Für die Vorbereitung der Teilnehmenden nicht notwendig.
Dokumentation EMS - erster Überblick:
 
Neue FAQ: Warum gibt es den Numerus Clausus? Ist er nötig? Bleibt er notwendig? Wie funktioniert der EMS? Was sagt er vorher?

FAQ zu EMS und NC
 
Jährliche Evaluationsberichte über die Testdurchführung (avec résumé en français)
 
Zur Vorhersagbarkeit von Studieneignung durch den EMS:

 
 
 
 
Zentrum für Testentwicklung
und Diagnostik (ZTD) Universität Freiburg/Schweiz

E-MAIL : ZTD@unifr.ch

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Eignungstest für das Medizinstudium (EMS)
an der Universität Basel, der Universität Bern, der Université de Fribourg, der Medizinischen Universität Innsbruck, der Medizinischen Universität Wien und der Universität Zürich


Offizielle Seite vom
Zentrum für Testentwicklung und Diagnostik der Universität Fribourg

 

Mehr Ärztinnen und Ärzte - Dokumente für die politische Diskussion

 

Information des ZTD für Teilnehmende am EMS

SCHWEIZ

Eignungstest 2012?

Wer im Jahr 2012 ein Studium der Medizin aufnehmen möchte, muss sich bis 15.2.2012 bei der Rektorenkonferenz der Schweizer Umiversitäten (CRUS) anmelden. Informationen zum Anmeldeverfahren werden dort gegeben. Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) wird im März 2012 den Kantonen empfehlen ob, wo und in welchen Disziplinen des Medizinstudiums ein Numerus clausus notwendig ist. Wird ein Numerus clausus beschlossen, findet der Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) am Freitag, dem 6. Juli 2012 statt.

Bitte wenden Sie sich bei allen Fragen betreffs Anmeldung und Zulassungsverfahren an die CRUS.

Eignungstest 2011

Ein Numerus clausus (NC) war 2011 für Humanmedizin (seit 1998), Veterinärmedizin (seit 1999) und Zahnmedizin (seit 2004) notwendig – und dort für Personen, die sich an den Universitäten Basel, Bern, Freiburg oder Zürich angemeldet haben. An der Universität Zürich gilt der NC auch für Chiropraktik (seit 2008). In Genf wurde der Test obligatorisch, aber nichtseletktiv eingesetzt.

Kurzinfo:

a Statistischer Bericht 2011

  a Bericht 2011

Oben auf dieser Seite in der Menüleiste finden Sie Verweise zu wichtigen Informationsmöglichkeiten.

"Termine und Ablauf", "Fragen/Antworten" und der Link zur CRUS sind für Bewerbungen in der Schweiz gedacht.

   

ÖSTERREICH

Der Test wird seit 2006 für die Zulassung zum Medizinstudium an den Universitäten Innsbruck und Wien ebenfalls eingesetzt. Die Entscheidungen für 2012 werden aktuell getroffen.

Über die konkreten Abläufe dieser beiden Universitäten und das Zulassungsverfahren informiert Sie die Seite

a www.eignungstest-medizin.at.

Wir bitten alle Bewerberinnen und Bewerber für Wien und Innsbruck, für alle Fragen zu Anmeldung und Ablauf ausschliesslich die dort angegebenen Kontaktmöglichkeit zu nutzen.

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INFO DEUTSCHLAND

Der TMS wurde auch in Deutschland ab 2007 wieder eingeführt. Dazu siehe:
www.tms-info.org/


Testwerte gelten nur für das jeweilige Land der Testteilnahme. Eine Übertragung der EMS- oder TMS-Werte ist nicht möglich, weil sie auf die mittlere Leistung der jeweiligen Bewerberkohorte bezogen berechnet werden.


Wenn 2012 wieder ein EMS notwendig ist: Wie soll man sich darauf vorbereiten?

Im November 2011 beginnt bei der CRUS die Anmeldefrist für ein Medizinstudium in der Schweiz - sie läuft bis 15. Februar 2012. Wenn die Nachfrage weiterhin das Platzangebot übersteigt und keine anderen Lösungen möglich sind, empfiehlt die Schweizerische Universitätskonferenz den betroffenen Kantonen die Anwendung eines NC und damit eines Eignungstests für die betroffenen Disziplinen. Für Basel, Bern, Freiburg und Zürich war dies für Humanmedizin (seit 1998), Zahnmedizin (seit 2004) und Veterinärmedizin (seit 1999) bisher notwendig - seit 2008 auch für Chiropraktik in Zürich.

Es gibt keine Anzeichen, dass die Nachfrage nachlässt oder die Kapazitäten so ausgebaut werden könnten, dass alle ein Studium beginnen können (Medizinstudienplätze gehören zu den teuersten und erfordern eine ausreichende Infrastruktur), im Statistischen Bericht für 2001 sehen Sie auch die Entwicklung der Zahlen.

Es ist verständlich, dass man alles tun will, um einen Studienplatz zu erhalten - man muss sich auf den Test vorbereiten. Hektik oder blinder Eifer schaden wie überall aber auch hier. Man muss vor allem wissen, worauf man sich vorbereiten kann und worauf nicht. Wir raten Ihnen zu folgenden Grundregeln:

1. Informieren Sie sich ausführlich und aus verschiedenen Quellen, ehe Sie Ihre eigene Vorbereitungsstrategie festlegen. Natürlich empfehlen wir diese Seite, es gibt mittlerweile aber auch einige Foren von Medizinstudierenden, wo diese Fragen ausführlich diskutiert werden. Man kann dort auch Fragen stellen. Google und andere Suchmaschinen sind Ihre Freunde - nicht nur beim Finden der Einträge von kommerziellen Trainingsanbietern oder -büchern.

2. Wir empfehlen, die offizielle zirka 40seitige Test Info (wird im März übersandt) abzuwarten, wo die aktuellen Bedingungen des EMS beschrieben sind. Man sollte zuerst diese Test Info durcharbeiten und dann mit den richtigen Hintergrundinformationen die veröffentlichten Originalversionen bearbeiten - eine unter davcon ernstfallnahen Bedingungen. Die dann noch zur Verfügung stehende Zeit ist für eine optimale Vorbereitung ausreichend, was die Vorbereitungsreports (Befragung der Teilnehmenden) belegen, die Sie hier aufrufen können.

3. Informieren Sie sich gründlich über kommerzielle Angebote, wenn Sie sich dafür entscheiden wollen. Nicht überall, wo EMS draufsteht, ist auch EMS drin. Es ist ein Markt, der eigenen Gesetzen folgt. In verschiedenen Foren finden Sie ausführliche und unabhängige Kritiken. Bedenken Sie, dass manche Angebote recht aggressiv beworben werden. Insbesondere sollten Sie genau prüfen, was Sie unterschreiben, was Sie genau bestellen und sich nicht "überrumpeln" lassen. Das Vertragsrecht gilt auch für Vertragsbeziehungen, die Sie mit kommerziellen Trainingsanbietern eingehen. Stossen Sie später auf Informationen oder Erfahrungsberichte, die Ihre Entscheidung relativieren, ist es meist zu spät.

4 Bitte fragen Sie uns nicht, welche weiteren der zahlreichen Vorbereitungsmaterialien oder Trainingsanbieter wir empfehlen können. Unsere Empfehlungen beschränken sich auf die veröffentlichten Originalversionen - nur diese Aufgaben entsprechen im Niveau denen, die später auch im Test verwendet werden.

5. Finden Sie Möglichkeiten, sich unter Anleitung oder gemeinsam anhand des offiziellen Vorbereitungsmaterials auf den Test vorzubereiten, nutzen Sie diese. Eine gemeinsame Vorbereitung kann der selbständigen Vorbereitung überlegen sein, was die Vorbereitungsreports ebenfalls belegen.

6. Rechnen Sie damit, dass die Testsituation gewollt auch eine Belastungssituation sein wird. Das Bearbeiten der Originalversion unter ernstfallnahen Bedingungen ist eine erste gute Vorbereitung. Organisieren Sie sich die Testteilnahme aber auch so, dass Sie an dem Tag ausgeruht und fit sind. Dies trifft besonders zu, wenn Sie vorher anreisen und übernachten müssen.

Lernen Sie es, Ihre Ängste und Sorgen zu besiegen und sich besonnen auf diese Herausforderung vorzubreiten. Diese Fähigkeit wird Ihnen später im Medizinberuf mit Sicherheit abverlangt werden.

Wie kann Ihnen diese Seite helfen?

Der Menüpunkt "Wie vorbereiten" trifft für alle zu, ebenso ist "Was ist der EMS" für alle gedacht, die sich einen Überblick über den Test verschaffen wollen. Alle Kandidatinnen und Kandidaten, für die der NC (Numerus Clausus) relevant wird, erhalten im März jeden Jahres eine Test Info mit allen notwendigen und aktuellen Informationen - ältere Versionen sind nicht mehr gültig.

Anfragen zur Test Info a werden HIER beantwortet.

Wesentlich für die Fairness des EMS zur Erfassung der Studieneignung ist, dass kein spezielles Fachwissen abgefragt wird. Es sollen keine Personen bevorteilt werden, die z.B. durch frühere Ausbildungen schon ein besseres Wissensniveau in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern haben. Erfasst werden soll die Studierfähigkeit in dem Sinne, wie gut Sie sich später im Studium neues Wissen aneignen können. So sind die "Spiesse für alle gleich lang", wie man in der Schweiz sagt. Die Maturitäts-/Abiturprüfung, wo Sie bewiesen haben, dass Sie über das notwendige Wissen verfügen, soll durch den EMS nicht abgewertet werden.
Wie geht das? Die entsprechenden Aufgaben sind so konstruiert, dass notwendiges Fachwissen in der Aufgabe selbst mitgeteilt wird. Es kommt darauf an, eine Problemstellung zu erkennen, genau zu analysieren und aufgrund des mitgeteilten Wissens zu lösen. Vorbereitung muss also nicht darin bestehen, bereits irgendwelches Fachwissen zu "pauken". Es geht vielmehr darum, sich mit den Anforderungen genau auseinanderzusetzen, z.B. keine Zeit mehr zu verlieren, um Instruktionen zu lesen. Man soll sich so weit vorbereiten, dass das eigene optimale Leistungsniveau stabil erreicht, eine gewisse Routine mit den Aufgaben erworben wird.

Wir empfehlen daher:

  • Arbeiten Sie zuerst die Test Info genau durch und bearbeiten Sie die dort enthaltenen Übungsbeispiele und analysieren Sie Ihre Leistungen anhand der dort gegebenen Hinweise zu den einzelnen Aufgabentypen.
  • Bearbeiten Sie dann die veröffentlichten Originalversionen, davon eine unter Echtzeit-Bedingungen. Bitte wenden Sie sich dazu in der Schweiz oder Österreich auch an Ihre Lehrer. Über die "Konferenz Schweizerischer Gymnasialrektoren" sind entsprechende Hilfestellungen bei der Durchführung solcher Probeläufe an die einzelnen Schulen ergangen und an vielen Schulen wird dies auch angeboten. Auch in Österreich gibt es solche Initiativen.

Die Zeit von März bis Juli ist so reichlich bemessen, dass eine optimale Vorbereitung dann problemlos möglich ist. Woher wir dies wissen? Die Vorbereitungsreports (PDF-Dokument) stellen Ergebnisse einer Befragung der Testteilnehmer über ihre Vorbereitung zusammen und bestätigt die Ergebnisse der Vorjahre. Auch in Österreich können diese Ergebnisse bestätigt werden (Ein Bericht ist in Vorbereitung).

Die wichtigsten Aussagen der Vorbereitungsreports:

  • Man muss sich auf den EMS vorbereiten. Ohne Vorbereitung oder mit zu wenig Vorbereitung erreicht man geringere Testleistungen und hat schlechtere Zulassungschancen.
  • "Je mehr, desto besser" gilt aber nicht: Die Dauer der Beschäftigung allein ist nicht ausschlaggebend bzw. zu viel Vorbereitungszeit führt ggf. sogar zu weniger guten Leistungen. Es gibt ein Optimum.
  • Wichtig ist die Durchführung einer veröffentlichten Originalversion unter echten Zeitbedingungen – dies bringt den meisten Leistungszuwachs.
  • Beim Untertest "Konzentriertes und Sorgfältiges Arbeiten" bringt zu häufiges Üben keine besseren Leistungen. Exzessives Üben scheint hier sogar schädlich, weil man sich auf die Regeln des Übungsbeispieles fixiert und dann nur schwer umlernen kann.
  • Bisher wurde in allen drei Vorbereitungsreports nachgewiesen, dass kommerzielle Trainingskurse dem selbständigen oder gemeinsamen Üben keinesfalls überlegen sind, sondern allenfalls genauso gut sind. Es ist also nachweislich nicht notwendig, solche kommerziellen Kurse zu besuchen - auch wenn Sie werbebedingt anderslautende Statements auf den Seiten einiger Anbieter dieser Trainingskurse finden.

Immer wieder werden wir nach unserer Meinung zu kommerziell orientierten Trainingskursen gefragt. Unsere Position dazu ist hier dargestellt. In dieser Ausführlichkeit ist sie nur bedeutsam für Personen, die sich mit diesen Fragen intensiver beschäftigen möchten und Risiken wie Nebenwirkungen solcher Kurse kennen wollen.
Leider werden dort auch nachweislich falsche Behauptungen aufgestellt, welche die Kandidaten teilweise verwirren können - oder sogar sollen, und wohl mehr der Schaffung von "Nachfrage" nach solchen Kursen dienen. In unserer Dokumentation "Fictions and Facts zum EMS" stellen wir die wichtigsten, uns bekannten "Fiktionen" mit ihren Bewertungen zusammen und belegen dies durch Beispiele. Dabei sind natürlich nicht alle Anbieter gleich und wir wollen weiter wie bisher keine Anbieter konkret nennen. Sie können selbst erkennen, welche Argumente von welchen Anbietern gebraucht werden und diese dann fundierter bewerten.

Es gibt eine wichtige Aussage, die durch wissenschaftliche Studien in Deutschland ebenso gestützt wird wie mittlerweile nahezu identisch durch drei Befragungen in der Schweiz:

Man kann durch selbständige Vorbereitung mit den öffentlich zugänglichen Vorbereitungsmaterialien genauso erfolgreich sein, wie durch den Besuch kommerzieller Vorbereitungskurse.

Wenn man das Wort Training mit Vorbereitung gleichsetzt, gilt das entsprechend. Meist wird aber unter Training etwas anderes verstanden: Durch Fleiss könne jeder quasi jede Leistung erreichen ("Erfolgsgarantien"). Dies gilt eindeutig nicht und weckt falsche Hoffnungen! Man kann sein optimales Leistungsniveau durch eine angemessene Vorbereitung erreichen. Die Maturitätsnoten bestimmen statistisch gesehen die Höhe des Testwertes sehr viel deutlicher als die gesamte Intensität der Vorbereitung.

  • Teilnehmer kommerzieller Kurse betreiben sehr viel mehr Aufwand bei der Vorbereitung, ohne dadurch bessere Ergebnisse zu erzielen als bei einer selbständigen oder gemeinsamen Vorbereitung. Die gemeinsame Vorbereitung scheint von allen Vorbereitungsarten dabei am besten zu sein. Schliessen Sie sich also bei der Vorbereitung zusammen!
  • Schlechtes, "nacherfundenes" und nicht überprüftes Übungsmaterial, welches in die Irre führen kann, ist nach wie vor auf dem kommerziellen Trainingsmarkt vorhanden. Das Originalmaterial des EMS ist diesen Anbietern definitiv nicht zugänglich.
  • Lösungsstrategien werden aus den veröffentlichten Beispielen abgeleitet. Sie gelten zwar in diesem speziellen Fall, aber nicht für alle "wirklichen" Aufgaben. Dies kann gleichfalls zu falschen Orientierungen führen, wenn die richtigen Aufgaben plötzlich nicht mehr mit den Hilfsstrategien lösbar sind.

Warum überhaupt diese Diskussion? Als Ausrichter des EMS haben wir auch die Verantwortung, dass der Test unter fairen Bedingungen für alle stattfindet. Fairness umfasst auch die Frage, dass die Vorbereitung nicht unter falschen Voraussetzungen erfolgt. Werden entsprechende Fakten von Dritten nicht richtig dargestellt, möchten wir dies auch in Zukunft nachholen. Denn Ihre Sorgen vor der Prüfung sind verständlich und machen Sie vielleicht auch empfänglicher für alle Versprechungen, Ihnen bei der Testvorbereitung zu helfen. Niemand sollte mit diesen Ängsten aber Geschäfte machen können.

Natürlich ist der Test eine zusätzliche Belastung für alle Bewerberinnen und Bewerber. Die erhöhte Nachfrage nach Studienplätzen führt in Humanmedizin zwangsläufig auch zu höheren Ablehnungsquoten als in den Vorjahren.

Bitte beachten Sie aber eins: Viele Universitäten konnten auch dank des NC überhaupt zu Reformstudiengängen übergehen, die eine bessere und intensivere Betreuung bereits im ersten Studienjahr gewährleisten. In den Jahren des "Massenandranges" wäre dies kaum denkbar gewesen, die Betreuungskapazitäten waren stark überlastet und die Studienbedingungen katastrophal. Ein Ergebnis dieser besseren Studienbedingungen werden auch weniger Studienabbrüche und ein Bewältigen der Studienanforderungen in der dafür vorgesehenen Zeit sein. Die Kapazitäten werden früher für die Nächsten frei.

Auch für die Teilnehmenden muss die Rückmeldung des EMS nicht nur ein Nachteil sein: In mehreren Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass der EMS den Studienerfolg sehr gut vorhersagen kann. Je besser der Testwert ist, umso sicherer kann man sein, gute Chancen zu haben, das Studium auch erfolgreich abzuschliessen und nicht vorzeitig abzubrechen. Man gewinnt selber also eine gewissen Sicherheit, dass man das Studium schaffen kann. Jeder Studienabbruch ist auch für die betroffene Person eine Belastung.

Die in diesem Jahr Abgelehnten können noch in diesem Jahr ein anderes Studium ohne NC (mit nur wenigen Ausnahmen) aufnehmen. Man verliert keine Zeit bis zum Studienbeginn, wenn man sich in diesem Jahr ohne Erfolg für Medizin beworben hat.

Natürlich kann man sich auch im kommenden Jahr erneut bewerben und am EMS teilnehmen, wenn man am Studienwunsch Medizin festhalten will und das Testresultat beispielsweise "knapp" war.

Kurz und übersichtlich: EMS und Studienerfolg:

Der Numerus Clausus soll als Kriterium die Studieneignung verwenden. Der EMS sagt nachweislich diese Studieneignung sehr gut voraus: Studiendauer (Bestehen der Prüfungen) und Prüfungsnoten lassen sich mit dem Testwert sehr gut prognostizieren. Es haben diejenigen eine grössere Chance auf eine Zulassung, deren Chancen für einen zeitnahen Abschluss des Studiums mit guten Ergebnissen grösser sind. Dass die Studienplätze beschränkt werden müssen, ist aber eine politische Entscheidung: Das Medizinstudium ist sehr teuer, die Ressourcen sind begrenzt, die Zahl der Patienten an Universitätskliniken sind nicht beliebig steigerbar. Es sollen unter diesen Bedingungen diejenigen Personen bevorzugt studieren, die bessere Aussichten auf einen Erfolg haben.

Eine intrauniversitäre "Selektion" nach dem ersten Semester oder Studienjahr wäre angesichts der deutlichen Kapazitätsüberschreitung der betroffenen Universitäten keine Lösung, sondern allenfalls ein "versteckter Numerus Clausus". Studienreformen (problemorientierter Unterricht, entsprechende Betreuung) wären nicht möglich, der erste Studienabschnitt würde durch seine katastrophalen und unpersönlichen Studienbedingungen auch die falschen Orientierungen hinsichtlich der Entwicklung psychosozialer Kompetenzen setzen, die als "Arztpersönlichkeit" oft gefordert oder sogar vermisst wird.

Der EMS ist ein Studieneignungstest im besten Sinne: es werden Tests verwendet, die aus den Anforderungen des Studiums abgeleitet worden sind und diese simulieren. Insofern überrascht die hohe Prognosefähigkeit für Studienerfolg auch nicht wirklich.

Immer wieder wird der Wunsch formuliert, neben den kognitiven Leistungen auch die Berufsmotivation, die sozialen Kompetenzen mit zu berücksichtigen. Motivation ist zwar beim EMS nicht ganz bedeutungslos. Die Vorbereitung hängt davon ab, ebenso die Bereitschaft, während des gesamten Tests mit hohem Einsatz zu arbeiten. Alle bisher bekannten Tests für diesen Bereich sind für eine rechtsfähige Zulassungsentscheidung aber nicht wirklich geeignet. Entweder die Ergebnisse sind verfälschbar, indem man sich sozial erwünscht darstellen kann, oder sie sind stark trainierbar und damit auch nicht aussagefähig. Einige wenige "objektive" Ansätze zeigten bisher in der Evaluation, dass sie nichts mit Studienerfolg zu tun haben.

Man muss genauer zwischen Eignung und Neigung unterscheiden. Es ist wichtig, Angebote zu machen, um die Neigungen für einen Medizinberuf vor einer Bewerbung auszuloten. Das kann z.B. durch mehr Information über den Beruf oder durch Praktika erfolgen - die Neigung muss jede Person aber für sich selbst erkunden. Hier gibt es noch Reserven, wo auch die Universitäten das Internet nutzen könnten, um diese Informationen verstärkt anzubieten. Neigung muss nun nichts mit Eignung zu tun haben: Wollen und Können sind eben nicht das Gleiche. Es ist eine Tatsache, dass viele Personen am fehlenden Können scheitern und das Studium abbrechen, obwohl sie den Arztberuf ergreifen wollen.

Deshalb wird die Studieneignung summa summarum auch als moralisch einzig zu rechtfertigendes Kriterium bisher angesehen, die Zulassung zu steuern. Der Medizinerberuf ist und bleibt einer, der grosse Anforderungen an die kognitiven Fähigkeiten stellt. Insofern kann es nicht schaden, wenn die Besten zugelassen werden können. Neigungen sind nicht unwichtig, als NC-Kriterium aber gänzlich ungeeignet. Soziale Kompetenzen wiederum kann man eben trainieren - hier gibt es auch noch Reserven im Studium. Nicht zuletzt ist ein individualisierteres Studium vom ersten Semester an - ohne das Wissen, dass es später noch eine harte Selektionsprüfung geben wird - ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Den erreicht man aber momentan nur mit einem NC.

Hier werden die Ergebnisse der Evaluation zusammengefasst:

Numerus Clausus: Finden wir mit dem «Eignungstest für das Medizinstudium» die Geeigneten?

 

 
 

 

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