Treffsichere Medikamente dank neuartiger Nanopartikel[ Zurück zur News-Liste ] Dank neuartiger Nanopartikel in so genannten Mikrogelen könnte es dereinst möglich werden, Wirkstoffe von Medikamenten punktegenau an den Ort im Patientenkörper zu bringen, wo sie gebraucht werden. Dies ist eine der potentiellen künftigen Anwendungen einer Kombination magnetischer und temperatursensitiver Materialien, welche Forschende am Physik-Departement und am Adolphe Merkle Institut der Universität Freiburg entwickelt haben. Die winzigen Mikrogel-Partikel lassen sich sowohl bezüglich ihrer Grösse als auch ihrer räumlichen Orientierung von aussen steuern. Die renommierte Fachpublikation "Soft Matter" hat kürzlich die Freiburger Ergebnisse als Titelstory veröffentlicht.
Um dieses Problem zu lösen haben Camille Dagallier (Physik) und Dr. Hervé Dietsch (AMI) « intelligente » Nanopartikel synthetisiert, welche sich in einem Magnetfeld drehen lassen und deren Grösse durch die gewählte Temperatur eingestellt werden kann. Der Kern der einzelnen Partikel, in der Form eines Reiskorns, besteht aus Eisenoxid. Die Freiburger Forscher haben diese Eisenkerne umhüllt mit einem Microgel-Polymernetzwerk, welches je nach Temperatur unterschiedlich stark mit Wasser aufgequollen ist. Erste physikalische Untersuchungen des Schwellverhaltens und der Orientierung haben gezeigt, dass die Partikel in der Tat das gewünschte Verhalten an den Tag legen. Die vielversprechenden Ergebnisse der Freiburger Forscher haben sofort ein internationales Echo hervorgerufen. Die Herausgeber der « Highlights in Chemical Science » haben die Arbeit der Freiburger Forscher für ihre monatliche Sonderausgabe ausgewählt. Prof. Walter Richtering, Experte auf dem Gebiet der Mikrogele, kommentiert besonders das Potential dieses neuen Hybridsystems : « Es ist hochspannend, dass man diese kugelförmige Partikel durch ein einfaches magnetische Feld drehen kann und gleichzeitig die speziellen Eigenschaften der thermosensitiven Mikrogele beibehält» Kontakt: Prof. Frank Scheffold, 026 300 91 17, frank.scheffold@unifr.ch |
Infos & AnhängePubliziert am 14.06.2010 QuellenDienst für |
