichen Kontext
zu einem je konkreten Zweck als frei formbares rhetorisches Material eingesetzt
und gestaltet wurde. Zu diesem Zweck wird das exegetische Instrumentarium
um wissenssoziologische und sprachwissenschaftliche Werkzeuge ergänzt.
Da zu jeder Zeit nicht nur die Theologie-, sondern auch die Kanongeschichte
noch nach allen Richtungen offen war, werden ausser den Schriften des Corpus
Paulinum (nur hier begegnet ekklesiale Leib-Metaphorik im Neuen Testament)
auch die sogenannten Apostolischen Väter als Schriften, die im orthodoxen
Strom mitfliessen, untersucht. Einzelne Ausblicke in das apostolische und
gnostische Schrifttum runden das Bild ab.
When it comes to speaking of the church
by means of metaphors, the body is a central one within the New Testament.
The metaphor of the body is also prevalent within the systematical theology.
Yet, the latter fact has reverberated into the New Testament exegesis, so
that a look at the New Testament texts often was impaired by systematical
prejudice. This book wants to foster a fresh approach to the metaphor of
the body, as a rhetorical figure which depicts a perceptible socio-historical
context, and was used to specific ends as a freely shapable rhetoric means.
The book uses exegetical tools which are supplemented by approaches of the
sociology of knowledge and of linguistics.
Since in the times of the Early church not only the theological but also
the canonical framework still was in flow, the author not only interprets
the writings of Paul and his school (only there we find the ecclesiological
use of the metaphor of the body, in the New Testament) but also the so-called
Apostolic Fathers. They soon were regarded as orthodox and were therefore
of considerable influence in the times to come. A few hints at apologetical
and gnostic writings try to complete the picture.
48
Viviano Benedict T. OP
Trinity - Kingdom - Church
Essays in Biblical Theology
2001, 280 S. (SFr .-; ISBN 3-7278-1362-8)
Benedict Thomas Viviano OP (born in
1940) is professor of New Testament at the University of Fribourg, Switzerland
since 1995. He has also taught at the Ecole Biblique, Jerusalem and at Aquinas
Institute, St. Louis, Missouri.
He is the author of «Study as Worship. Aboth and the New Testament»
(Leiden 1978); «The Kingdom of God in History» (Wilmington;
MGlazier; 1988 French: Paris 1992); a commentary on Matthew. He has edited
a dictionary of the Bible and a colloquium on Christian anti- and philo-Judaism,
and is the author of many articles and reviews.
Benedict Thomas Viviano OP (geb. 1940)
ist seit 1995 Professor für das Neue Testament an der Universität
Freiburg, Schweiz. Er lehrte vorher an der Ecole Biblique dt Archéologique
Française de Jérusalem und am Aquinas Institute in St. Louis,
Missouri.
Er ist Autor der Bücher «Study as Worship. Aboth and the New
Testament» (Leiden 1978), «Kingdom of God in History»
(Wilmington; MGlazier; 1988 fran.; Paris 1992) und zahlreicher Artikel und
Rezensionen. Ferner ist er Herausgeber eines biblischen Wörterbuchs
und eines Kolloquium-Bandes zum Thema «Christlicher Anti- und Philo-Judaismus».
This book is a collection of studies in biblical theology. It concentrates first on the roots of New Testament Christology, Pneumatology and Trinitology, and then studies the theme of the Kingdom of God as a basis for social justice concerns. It continues with studies of New Testament ecclesiology, including models of conflict, polemic, ministry, study, mission and human transformation. It concludes with a vision of the church inspired by the letter to the Ephesians.
Diese Sammlung der Studien von B.T. Viviano im Bereich der biblischen Theologie beschäftigt sich zuerst mit den Wurzeln der neutestamentlichen Christologie, Pneumatologie und Trinitätslehre. Dann befasst sich der Band mit der Thematik des «Reiches Gottes» als einer Grundlage zur Schaffung sozialer Gerechtigkeit. Schliesslich bringt er Studien zur neutestamentlichen Ekklesiologie, die Konfliktmodelle, Polemik, Bildung, Mission sowie die Neugestaltung menschlicher Existenz behandeln. Er schliesst mit einer Vision der Kirche, die vom Epheserbrief inspiriert ist.
47
FIEGER Michael / SCHMID Konrad / SCHWAGMEIER Peter (Hrsg.)
Qumran - Die Schriftrollen vom Toten Meer
Vorträge des St. Galler Qumran-Symposiums vom 2./3. Juli 1999
2001, 226 S. (SFr .-; ISBN 3-7278-1329-6)
Die Beiträge dieses Sammelbandes geben einen Überblick über die verschiedenen Bereiche der Qumranforschung: Emanuel Tov berichtet über die nunmehr kurz vor dem Abschluss stehende Veröffentlichung der Schriftrollen vom Toten Meer. Johann Meier stellt den gegenwärtigen Stand der breit aufgefächerten Qumranforschung dar. Annette Steudel behandelt Probleme und Methoden der Rekonstruktion von in der Regel nur fragmentarisch erhaltenen Schriftrollen. Heinz-Josef Fabry diskutiert die Relevanz der Textfunde von Qumran für die Frage des Textes der hebräischen Bibel und deren Bedeutung für die alttestamentliche Exegese. Jörg Frey erörtert in kritischem Diskurs mit unterschiedlichen Positionen die Bedeutung der Qumranfunde für die Erfoschung des Neuen Testaments.
The contributions to this collection yield an overview of the various areas for our current Qumran research. Emanuel Tov reports on the soon-to-be completed publication of the Dead Sea Scrools. Johann Maier depicts the current status of the rich diversity of Qumran research. Annette Steudel deals with the problems an dmethods of reconstructing the fragmentary finds. Heinz-Josef Fabry discusses the relevance of the finds for the question of the text of the Hebrew Bible and its meaning for the interpretation of the Old Testament. Jörg Frey explores, in critical discussion with various positions, the meaning that the Qumran discoveries have for New Testament research.
46
KREMENDAHL Dieter
Die Botschaft der Form
Zum Verhältnis von antiker Epistolographie und Rhetorik im Galaterbrief
2000, 321 S. (SFr .-; ISBN 3-7278-1296-9)
Dieter Kremendahl, geboren 1964 in Wuppertal, studierte evangelische Theologie, Griechisch und Latein für das Lehramt an den Universitäten Tübingen, Marburg und Heidelberg. Nach dem Referendariat in Bensheim ist er jetzt als Studienrat am altsprachlichen Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt tätig.
In den letzten Jahren wurde die Paulus-Exegese
stark von der rhetorischen Analyse bestimmt - einem Zugang, der die Briefe
des Apostels als verschriftlichte Reden ansieht und sie mit den Kategorien
und der Terminologie der klassischen Rhetorik interpretiert. Trotz überzeugender
Einzelergebnissen wurde die methodologische Legitimität dieses Zuganges
oft bestritten. Eine ausschließlich rhetorische Analyse der Texte führt
zudem - wie am Beispiel der Gattungszuordnung des Galaterbriefes zu sehen
ist - bisweilen in die Aporie.
Vor diesem forschungsgeschichtlichen Hintergrund wertet die vorliegende
Untersuchung die epistolographische Analyse zu einem eigenständigen Zugang
für den gesamten Text auf. Diese wurde bisher oft vernachlässigt oder blieb
auf jene Randverse beschränkt, die vermeintlich allein brieflich zu würdigen
seien. Unter Auswertung zahlreicher Vergleichstexte aus dem Bereich der
nicht-literarischen Papyri und der klassischen Briefliteratur können viele
Formularmerkmale des Galaterbriefes neu akzentuiert und gedeutet werden.
Zusammengenommen übermitteln seine äußeren Briefmerkmale eine kohärente
Botschaft der Form, die das Sachanliegen des Schreibens verstärkt.
So stellt diese Studie die epistolographische und die rhetorische Analyse
des Galaterbriefes gleichwertig nebeneinander und profiliert die Aussageabsicht
derjenigen Nahtstellen, an denen sich die Ergebnisse beider Schritte wechselseitig
bestätigen.
45
ENSTE Stefan
Kein Markustext in Qumran
Eine Untersuchung der These: Qumran-Fragment 7Q5 = Mk 6,52-53
2000, 163 S. + 4 Taf. (SFr 55.-; ISBN 3-7278-1286-9)
Stefan Enste, geb. 1968 in Warstein, Westfalen, studierte Religionspädagogik an der Katholischen Fachhochschule NW in Paderborn, anschliessend Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn. Abschluss mit dem Diplom 1998. Zur Zeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Bistumsgeschichte an der Theologischen Fakultät Paderborn. Veröffentlichungen: Qumran-Fragment 7Q5 ist nicht Markus 6,52-53. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik 126 (1999) 189-194.
Stefan Enste untersucht die These, beim Qumran-Fragment 7Q5 handle es sich um ein Bruchstück des Markusevangeliums. Diese These - 1972 vom spanischen Papyrologen J.O'Callaghan vorgetragen - erreichte in den letzten Jahren immer wieder auch eine breite Öffentlichkeit. Dabei geriet zunehmend die Frage aus dem Blick, ob diese These methodisch und sachlich fundiert ist. In den Vordergrund traten statt dessen Spekulationen über "Konsequenzen" der Identifizierung: Rückdatierung des Markus-Evangeliums in die frühen vierziger Jahre des ersten Jahrhunderts n. Chr., die Frage nach der "Glaubwürdigkeit" der Evangelien, um nur zwei Kernpunkte der daran sich anschliessenden Diskussion zu nennen. In dieser Untersuchung wird die Grundlage der Spekulation - die These 7Q5 = Mk 6,52-53 - einer kritischen Prüfung unterzogen. Im Verlauf der Überprüfung zeigt sich: Die vorgenommene Identifizierung mit Versen aus dem Markus-Evangelium erweisen sich als wenig plausibel, gewichtige Gegenargumente schliessen diese Identifizierung gemäss den methodischen Regeln der Papyrologie sicher aus. Am Ende steht ein eindeutiges Ergebnis: 7Q5 ist nicht Mk 6,52-53.
44
DAWSON Anne
Freedom as Liberating Power
A socio-political reading of the exousia texts in the Gospel of Mark
2000, 245 S. (SFr 76.-; ISBN 3-7278-1285-0)
Anne Dawson, born 1942 in Canberra,
Australia. Academic background: Bed (CCAE Canberra), MLittStudies (University
of Queensland), PhD (University of Queensland).
Anne Dawson has taught in primary, secondary and tertiary education institutions.From
1977-1989 she taught at McAuley College in the teacher education programme.
Since 1990 she has been teaching at the Brisbane College of Theology in
Queensland. She is currently lecturing in Studies in Christian Spirituality
and is coordinator of the programme.
The subject of this book is the concept
of freedom from the perspective of the Christian context as it is articulated
in the Gospel of Mark. In this gospel, the social and political environment
of the first century Mediterranean world is reflected. The articulation
of the concept of freedom in Mark's Gospel is discussed against the background
of Roman political ideology of this period. The Res Gestae of Augustus,
which according to the sources was completed not long before Augustus died
in 14 CE, reflects the Roman ideology of freedom (libertas) which was promulgated
throughout the Mediterranean world in the first century CE.
The Gospel of Mark stands in the same socio-political environment as the
Res Gestae, even though it was written some fifty to sixty years after the
Res Gestae was composed. A socio-political reading of Mark's Gospel, with
particular reference to the exousia motif contained in the text, identifies
a world in which the domination of Rome, politically, economically and culturally,
impacted on the lives of the Jewish people living in the region of Palestine.
It is against this background of political domination that the message of
freedom in the Gospel of Mark is articulated.
43
EGGER Peter
Verdienste vor Gott?
Der Begriff zekhut im rabbinischen Genesiskommentar Bereshit Rabba
2000, 448 S. (SFr 110.-; ISBN 3-7278-1275-3)
Peter Egger, geb. 1958, studierte von 1978 bis 1984 an der ev.-theol. Fakultät der Universität Bern. Während eines Studienjahres an der Hebräischen Universität in Jerusalem arbeitete er sich in die rabbinische Auslegungsmethoden ein. Seine Lizentiatsarbeit im Gebiet der Judaistik trägt den Titel: Von den Middot des Rechts und der Barmherzigkeit (maschinschriftliches Manuskript), Bern 1983. Peter Egger ist seit 1985 Pfarrer in der ev.-ref. Kirchgemeinde Biel-Mett. 1998 promovierte er an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg.
Bei der Frage nach der Bedeutung der Verdienste vor Gott in der rabbinischen Literatur spielt das Verständnis des Begriffs zekhut eine entscheidende Rolle. Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von zekhut in Midrasch Bereshit Rabba sowie vier weiteren Texten, ob dieses hebräische Wort mit dem deutschen "Verdienst" übersetzt und mit desen Konnotationen versehen werden kann und darf. Die Analyse aller Texte ergibt deutlich, dass die zekhut-Texte stets in einem grossen und fundamentalen Kontext von Erwählung und Gande stehen, wobei die Rabbinen das theologische Paradox von Gnade und antwortender Glaubenspraxis ("Werke" - "Verdienste") geduldig austragen. - Die oft schwierigen rabbinischen Texte werden dabei durch eine wörtliche Übersetzung und eine die sprachliche Verschlüsselung der Rabbinen auflösende Präsentierung auch für Leser und Leserinnen ohne Spezial- oder Hebräischkenntnisse zugänglich gemacht, so dass hie rein besonders für Christen lehrreicher Einblick in den Reichtum rabbinischer Theologie angeboten ist.
42
HOCHSCHILD Ralph
Sozialgeschichtliche Exegese
Entwicklung, Geschichte und Methodik einer neutestamentlichen Forschungsrichtung
1999, 316 S. (SFr 88.-; ISBN 3-7278-1257-5)
Ralph Hochschild, geb. 1960 in Karlsruhe, studierte Ev. Theologie in Heidelberg und München. Nach dem Vikariat in Heidelberg und Karlsruhe 1993 Promotion im Fach Neues Testament in Heidelberg. 1993-1998 Pfarrer in Neuenweg (Schwarzwald). 1998 Schuldekan in Lörrach und Schopfheim.
Diese "Geschichte der sozialgeschichtlichen Exegese" zeichnet den wechselhaft verlaufenden Prozess der Institutionalisierung einer neutestamentlichen Forschungsrichtung nach, der Mitte der 80er Jahre zu seinem Abschluß kam. Zunächst wird durch die Sichtung und Systematisierung der um 1980 vorhandenen Programme und Arbeiten, die sich als "sozialgeschichtlich" verstehen, eine Definition von "sozialgeschichtlicher Exegese" erarbeitet. Mit ihrer Hilfe wird nach der Geschichte und "Vorgeschichte" dieser Methode insbesondere im 19. Jahrhundert gefragt. Die sich an diesen ersten, theoretisch ausgerichteten Teil, anschliessende Darstellung skizziert nicht nur die innerhalb der Forschungsrichtung relevanten Fragestellungen und deren angebotene Lösungen. Sie begreift die "Geschichte der sozialgeschichtlichen Exegese" selbst als sozialen Prozess, den sowohl die Wissenschaftsorganisation wie gesamtgesellschaftliche Faktoren beeinflussen. Deshalb wird diese Geschichte auch mit Hilfe von wissens-und wissenschaftssoziologischen Modellen erhellt. Dabei zeigt sich: Gerade dieser durch gesellschaftspolitische Zusammenhänge motivierten Forschungsrichtung gelingt durch die Entwicklung methodischer Verfahren und durch die Anpassung an allgemein wissenschaftliche Standards die Distanzierung von zeitgeschichtlichen Interessen.
41/3
Michael Lattke
Oden Salomos
Text, Übersetzung, Kommentar. Teil 3: Oden 29-42
Transkription des Syrischen von Klaus Beyer.
2005, 426 + XXXVII (Sfr. 130.-; ISBN 3-7278-1513-2)
Lattke, geb. 12. Mai 1942 in Stettin, Dipl.-Theol. (Tübingen 1968), Dr. Theol. (Freiburg im Breisgau 1974), Dr. habil. (Augsburg 1979), D. Litt. (University of Brisbane 1992), Fellow of the Australian Academy of the Humanities (1994). Seit 1994 Professor of New Testament and Early Christianity Studies und seit 1997 Senior Research Fellow of the Australian Research Council, beides im Departement of Studies in Religion, University of Queensland, Brisbane QLD 4072, Australia.
Nach dem ersten und zweiten Teil (NTOA 41/1-2 [1999, 2001]) umfaßt
dieses letzte Drittel eines historisch-kritischen und theologischen Kommentars
die Salomo-Oden 29-42. Außer einem vollständigen Abkürzungs-
und Literaturverzeichnis enthält dieser Band auch eine Konkordanz sowie
Stellen- und Personenregister zu allen drei Teilen. Durch die neue Transkription
des Syrischen von Klaus Beyer ist die Mischung zwischen Transkription und
Transliteration der ersten beiden Teile nun überholt. Der syrische
Text von OdSal 3-28 wird darum in Beyers Transkription noch einmal beigegeben,
was das Nachschlagen in der Konkordanz erleichtern wird. Für einen
syrischen Urtext hat sich kein zwingendes Argument ergeben. Vielmehr spricht
alles für eine griechische Originalfassung dieser christlichen Sammlung
von 42 (bzw. 41 erhaltenen) Gedichten, die ins erste Viertel des zweiten
Jahrhunderts datiert werden kann, also in einen Zeitraum, in dem das frühe
Christentum noch stark ins vielfältige Frühjudentum eingebettet
war und – vielleicht sogar teilweise darum – schon leicht unter
dem Einfluß eines mythologisch-platonisierenden (Früh-)Gnostizismus
stand. Verfasser bzw. Redaktoren der im großen und ganzen einheitlichen
Sammlung werden wohl für immer namenlos bleiben. Das Gebiet, aus dem
sie stammen mag, läßt sich nicht einengen auf die Fundorte der
Handschriften und Sprachräume ihrer Wirkungsgeschichte. In Frage kommt
mancher Ort rund ums (eher östliche als westliche) Mittelmeer, wobei
man weiterhin eher das zweisprachige Syrien favorisieren wird als Ägypten
oder Kleinasien.
Abstract
This book is the final volume of the first comprehensive and exhaustive
historical-critical and theological commentary on the Odes of Solomon, an
early Christian collection of pseudepigrapic poems anonymously produced,
probably in the bilingual area of Syrian, in the first quarter of the second
century A.D./C.E. Based on Lattke's extensive preliminary investigations
(cf. OBO 25/1-4; 1979-1998), and now also applying Klaus Beyer's transcription
to the Syriac texts, it contains a consolidated bibliography, a concordance,
and full indices to the entire work. The author has found non conclusive
evidence for a Syriac Urtext, but convincingly argues that the original
language of the Odes was Greek.
41/1
LATTKE Michael
Oden Salomos
Text, Übersetzung, Kommentar - Teil 1: Oden 1 und 3-14
1999, 301+XI(SFr 85.-; ISBN 3-7278-1245-1)
Lattke, geb. 12. Mai 1942 in Stettin, Dipl.-Theol. (Tübingen 1968), Dr. Theol. (Freiburg im Breisgau 1974), Dr. habil. (Augsburg 1979), D. Litt. (University of Brisbane 1992), Fellow of the Australian Academy of the Humanities (1994). Seit 1994 Professor of New Testament and Early Christianity Studies und seit 1997 Senior Research Fellow of the Australian Research Council, beides im Departement of Studies in Religion, University of Queensland, Brisbane QLD 4072, Australia.
Während es zu jeder biblischen
Schrift eine kaum überschaubare Anzahl von Kommentaren gibt, ist zu
den Oden Salomos zwar seit 1909 eine Flut von Artikeln und Monographien
und auch eine relativ grosse Zahl von Editionen und Übersetzungen mit
mehr oder weniger ausführlichen Anmerkungen erschienen, aber bis heute
noch kein historisch-kritischer und theologischer Kommentar im Stile biblischer
Kommentare.
Mit dem ersten von drei Teilen eines solchen Kommentars soll diese Lücke
nun geschlossen werden. Der zweite und dritte Teil, die im Laufe der nächsten
Jahre folgen sollen, werden jeweils erweiterte Literaturverzeichnisse enthalten
und damit wiederum dokumentieren, unter welchen Einflüssen und Auseinandersetzungen
dieser erste Versuch einer umfassenden Kommentierung unternommen wird. Am
Ende des dritten Teils soll auch eine Konkordanz stehen, die nach der endgültigen
deutschen Übersetzung gegliedert wird und innerhalb der Stichwörter
Auskunft gibt über die griechischen, koptischen und syrischen Wörter
(vgl. vorläufig OBO 25/2 und FC 19). Ein endgültiges Urteil über
die Ursprache kann erst nach Abschluss der gesamten Detailarbeit erfolgen.
Schon jetzt aber kann gesagt werden, dass sich die Argumente für eine
griechische Originalfassung immer mehr verdichten.
40
BACHMANN Michael
Antijudaismus im Galaterbrief?
Exegetische Studien zu einem polemischen Schreiben und zur Theologie des
Apostels Paulus
1999, 232 S. + 4 S. Illustr. (SFr 58.-; ISBN 3-7278-1256-7)
Prof. Dr. theol. Michael Bachmann, seit 1995 Lehrstuhlinhaber an der Universität Siegen, zuvor seit 1980 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg/Breisgau. Promotion (Münster 1978) und Habilitation (Basel 1990) mit Arbeiten zu Lukas und zu Paulus: Jerusalem und der Tempel. Die geo-graphisch-theologischen Elemente in der lukanischen Sicht des jerusa-lemischen Tempels (BWANT 109), Stuttgart 1980; Sünder oder Übertreter. Studien zur Argumentation in Gal 2,15ff. (WUNT 59), Tübingen 1992. Ferner zahlreiche Aufsätze (und Wörterbuchartikel) zu neutestamentlichen Themen (lukanisches Werk; paulinisches Schrifttum; Hebräerbrief; Johannesoffenbarung), auch zu ikonographischen und didaktischen Aspekten der Rezeptionsgeschichte des Neues Testaments.
Sofern Paulus zuerst im Galaterbrief von der Rechtfertigung "nicht aus Werken des Gesetzes", vielmehr "durch den Glauben an Jesus Christus" spricht (2,16), ist dieses Schreiben für die Kirchenspaltung des 16. Jahrhunderts von erheblicher Bedeutung gewesen und auch für die gegenwärtige Diskussion um die Rechtfertigungslehre sowie um die Angemessenheit bzw. Nicht-Angemessenheit eines "lutherischen" Paulusver-ständnisses von hohem Balang. Zugleich erhebt sich gerade angesichts dieses sich polemischer Mittel bedienenden Dokuments und angesichts der weithin üblichen Exegese eine Frage, die spätestens seit dem Holocaust unum-gänglich ist: ob nämlich "die Position des Paulus ... die des Anti-judaismus" ist (so R. Ruether). Im Sinne eines Antijudaismus werden ausser den - "Gesetzeswerke" negativ beleuchtenden - Rechtfertigungsaussagen in der Regel wenigstens die folgenden Züge des Galaterbriefs verstanden: die Beteiligung von - möglicherweise als negative Mächte einzuschätzenden - Engeln bei der Gesetzgebung (3,19f); das Gegeneinander von "zwei Bündnissen", deren eines mit der Sklavin Hagra und dem "jetzigen Jerusalem" - dem Judentum? - verknüpft und in dunkles Licht getaucht wird (4,21-5,1); der Segenswunsch über das - die Kirche meinende? - "Israel Gottes"(6,16). Die in dem Buch zusammengefassten, in den Jahren 1991 bis 1998 entstandenen Studien, führen am philologischen und rezeptions-geschichtlichen Detail zu Einsichten, welche den angedeuteten exegetischen Gewohnheiten weithin entgegenstehen. Antijudaistische Paulusinterpretation steht damit zumindest auf dem Prüfstand, wenn ihr nicht sogar der Abschied zu geben ist.
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by E-mail: Max.Kuechler@unifr.ch
