Islamisch-theologische Studien: Diversität und Orientierung

 

Kurzbeschrieb

 

Diversität und Orientierung bilden aktuell zwei wichtige diskursive Bezugspunkte sowohl gesamtgesellschaftlicher als auch innermuslimischer Diskussion. Gleichzeitig unterscheiden sich die inhaltlichen Verständnisse beider Begriffe im gesellschaftlichen Diskurs einerseits und im innermuslimischen Diskurs andererseits massgeblich. In muslimischen Diskursen geht es meist um die Aushandlung von Islamizität im Kontext eines schweizerischen, pluralen und säkularen Gesellschaftsrahmens. In gesellschaftlichen Diskursen geschieht die Bezugnahme auf Diversität und Orientierung vielfach zum Zweck der Aushandlung gesellschaftlicher Zugehörigkeit.

Obwohl die Begriffe in den unterschiedlichen Diskursgruppen zunächst inhaltlich verschieden gedeutet werden, lassen sich starke wechselseitige Verflechtungen feststellen. Die Aushandlung der Zugehörigkeit zu Gesellschaft prägt die Definierung des Muslimischseins von in der Schweiz lebenden MuslimInnen, genauso wie sich die Aushandlung von Islamizität auf das Verständnis von Gesellschaft insgesamt auswirkt. Diversität und Orientierung werden so zu Leitbegriffen mehrdimensionaler und überlappender Aushandlungsprozesse innerhalb als auch zwischen variierenden Bezugsgruppen.

In diesem Spannungsfeld an der Schnittstelle von Gesellschaft und Islam setzt das Projekt an. Es identifiziert zwei Praxisfelder (Bildung und Seelsorge) und zeigt daran auf, inwiefern eine Diskussion über Diversität und Orientierung Ressourcen für eine konstruktive Begleitung der auf unterschiedlichen Ebenen stattfindenden Aushandlungsprozesse bieten kann. Ein signifikantes Strukturelement des Projekts ist die Einbeziehung islamisch-theologischer Reflexionen als einen von mehreren wissenschaftlichen Zugängen. Diese spezielle Projektausrichtung ermöglicht es, die beschriebenen Aushandlungsprozesse als Kommunikation auf Augenhöhe zu verstehen und von diesen Diskussionen Betroffene als ermächtigte AkteurInnen zu betrachten.

Neben wissenschaftlichen Publikationen werden die Ergebnisse unter anderem über Workshops in den Praxisfeldern und auf einer Website breiten Zielgruppen vermittelt. Das Projekt leistet auch einen Erkenntnistransfer zwischen den Sprachregionen und stärkt die Konsolidierung einer islamisch-theologischen Selbstreflexion im Rahmen der Universität.

Das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG) ist ein Kompetenzzentrum zu Fragen des Islams in der Schweiz mit Fokus auf einer islamisch-theologischen Selbstreflexion. Wir bieten ein dynamisches Forschungsumfeld in einem interdisziplinären und mehrsprachigen Team mit internationalen Forschungsperspektiven. Das SZIG ist sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der angewandten Forschung tätig. Darüber hinaus arbeitet es mit unterschiedlichen akademischen, staatlichen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen zusammen.

 Stellenausschreibungen

Leitfaden zum Exposé

Das Exposé, welches auch der externen Begutachtung zugrunde gelegt wird, soll die fachliche Einordnung der eigenen Tätigkeit innerhalb des Gesamtprojekts aufzeigen. Das Exposé soll die folgenden drei Aspekte enthalten:

  • Wichtige Aspekte des Forschungsstands zum Projektschwerpunkt in Bezug auf die Stelle aufzeigen.
  • Zentrale Fragestellungen und Forschungsfragen zum Projektschwerpunkt in Bezug auf die Stelle formulieren.
  • Eigene Forschungsideen und -perspektiven im Hinblick auf die Umsetzung der Stelle skizzieren.

Umfang: 3 bis 5 Seiten, zzgl. Bibliographie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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