Überlieferungs- und Provenienzgeschichte als Kulturgeschichte. Der Zeugniswert mittelalterlicher Handschriften

9. Graduiertenkurs
vom 5. bis 7. September 2022

organisiert durch das Mediävistische Institut und dem Doktoratsprogramm Mediävistik der CUSO.

 

Ausschreibung

 

Der angebotene Kurs soll es den Doktorierenden ermöglichen, ihre Arbeitskenntnisse als Mediävist*innen zu erweitern und sich Kompetenzen bei der Erarbeitung ihrer Doktorarbeit zu erwerben. Die Thematik lädt zu einer Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen ein, die sich mit dem Mittelalter beschäftigen: Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte, lateinische und volkssprachige Literaturen und Philologien, Paläographie und Kodikologie, Musik- und Liturgiewissenschaften.

 

Im Zentrum des Kurses steht die Frage nach der kulturgeschichtlichen Signifikanz überlieferungsgeschichtlicher Befunde. Die Doktorierenden erhalten Gelegenheit, sowohl über texthistorische, überlieferungs- und provenienzgeschichtliche als auch über kodikologische und paläographische Fragen, die sich im Zusammenhang ihrer mediävistischen Projekte ergeben, zu berichten und zu diskutieren sowie sich über praktische und methodische Aspekte ihrer Arbeit auszutauschen. Dabei können Fallbeispiele und Themen vorgestellt werden, für die sich unter anderem folgende Fragen stellen: Welche sozialen und institutionellen Netzwerke organisieren aus welchen Gründen den Austausch und die Weitergabe von Handschriften? Wie lassen sich Konjunkturen sowie regionale Begrenzungen in der Überlieferungsgeschichte bestimmter Texte erklären? Unter welchen Umständen brechen Tradierungsketten zu bestimmten Zeiten ab? Welchen Zeugniswert besitzen Manuskriptfragmente und Pergamentmakulatur insbesondere für historische, kultur- und frömmigkeitsgeschichtliche Zäsuren und Brüche? Welche Geschichten erzählen uns Entstehungs- und Aufbewahrungsorte über den praktischen und ideellen Wert von Handschriften, den sie für Zeitgenossen, aber auch für nachfolgende Generationen besassen?

 

Organisatoren: Prof. Paolo Borsa (UNIFR), Prof. Cédric Giraud (UNIGE), Prof. Cornelia Herberichs (UNIFR), Prof. Karin Schlapbach (UNIFR)

 

Auswärtige Experten: Prof. Étienne Doublier (Geschichte, Universität Köln), Dr. Renate Burri (Gräzistik, Universität Bern), Prof. Jonas Wellendorf (Skandinavistik, University of California, Berkeley)

 

Programm
wird später mitgeteilt