Publié le 25.02.2021

"Egal ob Atheist oder gläubig - theologisieren tun alle"


Das Zentrum Glaube & Gesellschaft der Theologischen Fakultät der Universität Fribourg theologisiert online. Nach einer erfolgreichen Pilotphase im Herbst 2020 soll der Dialog zwischen universitärer Theologie, den Kirchen und der breiten Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter nachhaltig ausgebaut werden. Dabei wird bewusst auch das Gespräch mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen gesucht. Das Leitmotiv des Projekts ist die breit ausgelegte Frage nach dem guten und gelingenden Leben.

Der Kanaltrailer unterstreicht: „Man kann gar nicht anders als theologisieren“ – und so wird das Gespräch nicht nur mit Theologinnen und Theologen gesucht; es kommen etwa auch Persönlichkeiten wie der Sozio­loge Hartmut Rosa über „Allmacht und Ohnmacht“ oder der Heidelberger Hirnforscher und Psychologe Thomas Fuchs über den Begriff des Lebens zu Wort. Die wichtige Übersetzungsarbeit – substantielle wis­senschaftliche Theologie einsichtig, klar und allgemeinverständlich zu kommunizieren – ist eine Lücke, zu deren Schließung „Glaube & Gesellschaft“ beiträgt. Von einer solchen Übersetzungsarbeit profitieren in erster Linie Menschen, die ihren Glauben vertieft reflektieren und sich zu verschiedensten Themen eine kritische Meinung bilden wollen. Die Erarbeitung unterschiedlicher Themen, von der Behandlung zentraler christlicher Inhalte, über Fragen der eigenen Lebensdeutung und Bewältigung bis hin zur Thematik gegen­wärtiger politischer Krisensituationen, geschieht dabei multiperspektivisch und bewusst ökumenisch. Die Themen werden anhand von Kurzfilmen, Blogs, Vorträgen, Animationsfilmen, Podcasts und verschiedenen anderen Formaten künstlerisch aufgegriffen und ästhetisch ansprechend umgesetzt.

Nach einer erfolgreichen Pilotphase im Herbst 2020 ist die Medienplattform bestrebt, ihre laufenden For­mate zu konsolidieren und neue Projekte nachhaltig zu etablieren. Bereits lanciert wurde u.a. eine Serie von kurzen Porträts über wichtige Gestalten der Kirchengeschichte, ein Grundkurs des Glaubens in der Spätmoderne, ein episodenhafter Einblick in die dunklen Kapitel der Kirchengeschichte, kontemplative Impulse zu den wichtigsten Höhepunkten im Kirchenjahr, wissenschaftliche Vorträge, vertiefende Videoes­says unter dem Leitthema „Über das Wahre, das Schöne, das Gerechte“ und letztlich auch einen Podcast. Aktuell in Planung ist zudem eine Vortragsserie über die zehn Gebote mit Fulbert Steffensky und eine Serie von Dokumentarfilmen, in denen einflussreiche Figuren der Schweizer Kirchengeschichte in den Blick ge­nommen werden. In der weiteren Aufbauphase fokussiert sich G&G auf folgende Themenfelder: Glaube und Wissenschaft; Kirche, Staat, Politik und Pluralismus; Glaube und Spiritualität; Technologie und Zu­kunft; Ökologie und Umwelt; Geschichte des Glaubens, der Philosophie und des Christentums.

Dass innerhalb weniger Monate bereits über 1'500 Abonnentinnen und Abonnenten den YouTube-Kanal abonniert haben und über 100'000 Views verzeichnet werden konnten, freut den Direktor des Fribourger Zentrums, Dr. Walter Dürr, besonders: „Wir erhalten ermutigende Rückmeldungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum!“ Die Verantwortlichen sind bestrebt, in den nächsten Monaten entsprechende Medienpartnerschaften einzugehen, um die bestehende Reichweite weiter auszubauen. Finanziert wird das Projekt ausschließlich mit Drittmittel.

Website Medienplattform G&G: https://www.glaubeundgesellschaft.ch
YouTube-Kanal G&G: https://www.youtube.com/channel/UCy0C84vBIK_gHQXUscVgLyQ