Islamisches und jüdisches Recht im schweizerischen Rechtsraum
UE-DDR.00732

Dozenten-innen: Pahud de Mortanges René
Kursus: Master
Art der Unterrichtseinheit: Vorlesung
ECTS: 5
Sprache-n: Deutsch
Semester: SP-2022

Bekannte Bundesgerichtentscheide wie der «Kopftuchentscheid» (BGE 123 I 296ff.) oder der «Schwimmbadfall» (BGE 119 Ia 178ff.) zeigen, dass die schweizerische Rechtsordnung zunehmend mit den Normen und Werten nichtchristlicher Religionen und Kulturen konfrontiert ist. Der Wandel von einer vorwiegend christlich geprägten zu einer multikulturellen Gesellschaft schlägt sich nicht nur im Verfassungsrecht und im kantonalen Religionsrecht nieder; zur Integration der religiösen Minderheiten braucht es auch neue Lösungen für zahlreiche praktische Fragen z.B. im Ehe- und Familienrecht, Schulrecht, Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, Bau- und Planungsrecht, Wirtschaftsrecht und IPR.

Die Veranstaltung vereinigt die Erarbeitung und Erörterung der relevanten Themen mit einer Einführung in das islamische und jüdische Recht, ihrer historischen Entwicklung und ihrer kulturellen Hintergründe. Vorgesehen ist auch das Gespräch mit Angehörigen der beiden Religionen und der Besuch ihrer Kultstätten.
Die Veranstaltung kann zur Erlangung des Zusatzes Religionsrecht oder auch unabhängig davon besucht werden.


Prüfungen

Mündliche Prüfung.


Lernziele

Ziel der Veranstaltung ist es, die internen Normen und das Selbstverständnis von zwei minoritären Religionsgemeinschaften zu verstehen, ebenso die auf sie anwendbaren staatlichen Rechtsnormen; auf diese Weise sollen Lösungen für bestehende gesellschaftliche Konfliktfelder gefunden werden.


Dokumentation

Neben den Unterlagen auf Moodle und dem Skript werden für den Kurs folgende zwei Bücher empfohlen:

Pahud de Mortanges/Bleisch Bouzar/Bollag/Tappenbeck, Religionsrecht, FVRR, Bd. 23, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2018.

Winzeler, Einführung in das Religionsverfassungsrecht, FVRR, Bd. 16, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009. 

Die Kursdokumente befinden sich auf moodle.